Oebisfelde l Ihre größten Erfolge, die Magdeburger mit ihrem Europapokalsieg im Jahr 1974 und die Oebisfelder mit ihrem Aufstieg in die Regionalliga Nord im Jahr 2005, fuhren sie ausschließlich mit Akteuren aus der Region ein.

Erfolg aus den eigenen Reihen

Diesbezüglich gibt es aber einen Unterschied. Während die Elbestädter ihre Akteure aus dem damaligen Bezirk Magdeburg, von der Altmark bis zum Harz, rekrutierten, erlernten die Aufstiegshelden des SVO ihr handballerisches Handwerk ausschließlich in der Allerstadt. Sie stammten aus Oebisfelde beziehungsweise den 1994 eingemeindeten Dörfern wie Weddendorf, Niendorf oder Gehrendorf.

Dass die Oebisfelder vor 15 Jahren mit der Landesmeisterschaft und dem Aufstieg in die neugebildete Regionalliga Nord den großen Wurf landen konnten, zeichnete sich seit dem Wiederaufstieg des SVO in die Oberliga von Sachsen-Anhalt im Jahr 1999 ab. Denn anschließend entwickelte sich die Mannschaft nach und nach zu einem Spitzenteam in der Liga. So stand die Sieben bereits 2002 vor dem Sprung in höhere Gefilde. Doch Rang eins wurde mit 43:9 Punkten knapp verpasst. Meister wurde der HC Halle mit 44:8 Zählern.

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Meisterschaft 2005

Für die Oebisfelder ging es jedoch weiter. Nach der erneuten Vize-Meisterschaft ein Jahr später, der Titel ging an Eintracht Glinde, sowie Position vier im Jahr 2004, war es 2005 soweit. Der SV Oebisfelde holte mit sechs Punkten Vorsprung vor dem BSV Magdeburg sowie acht Zählern vor dem SV Irxleben Titel und Aufstieg.

Trainer der Aufstiegs-Sieben war der aus Köthen stammende Renè Linkohr. Allerdings gab er nach dem Erfolg aus persönlichen Gründen sein Amt auf. Dafür kehrte Enrico Nefe zurück. Ebenfalls ein Oebisfelder, der die Mannschaft bereits zu Oberliga-Zeiten trainiert hatte.

Iven Wall einer der Erfolgsarchitekten

Großen Anteil an Titel und Aufstieg und vor allem am Durchhalten in der Regionalliga hatte auch Temmanager Iven Wall. Er betrieb eine umsichtige Personalplanung und verstärkte die Mannschaft gezielt. In der ersten Regionalliga-Saison mit Robert Kreller, Janis Klix, Vlado Cetkovic, Renè Kornau und Torhüter Thomas Krüger.

Zuspruch ist groß

Der Aufstieg löste indes bei den ohnehin bereits handballbegeisterten Oebisfeldern, und nicht nur bei diesen, eine wahre Euphorie aus. Der Dauerkartenverkauf bommte. Oft spielten die SVO-Männer in der Hans-Pickert-Halle vor ausverkauften Rängen (500 Zuschauer). Auch bei den Auswärtspartien waren oft viele Fans, trotz der teilweise immensen Entfernungen, dabei.

Das Wichtigste war jedoch, die Nefe-Sieben konnte die Klasse halten. Zwar gab es Rückschläge mit klaren Niederlagen, doch am Ende lag der SVO vor den vier Absteigern Duderstadt, Münden, Wittenberg/Piesteritz und Braunschweig.

Apropos Braunschweig: Der MTV, damals trainiert von Ex-Bundestrainer Christian Prokop, war erster Kontrahent des SVO und verlor in eigener Halle mit 23:25.

Ihre beste Platzierung erreichten die Oebisfelder in der Saison 2007/08 mit Rang acht (28:32). Ein Jahr später war nach vier Serien das Abenteuer Regionallige dann beendet. In guter Erinnerung wird es aber allen Beteiligten bleiben