Lauchhammer l In Lauchhammer haben die Deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf mit Beteiligung des VfB 07 Klötze statt gefunden.

Während sich Senior Günter Lüdecke und Jugendstarter Patrick Lösel sogar über die Titelgewinne freuen durften, reihten sich die anderen Altmärker mit ihren silbernen und bronzenen Medaillen nahtlos ein. Mit diesem Ergebnis untermauerten die Klötzer auch ihre starke Position im Bundesmaßstab und können optimistisch in die Zukunft blicken. Gleich mit vier Jugend- und einem Juniorenstarter nahmen die Purnitzstädter den Kampf auf.

Starterfelder diesmal größer

Da es keine Trennung zwischen Jugend A und B gibt, wurden die Starterfelder diesmal etwas größer und boten auch mehr Spannung. Aber auch die erbrachten Leistungen der Teilnehmer konnten sich sehen lassen - natürlich auch die des VfB 07 Klötze.

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Ihre DM-Premieren feierten am Sonnabend Sean Siebentaler und Lennart Alber. Während Siebentaler in der Gewichtsklasse bis 74 Kilogramm an den Start ging, versuchte sich Alber in der 93er Klasse und musste sich dort übrigens auch mit Teamkollege Patrick Lösel messen. Und der wurde seiner Favoritenrolle vollends gerecht.

Er stieg mit 250 Kilogramm in der Beuge in den Wettkampf ein und legte damit eine solide Basis. 262,5 im dritten Versuch waren dann aber noch zu schwer. Auch die 157,5 Kilogramm auf der Bank, die für ihn persönliche Bestleistung bedeuteten, sorgten dafür, dass Lösel beruhigt ins Kreuzheben gehen konnte. Mit 250 Kilogramm aus dem zweiten Versuch rundete er sein tolles Ergebnis ab. Am Ende standen 657,5 Kilogramm und 415,41 Relativpunkte zu Buche. Damit sicherte sich der Kaderathlet auch die Qualifikation für die EM und den Gesamtsieg der DM im Jugendbereich.

Aufregung womöglich zu groß

Alber, dem die Aufregung bei seiner ersten DM sicher noch im Nacken saß, holte sich mit guten Leistungen Bronze. Mit 140 Kilogramm in der Beuge, 85 auf der Bank und 170 im Kreuzheben durfte er durchaus zufrieden sein. „Lennart hat gut begonnen, doch in den beiden anderen Versuchen in der Beuge ging irgendwie die Lampe aus. Vielleicht war die Aufregung doch zu groß“, so Günter Lüdecke, der sich aber besonders über Albers Bestleistung im Kreuzheben freute.

Ebenfalls als Neuling lieferte auch Siebentaler einen tollen Wettkampf ab. Mit persönlichen Bestmarken in der Beuge (120 kg) und im Kreuzheben (132,5 kg) und zusätzlich 80 Kilogramm auf der Bank holte er Silber, lag aber weit hinter Sieger Dilek Nurallah zurück. „Da hatte er keine Chance, der Sieger war eine ganz andere Hausnummer. Aber dennoch kann Sean sehr zufrieden sein“, so Trainer Lüdecke.

Opitz fehlen nur neun Punkte

Spannend machte es dagegen Vincent Opitz in der Gewichtsklasse bis 83 Kilogramm. Am Ende fehlten nur knappe neun Zähler zum Titel. So blieb für ihn der zweite Platz. „Schade, aber die fehlenden Kilos hatte er schon zum Anfang bei der Kniebeuge liegen gelassen“, so Lüdecke. Und er hatte Recht, denn nur die Anfangslast von 170 Kilogramm kam in die Wertung. Im zweiten Versuch hatte er 177,5 und im dritten sogar 185 auflegen lassen. „Die hat er sicher auch drin, und wenn er die erreicht hätte, dann wäre auch der Titel möglich gewesen“, so der Übungsleiter weiter.

Dennoch ließ er ganz starke 165 Kilogramm auf der Bank folgen, die auch persönliche Bestleistung bedeuteten. Und damit nicht genug. Opitz trumpfte auch im Kreuzheben groß auf und stellte mit 212,5 Kilogramm ebenfalls eine neue Bestleistung auf. Am Ende erreichte er wie der Sieger 547,5 Kilogramm, kam aber auf 370,60 Relativpunkte. Lüdecke stellte aber fest, dass Opitz vielleicht etwas zu leicht gewesen sei. „Er hat etwas zu viel Gewicht gemacht, vielleicht hat das die restliche nötige Power gekostet, die zum Titel nötig gewesen wäre“, so Lüdecke.

Als Junior ging René Borchert in der Gewichtsklasse bis 74 Kilogramm an den Start. Und der Start in den Wettkampf gelang. Mit 210 Kilogramm in der Beuge ließ Borchert gleich einmal Bestleistung notieren. Auch auf der Bank, hier schaffte er 145 im zweiten Versuch, erreichte er eine gute Leistung. Mit 185 Kilogramm im Kreuzheben beendete er einen tollen Wettkampf auf Platz zwei. „Naja, in seiner Klasse müsste er schon um die 200 Kilogramm ziehen, damit er eine Chance auf ganz oben hat, aber die Entwicklung ist gut, und er kann das schaffen“, so Trainer Lüdecke.

Viel Pech für Rogalski

Doch nicht nur die Zukunft war am Start, sondern auch die „Oldies“. Mit Prof. Dr. Sven Rogalski und Günter Lüdecke selbst hatte der VfB zwei echte Titelkandidaten am Start, doch vor allem für Rogalski lief die Meisterschaft alles andere als gut. „Sven hatte Pech mit den strengen Kampfrichtern und ist schon in der Kniebeuge geplatzt. Die Richter bemängelten die Kniestellung in der Grundposition. Die Knie waren nicht richtig durchgedrückt, was aber gefordert ist. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es manchmal sehr schwierig ist. Die Knie sind fest gewickelt und da ist es sehr schwer“, so Lüdecke.

So ließ Rogalski die Anfangslast von 265 Kilogramm auflegen, kam aber erst gar nicht dazu, diese Last zu bewältigen. „Wir hatten auch über einen Protest nachgedacht, aber das war dann nicht möglich“, so Lüdecke, der aber auch anmahnte, „dass Sven vielleicht auch reagieren hätte müssen, wenn er schon zweimal angezählt wurde und die Knie eben noch mehr durchgedrückt hätte. Aber so ist das im Sport. Von dem, was er drin hat, wäre er hier locker Deutscher Meister geworden“.

Lüdecke mit neuem Rekord

Lüdecke selbst hatte dagegen mehr Grund zur Freude. Nicht nur, dass er sich den Titel in der Altersklasse IV holte, sondern auch, dass er mit 205 Kilogramm in der Kniebeuge einen neuen Deutschen Rekord aufstellte. „Das war mir schon wichtig. Es ist ganz gut gelaufen für mich. Ich habe aber auf der Bank nichts riskiert und ohne Hemd gedrückt“, so der Senior.

„Ich habe nichts davon, wenn ich zu viel riskiere und mich dann verletze. Ich denke schon, dass ich bei einer internationalen Meisterschaft ein Hemd angezogen hätte, aber hier war das nicht nötig“, so Lüdecke, der dann sicher 120 Kilogramm bewältigen könnte. Mit 205 Kilogramm im Kreuzheben beendet Lüdecke den Wettkampf und wurde mit 502,5 Kilogramm Deutscher Meister.

Klötze in der Teamwertung Dritter

In der Teamwertung landeten die Klötzer dann auf Platz drei, müssten den starken Athleten aus Erfurt und Oberölsbach den Vortritt lassen. „Mit den Oberölsbachern hatte ich gerechnet, aber die Erfurter waren mir nicht so präsent. Ich denke, sie haben sich einige Jungs eingekauft und hatten dadurch natürlich einen Vorteil. Im Endeffekt waren das für uns erfolgreiche Meisterschaften. Wir haben erneut nachgewiesen, dass mit unserem Nachwuchs zu rechnen ist. Ich hoffe, dass wir mit der Bundesligamannschaft irgendwann davon profitieren werden, wenn alle zur Stange halten“, so Günter Lüdecke.

Bedanken möchte sich Lüdecke auch bei den Betreuern Jan Grigat und Ray Siebentaler, die die Aktiven nach Leibeskräften unterstützten. „Jan ist beim Wickeln schon richtig ins Schwitzen gekommen. Sven und ich können da ja einiges vertragen. Das hat er wirklich gut gemacht und er hat auch die nötige Übersicht beim Wettkampf. Das war schon gut so“. Als technischer Kampfrichter war obendrein noch Christopher Schulz vom VfB 07 Klötze aktiv.