Insgeheim hat Mario Katte gehofft, dass der TSV Kleinmühlingen/Zens um einen einstelligen Platz in der Landesklasse Staffel II kämpft. Mit Platz eins nach der Hinrunde hat das Team allerdings "mehr erreicht als gedacht", sagt der Trainer.

Kleinmühlingen l Das Schlüsselerlebnis war wohl die Partie bei Germania Olvenstedt am 6. Spieltag. Eine Woche zuvor verlor Kleinmühlingen/Zens auf eigenem Geläuf gegen den TSV Zerbst mit 4:5. "Eine völlig unnötige Niederlage", schätzt der Coach rückblickend ein. Vor allem im Rückzugsverhalten offenbarte der TSV Mängel. Doch bei den Rand-Magdeburgern, die vor der Partie Fünfter waren und auf heimischem Platz bis dahin alles gewonnen hatten, erkämpften sich die Gäste kurz vor dem Ende noch den 1:1-Ausgleich durch den Treffer von Stephan Kallweit (90.). "Das hat uns wieder in die richtige Spur gebracht."

Der TSV legte in der Folge eine Serie von fünf gewonnenen Begegnungen hin. Auch der Ausrutscher beim SV Heyrothsberge, als "wirklich überhaupt nichts zusammen lief", warf ihn nicht aus der Bahn. Mit einem 2:0-Erfolg gegen Handwerk Magdeburg stimmte man sich auf das Spitzenspiel beim Verfolger SV Irxleben ein. Trotz eines 0:2-Rückstands bieb der TSV fokussiert und siegte vor etwa 50 mitgereisten Fans mit 3:2, wohl die Krönung der starken Hinrunde, die er mit der zweitbesten Defensive und der drittbesten Offensive abschloss.

Kein Wunder also, dass die Euphorie derzeit groß ist in Kleinmühlingen, "die Fanartikel gehen gut weg". Das gute Ergebnis "hat sich das Team erarbeitet", betont Katte. "Alle knien sich mehr rein, nehmen sogar Urlaub, um an den Spielen teilzunehmen." Das mache sich in der Leistung bemerkbar. "Alle haben eine Schippe draufgelegt." Sebastian Durrhack hat sich beispielsweise zu seinem echten Führungsspieler entwickelt, Christoph Berlau hat im taktischen Bereich zugelegt und Norman Möbes hat sich weiterentwickelt. Auch Florian Wehling hinterließ als "Letzter Mann" einen guten Eindruck. Nach der Knöchelverletzung von Stephan Kallweit, der daher noch bis Saisonende ausfällt, war er der einzige auf dieser Position und wurde "eine echte Bank". Zudem sind Christoph Irmscher und Keeper Jens Ulrich echte Verstärkungen. Womöglich werden in der Winterpause weitere Spieler das Team ergänzen. Jens Basener "wird in der Rückrunde zeigen, dass er mehr kann", ist sich der Trainer aus dem gut abgestimmten Gespann mit Carsten Malchau, Sven Bertram, Klaus Mennecke und Horst Herrmanns sicher.

Natürlich ist Mario Katte etwas vorsichtig, was Ziele angeht. "Es wäre schön, wenn wir nach der Saison unter den ersten Vier zu finden sind." Das Thema Aufstieg will er indes noch nicht forcieren, von sich weisen allerdings auch nicht. "Wir werden abwarten, wie die ersten fünf Spiele laufen, dann können wir uns neu orientieren." Nach dem Auftakt gegen den TSV Hadmersleben am 25. Februar muss Kleinmühlingen/Zens viermal auf fremdem Platz antreten. Nach den Auftritten beim MSV Börde II (16.) und SV Altenweddingen (14.) warten mit Niegripp (6.) und dem spielstarken TSV Zerbst (10.) die "richtigen Kracher".

Dafür startet der TSV ab dem 21. Januar 2012 mit dem Training. "Wir absolvieren eine kurze, aber knackige Vorbereitung, die effektiv, aber verschärfter verlaufen soll." Kommt das Team gut aus den Startlöchern, könnte es am Ende wieder heißen: "Wir haben mehr erreicht als wir gedacht haben."