Arendsee l Klar in den Händen der Stock-Brüder war die Baumkuchenregatta für H-Jollen auf dem Arendsee. Florian konnte den Spieß am Sonntag noch wenden und seinen am Sonnabend sehr erfolgreichen Bruder Christian – beide starteten für den gastgebenden Arendseer Regattaverein (ARV) – noch überholen.

Nur 13 Crews am Start

Generell hat die Baumkuchenregatta auf dem Arendsee nicht den ganz großen Anziehungsfaktor. Im Schnitt beteiligen sich um die 17 bis 18 Crews an diesen Wettfahrten. Am Wochenende waren es – da schon allein beim gastgebenden Verein drei Boote aufgrund von Verhinderungen der Besatzung nicht starten konnten – „nur“ deren 13. Davon kamen allein zehn vom ARV. Schon im Vorfeld stellte sich eigentlich nur die Frage: Welcher der Stock-Brüder macht diesmal das Rennen? Die Antwort gab es erst am späten Sonntagnachmittag, als Florian gerade mal einen Punkt besser dastand als Christian.

Der heftige Wind machte den Startern ordentlich zu schaffen – und das an beiden Tagen. Ganze sieben Kenterungen waren zu verzeichnen, wobei am Sonntag allein vier Boote vor Ende der Wettfahrten aufgaben. Ganz besonders viel Pech hatte das heimische Duo Heiko Seifert/Stefan Seifert. Bereits am Sonnabend erlitten die beiden einen größeren Schaden am Mast.

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„Das wären längere Reparaturarbeiten gewesen. Von daher sind wir anschließend nicht mehr gestartet“, verriet ARV-Präsident Stefan Seifert, der vor der ersten Wettfahrt am Sonnabend noch leichte Hoffnung auf etwas Zählbares hatte: „Ich rechne mir bei diesen Verhältnissen durchaus etwas aus.“ Daraus wurde nichts, letztendlich belegten die Seiferts den letzten Platz.

Starker Wind und Regen fast bedrohlich

Die weiteren Crews kamen zwar weitaus glimpflicher davon, allerdings verzichteten allein fünf gastgebende Crews auf den Start bei der vierten und fünften Wettfahrt bei dieser Ranglistenregatta am Sonntag. Der starke Wind (Windstärke 7) sowie der dazukommende Regen waren schon fast bedrohlich, wodurch es sich wohl eher um eine Vorsichtsmaßnahme handelte.

Los ging es bereits am Sonnabend. Für Florian Stock und Vorschoter Tobias Barthel allerdings eher mäßig. Kurz nach dem Start der ersten Wettfahrt verloren die Lokalmatadoren ihren Spinnaker und dadurch reichlich an Boden. Am Ende reichte es „nur“ für Rang neun. Kaum zu schlagen war am Sonnabend Christian Seifert mit Henriette Stock. Er beendete alle drei Wettfahrten siegreich und durfte sich berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg bei dieser Regatta, bei der es Baumkuchen als Hauptpreis zu gewinnen gab, machen.

Bruder Florian und Barthel hatten die weiteren beiden Rennen auf Rang zwei abgeschlossen und lagen bis dato auf Rang vier der Gesamtwertung. Ein herausragender Sonntag war also nötig, um noch ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitzureden.

Genau diesen sollte es für Florian Stock und Tobias Barthel auch tatsächlich geben. In die Karten spielte dem Duo auch der verspätete Start von Christian und Henriette Stock. Sie hatten das Startsignal verpasst und begannen das vierte Rennen mit rund fünfminütiger Verspätung. Mehr als Rang acht war somit nicht möglich. Florian Stock und Tobias Barthel beendeten die vierte Wettfahrt hingegen siegreich und hatten auch bei der fünften die Nase vorn. Selbige beendeten Christian Stock und Henriette Stock „nur“ auf Rang vier.

Stock/Barthel auf Rang eins

Da Stock/Barthel den neunten Rang vom Vortag bei der ersten Wettfahrt als Streichwert nutzen konnten, lagen sie in der Gesamtwertung mit sechs Punkten tatsächlich noch ganz vorn. Auf sieben Zähler kamen Christian Stock/Henriette Stock, die somit – auch wenn es ganz eng zuging – mit Rang zwei zufrieden sein mussten. „Florian ist am Sonntag einfach sauber gesegelt, besser gestartet, konnte sich von Beginn an gut absetzen und hatte Glück, dass sein Bruder es zugleich dann doch noch vergeigt hat“, blickte Stefan Seifert auf den spannenden Zweikampf der beiden Stock-Brüder zurück.

Hinter den Lokalmatadoren nisteten sich auswärtige Starter ein. Hans-Jörg Wohl/Lars Kublun (Dahme Jacht-Club) und Lars Hückstedt/Sebastian Milinski (PSV Berlin) hielten insgesamt zwar ordentlich mit, dennoch reichte es am Ende „nur“ für die Plätze drei und vier. Drittstärkste Arendseer Crew war Carlo Schütte/Andreas Dobrindt auf dem fünften Rang der Gesamtwertung.

„Insgesamt ist alles gut über die Bühne gegangen, alle Crews haben gut durchgehalten. Zudem war es spannend wie erwartet“, fasste der Arendseer Klubchef Stefan Seifert den Wettkampf zusammen. Im Anschluss gab es noch ein gemütliches Beisammensein, in dessen Rahmen die Baumkuchenregatta noch einmal eifrig ausgewertet und sicherlich schon über die kommenden Termine gesprochen wurde.