Altmarkkreis l Nicht dabei ist die zweite Mannschaft des SV Eintracht Salzwedel, weil diese keine eigenständige Facebookseite besitzt.

VfB Klötze hat die meisten Follower

Der VfB 07 Klötze führt das Facebook-Ranking in der 1. Altmark-West-Liga mit 601 Follower und damit großen Vorsprung an. Dieser hat allerdings mehrere Gründe. Die Facebookseite bezieht sich nicht nur auf die Sparte Fußball, sondern auf alle Abteilungen. Des Weiteren gehört der VfB zu den größten Vereinen der Westaltmark, weshalb das Anspruchsdenken hoch ist. Schließlich waren die Klötzer vor allem in den 90er Jahren mit dem SV Eintracht Salzwedel langjähriger Gast in der Fußball-Landesliga.

Ehepaar-Baumann pflegt Klötzer Auftritt

Ein weiterer entscheidender Grund sind aber ganz klar die Betreiber der Seite, die wöchentlich viele Stunden ihrer Freizeit in das Pflegen dieser Seite investieren. Die Rede ist dabei von Christian und Nicole Baumann. Die Seite wird vom Ehepaar sehr gepflegt. Das Angebot auf dieser Seite ist dabei durchaus beachtlich. Es wird sich nicht nur auf den Ergebnisdienst und die kurze Untermalung mit Bildern konzentriert. Viel mehr liefert das Ehepaar Baumann Vorberichte, Video-Highlights der Spiele und Veranstaltungen. Zudem werden Arbeitseinsätze dokumentiert, Artikel der Lokalzeitungen werden gepostet und Werbung für Fanartikel wird gemacht.

Bilder

Während der Corona-Krise ist es natürlich klar, dass es aus sportlicher Sicht keine - beziehungsweise kaum noch Meldungen gibt. Somit müssen die Verantwortlichen andere Wege finden, um die Seite weiterhin aktiv zu pflegen. Wie bei fast allen anderen Vereinen wurden auch hier vor allem die Meldungen des FSA zur Aussetzung der Spielzeit und zum Saisonabbruch gepostet. Weiterhin wurde zuletzt beispielsweise auch die Veranstaltung zum 5. Immekather Lauf geteilt, um mit der eigenen Reichweite zu unterstützen.

Klötzer unterstützen andere Vereine

Christian Baumann, Pressewart beim VfB 07 Klötze, erklärt: „Offiziell betreiben wir die Facebook-Seite mit vier Leuten. Letztlich ist es aber so, dass ich die Seite nur zusammen mit meiner Frau Nicole pflege. Wir beiden investieren sehr viel Zeit in die Seite. Es geht ja schließlich nicht nur um Fußball, sondern um alle Abteilungen des Vereins. Somit ist es so, dass alleine die Suche nach den Artikeln sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Hinzu kommen natürlich der Ergebnisdienst, das Teilen der Video-Highlights und natürlich auch die Meldungen des Vorstandes, an die ich als Pressewart aber sehr leicht und sehr schnell komme. Zudem haben wir mit unseren 600 Followern mittlerweile eine sehr große Reichweite, weshalb wir zum Beispiel auch den Immekather Lauf teilen, um diese Veranstaltungen zu unterstützen.“

FC Jübar/Bornsen auf Rang zwei

Der FC Jübar/Bornsen rangiert mit 445 Followern auf Platz zwei im Kreisoberliga-Ranking. Während bei den Klötzern sicher auch die Aktivität der Seite eine große Rolle spielt, sind die Follower beim FC einzig und allein der Sympathie geschuldet. Die Facebookseite ist insgesamt nicht gut gepflegt. Während Corona gab es keine „Posts“ und somit auch keine Informationen für die Follower. Letztmals wurde am 28. Januar etwas auf dieser Seite vermeldet. Wenn in der jüngeren Vergangenheit etwas gepostet wurde, waren es fast nur noch Meldungen vom Volleyball. Der letzte Post zum Fußball stammt vom August vergangenen Jahres. Doch dieses Schicksal ist zumindest in der Kreisoberliga kein Einzelschicksal.

Des Weiteren ergeht es dem SV 51 Langenapel mit seinen 318 Follower, wo man seit dem 7. November 2019 gar keine Informationen mehr findet, ähnlich. Davor war es jedoch eine sehr schöne und bunte Seite mit vielen Informationen.

Social-Media wird unterschiedlich genutzt

Auch die Seite der SG Eintracht Mechau, die immerhin 305 „Likes“ besitzt, wird seit dem 25. Februar 2019 gar nicht mehr gepflegt. Davor wurde die Seite vor allem funktionell und wenig ideenreich gestaltet. Man findet viel Text aber kaum Bildmaterial vor. Weitere Vereine, die sich dort einreihen, sind der Kuhfelder SV 1949 e.V. mit 273 Follower und der Diesdorfer SV 1873 e.V. mit 250 „Gefällt mir“-Angaben.

Auf dem Bronzerang im Facebook-Ranking findet sich der SV Grün-Weiß Potzehne mit 370 Follower wieder. Die Facebookseite ist sehr gut gepflegt und beinhaltet schönes Bildmaterial. Weil die Seite erst seit einem halben Jahr aktiv von Nancy Krehl betrieben wird, ist es klar, dass vor der Corona-Zeit noch nicht so viel gemacht wurde. Der Fokus lag beim Ergebnisdienst. Zudem wurden die Artikel der Lokalzeitungen geteilt.

Während bei vielen Vereinen in der Corona-Zeit die Zahl der Meldungen deutlich nach unten ging, lief es beim SV Grün-Weiß Potzehne etwas anders. Neben den Pressemitteilungen vom FSA bezüglich der Aussetzung und des Abbruchs der Saison, waren auch Geburtstagsgrüße, weitere Meldungen der Lokalzeitungen und alte Zeitungsartikel zu sehen. Des Weiteren wurden zum hundertjährigen Bestehen T-Shirts angefertigt und angeboten.

Potzehner nutzen spielfreie Zeit für Porträts

Die größte Reichweite erlangte die Betreiberin der Seite aber mit einer eigenen Idee. Weil es zuletzt aus sportlicher Sicht kaum etwas zu vermelden gab, kam Nancy Krehl auf die Idee aktive und passive Mitglieder vorzustellen. Diese „Posts“ kamen natürlich sehr gut an und sind zweifellos eine richtig gute Idee.

Mandy Schulze, Spielerin und Vorstandsmitglied beim SV Grün-Weiß Potzehne, erklärt: „Die Facebookseite wird seit einem halben Jahr von Nancy Krehl geführt. Wir sind gerade im Aufbau, weil die Seite praktisch erst seit einem halben Jahr aktiv lebt. Der Plan ist es, wöchentlich einen Post online zu stellen. Die Trainer sollen nach den Spielen eine kurze Info an Nancy schicken, damit sie diese einfügen kann. Vor Corona lag der Fokus vor allem bei den Jugendturnieren. Während der Corona-Zeit war ja nicht viel. So kam Nancy auf die Idee aktive und passive Mitglieder des Vereins vorzustellen, was auch sehr gut ankam.“

Nur sieben „Gefällt mir“-Angaben weniger besitzt der FSV Eiche Mieste, der damit den undankbaren vierten Platz einnimmt. Auch die Eichen verfügen über eine gut gepflegte Seite. Während vor Corona der Fokus auf dem Ergebnisdienst und das Teilen der „Online-Posts“ der Lokalzeitungen lag, ist es in den letzten Monaten etwas ruhiger geworden. Natürlich wurde man auch hier über die aktuellen Meldungen des FSA und dem damit verbundenen Saisonabbruch informiert. Hinzu kam, dass Mieste noch an der Challenge „Erinnerung und Gegenwart“ teilnahm und dafür ein Video erstellte.

Pflege kostet viel Zeit und Engagement

Christian Beckmann vom FSV Eiche Mieste erklärt dazu: „Zur Zeit passiert aufgrund von Corona eher weniger auf der Seite. Ansonsten kann man sagen, dass ich circa eine Stunde pro Woche in die Facebook-Seite investiere. Wir versuchen regelmäßig den Ergebnisdienst zu liefern. Wenn dann Dinge von den Trainern, dem Vorstand, Trikotübergaben oder andere Sachen außerhalb des Fußballs hereinkommen, versuchen wir diese natürlich auch schnellstmöglich unterzubringen. Insgesamt bin ich aber natürlich auf die Zuarbeit angewiesen. Neben Facebook haben wir auch noch unsere Homepage, die aber weitestgehend mit Facebook verbunden ist. Während Corona haben wir hauptsächlich die FSA-Meldungen geteilt. Hinzu kam dabei noch die Challenge - Erinnerung und Gegenwart - die auch viral durch die Decke geschossen ist.“

Auf dem fünften Platz findet sich der SV Schwalbe Schwiesau wieder. Die Schwalben besitzen 349 Follower, was aber nur bedingt an der Pflege der Facebookseite liegt. Schließlich wurde die Seite in den letzten Monaten kaum noch bearbeitet. Auch vor der Corona-Zeit wurde die Seite sehr funktionell gehalten. Es gab einen Ergebnisdienst, hin und wieder wurden Vorberichte von „fussball.de“ geteilt und vereinzelnd wurden auch mal Videos sowie Fotos gepostet.

TSV Kusey verkauft sich unter Wert

Mit 340 Follower befindet sich der TSV Kusey im Ranking knapp hinter den Schwiesauern. Allerdings bleiben die Gründe hierfür verborgen. Schließlich muss man sagen, dass der TSV zu den Vereinen in der Westaltmark gehört, die viel Zeit und Herzblut in diese Seite stecken. Zudem wird sichtbar, dass sich auf jeden Fall viele Gedanken gemacht werden. Vor Corona war zu den Spieltagen und zu den Turnieren immer eine Vorschau mit einer schönen Grafik zu sehen. Zudem gab es den Ergebnisdienst und natürlich wurden auch die Meldungen der Lokalzeitungen - auch abteilungsübergreifend - geteilt.

Während der Corona-Zeit gab es auch hier aus sportlicher Sicht nicht viel zu vermelden. So wurden beispielsweise Atemmasken mit dem Logo des TSV angeboten. Zudem gab es Ostergrüße, es wurde Pressemitteilungen des FSA und des Vorstandes geteilt. Außerdem wurde auch FIFA gespielt und dabei versucht, das eigene Team virtuell zum Meistertitel zu schießen. Nebenbei traf man sich auch noch im Videochat, um die Gemeinschaft zu wahren und Neuigkeiten auszutauschen. Insgesamt findet man eine bunte und informative Seite vor.

Marvin Berg vom TSV Kusey erklärt: „Es ist logisch, dass man während Corona nicht so viel Zeit in die Seite investieren muss. An Spieltagen sieht die Sache aber anders aus. Durch das Erstellen der Grafiken und den Ergebnisdienst kommt man schon auf fünf bis sechs Stunden pro Woche. Insgesamt versuchen wir schon sehr aktiv bei Facebook und Instagram zu sein. Deshalb haben wir auch schon vor Corona regelmäßig an Nominierungen teilgenommen. Ich habe die Seite vor zwei bis drei Jahren von Sven Meyer übernommen, der sich zurückgezogen hat, mich aber noch immer unterstützt.“

Rot-Blau Sanne sehr aktiv

Der SV Rot-Blau Sanne nimmt mit 326 Followern den siebenten Platz ein. Die Besonderheit dieser Seite ist nicht zwingend die Vielzahl der Meldungen. Vor der Corona-Zeit gab es den Ergebnisdienst, der sich ohnehin bei jedem Verein von selbst erklären sollte. Hinzukamen dazu aber noch Terminbekanntgaben und riesige Bildergalerien zu den Spielen von Sanne. Gerade Bildergalerien sind immer ein Blickfang und steigern die Reichweite der Seite.

Während der Corona-Zeit gab es nicht so viel zu melden. Zum einen waren da Grüße zum Frauentag und zum anderen nahm ein Spieler am Altmark-Stubenkick der Salzwedeler Kickerfreunde teil. Hier nutzten die Betreiber der Seite natürlich die Gelegenheit, um die Follower über den dritten Platz von Florian Beck zu informieren.

Hardy Giese vom SV Rot-Blau Sanne sagt: „Aktuell investiere ich eher weniger Zeit. Ansonsten geht ungefähr eine halbe Stunde pro Woche dafür drauf. Wir haben halt das Glück, dass eine Spielerfrau bei jedem Spiel Fotos macht. Diese Galerie laden wir dann bei Facebook und auch bei Fupa hoch. Weil wir versuchen hauptsächlich sportlich zu glänzen, haben wir es vermieden an irgendwelchen Challenges teilzunehmen. Das Einzige war die Teilnahme eines Spielers am Stubenkick der Kickerfreunde Salzwedel.“

Auf den letzten beiden Rängen finden sich der SV Brunau 1906 mit 203 „Likes“ und der SV Heide Jävenitz mit 145 Follower wieder, obwohl beide Vereine über sehr schöne Seiten verfügen. Während die Jävenitzer eher funktionell unterwegs sind, aber immerhin viele Informationen vermelden, steckt bei den Brunauern augenscheinlich richtig Arbeit in dieser Seite. Vor allem während Corona wurde Werbung für T-Shirts gemacht, es wurde ein Statement gegen Rassismus gesetzt, mit der Teilnahme bei „GeisterspielTickets.de“ wurde versucht etwas Geld in die Kassen zu spülen, es wurde mit einem Video an der Klopapier-Challenge teilgenommen und natürlich wurde auch über den Saisonabbruch durch den FSA informiert.

Insgesamt kann man feststellen, dass die Anzahl der „Gefällt mir“-Angaben zumeist eng mit dem sportlichen Erfolg der jeweiligen Mannschaft oder des Vereins gekoppelt ist. Dennoch lassen es moderne Techniken und entsprechendes Engagement zu, dass man diese Seite mit relativ wenig Aufwand in eine bunte und informative Seite verwandeln kann.