Letzlingen l Kürzlich traf sich die Riege der Seitenwagen-Crosser und damit die absolute Rennelite Deutschlands zum letzten von zehn zu fahrenen Rennläufen der Internationalen Deutschen Motocross-Meisterschaft im Baden-Württembergischen Gerstetten. Mittendrin war auch das altmärkische Gespann Eddie Janeck/Gordon Bothur vom MSC Letzlingen.

Bei bestem Wetter und einer super präparierten Piste stellten sich die Piloten aus den unterschiedlichen Nationen zum Kampf um die Meisterkrone ein.

Start mit neuer Taktik

So ging es nach absolviertem Zeittraining am Vormittag, bei dem das Letzlinger Team Janecke/Bothur sogar die zweitschnellste Zeit einfahren konnte, an die Startmaschine zum ersten Umlauf. Janecke/Bothur mit der Startnummer 23 - zu dem Zeitpunkt als dritte in der Meisterschaft mit 15 Punkten Vorsprung auf ihre Verfolger Hofmann/Döring aus der Schweiz - positionierten sich dabei clever. Pilot Janecke hatte sich eine neue Starttaktik zurechtgelegt, die er aber stillschweigend für sich behielt.

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Das Startgatter fiel, und die Beiden Letzlinger ließen ihr MEGA-WSP-Gespann mit Vollgas von der Leine. Mit einer riesen Power am Hinterrad und dem bekannten Messer Zwischen den Zähnen holten sich beide Platz vier nach der ersten Kurve. Beiden war bewusst, wenn der dritte Platz in der Meisterschaft fest der ihre bleiben soll, dann muss in diesem ersten Lauf alles passen.

Janecke/Borthur auf Platz zwei

Und es passte alles. Janecke verbog den Gasgriff und ließ die 23 über die Hartbodenstrecke von Gerstetten fliegen. Kurvendrifts und haushohe Sprünge brachten die beiden sehr schnell unter dem Jubel der vielen Fans an der Strecke bis auf Platz zwei nach vorn, den sie dann auch nach 30 Minuten und zwei Runden nicht mehr abgaben. Sieger wurde das tschechische Duo Kolencik/Hejnal, das damit auch vorzeitig als neuer Deutscher Meister die Zielflagge sah.

Nun begann für alle im Team „Mathematik 2. Klasse“. Sollten die eingefahrenen 22 Punkte für den Erhalt des dritten Platzes schon reichen? Nach der vierten Wurzel plus Umstellung der Gleichung blieb ein Punkt Vorsprung übrig und somit ein dritter Platz in der Meisterschaft.

Aber was wäre wenn? Also: zweiter Lauf gleiches Szenario. Mit Vollgas ging es in die erste Ecke, und trotz seitlicher Berührung mit einem gegnerischen Gespann, gingen Janecke/Bothur immerhin noch als Achter in die erste Runde.

Spannung im zweiten Lauf

Aber auch diesmal ließen Janecke/Bothur auf ihrem MEGA-WSP nichts anbrennen. Mit voller Konzentration und Highspeed kämpften sie sich durch das Feld der Mitkonkurrenten. Janecke ließ den MEGA brüllen und machte schon in Runde drei alles klar zum Angriff auf das führende Gespann Sieber/Kloz aus Süddeutschland. Diese erwehrten sich ihrer Haut in jeder Ecke, der Kessel kochte, die Fans waren nicht mehr zu halten, die Sprünge wurden immer höher und weiter.

Die Betreuer beider Teams gestikulierten beim Anfeuern wild mit dem ganzen Körper. Der Zorn und der unbändige Wille zum Sieg konnte man beiden an den Augen unter der Brille ablesen. Sie schinderten wie die Ackergäule aber fanden keine Ecke auf dem hakeligen Kurs von Gerstetten um an Ihrem Wiedersachen vorbei zu kommen.

Tagessieg für Letzlinger-Duo

Dann die Entscheidung, nichts mehr zu riskieren, Punkte sammeln und den zweiten Platz sicher einfahren. So gesehen haben die Altmärker alles richtig gemacht, nach weiteren 30 Minuten plus zwei Runden und den eingefahrenen 44 Punkten aus beiden Läufen stand der Tagesgesamtsieger und damit Platz eins fest. Der Sieger kam vom MSC Letzlingen und hieß Eddi Janecke und Gordon Bothur auf MEGA-WSP.

Der Jubel im Team und der Jubel der Fans für diesen spannenden Fight war umwerfend. Letztendlich waren die eingefahrenen Punkte im letzten Lauf zur internationalen Deutschen Meisterschaft der Baustein für den dritten Platz in der Gesamtwertung hinter dem Team Adrian Peter/Miroslav Zatloukal und dem deutschen Meister Petr Kolencik mit Beifahrer Matej Hejnal aus Tschechien.

Danke an die Unterstützer

Dass dieses grandiose Ergebnis in der ersten vollständig gefahrenen Saison erreicht wurde, ist zum einen der sehr guten Technik , dem Fitnesszustand der beiden Cracks mit der 23 und vor allem dem gesamten Team an Helfern Schraubern sowie den Mädels, die immer einen gefüllten Tisch und auch mal tröstende Worte für alle parat haben geschuldet.

„Vielen Dank auch an alle Unterstützer mit Herz für Motorsport, ohne die so eine lange Saison nicht zu bewältigen wäre“, so Teammitglied Detlef Schumann.

Aber wie immer ist nach dem Rennen vor dem Rennen. Jetzt gilt die Konzentration noch den WM-Läufen in Roggenburg Schweiz und Rudersberg Deutschland. Dazu noch ein Gastlauf in KramolinTschechien und last but not least die Mannschafts-Weltmeisterschaft die in diesem Jahr in Schwedt/Oder ausgetragen wird.

Aber auch den einheimischen Fans wollen sich die beiden vom MSC Letzlingen. In dieser Saison noch präsentieren. Am 1. September 2019 findet das alljährliche Moto-Cross auf der Heimstrecke in Letzlingen statt. wozu wieder alle Fans recht herzlich eingeladen sind.