Schönebeck l Während die Frauen ihn schon des Öfteren in den Händen hielten, musste Schönebeck im Männerbereich satte 18 Jahre warten, um endlich wieder den Landespokal in den Händen halten zu können.

Frauen

Das Final Four startete am vergangenen Sonnabend vormittags mit den Halbfinals. Hier bewiesen die Frauen bereits ihre Klasse und sicherten sich gegen den Kreisligisten vom TSV 1855 Edersleben einen ungefährdeten 8:0-Sieg. Im anderen Duell konnte sich ebenfalls die höhere Liga durchsetzen und so zog auch der TuS Leitzkau mit einem 5:3 gegen den KSV Gerbstedt, bei dem auch die ehemalige Union-Schützin Vicky Otto wieder auf die Kegelbühne zurückkehrte, ins Finale ein. Doch die Favoritenrolle für das Endspiel war klar vergeben, da neben der höheren Spielebene auch das Mannschaftsergebnis deutlich für die Elbestädterinnen sprach. So siegte Grün-Rot gegen Edersleben mit 3336:2922 Kegeln, während Leitzkau mit 3120:3091 gewann - ein großes Plus von gut 200 Holz für die Unionerinnen.

Pokal schreibt keine eigenen Gesetze

„Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze.“ Diese Phrase fand dieses Mal keine Anwendung und so machten die Schönebeckerinnen auch im Finale ordentlich Dampf. Anja Groß und Laura Meyer hatten zu Beginn der Partie wenig Mühe mit Lisa und Karin Jordan. So siegte Meyer mit 536:444 bei 4:0-Sätzen deutlich. Noch besser lief es für Groß, die großartige 614 Holz und damit den Frauenbestwert auf die Bahn zauberte und ihrer Gegnerin satte 102 Kegel abnahm. Auch hier ging das Duell mit 4:0 klar an die Hausherrin.

Leitzkau wollte sich nun mit Justine und Eileen Böttge wehren, aber Union konterte geschickt. Kerstin Focke erzielte starke 609 und siegte gegen die Beste der „Wölfinnen“, Justine Böttge (577), bei 2:2-Sätzen. Katrin Lemgau dagegen holte mit 526:514 bei 2:2 Satzpunkten (SP) den Mannschaftspunkt (MP) und verabschiedete sich somit erfolgreich von der ersten Mannschaft.

Auch im Schlussduell kam es zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Hier mussten sich die Schwestern Juliane Große und Karolin Öhlschläger denkbar knapp mit 515:519 bei 2:2 SP gegen Christin Filor geschlagen geben. Weniger spannend machte es Anne Stahlich, die gegen ihre ehemalige Teamkollegin Kathleen Benndorf mit 564:523 und 4:0 SP klar als Siegerin die Bahn verließ. Damit war der 7:1-Triumph bei starken 3364:3089 Holz und 17:7 SP perfekt.

Männer

Die Erfolgsgeschichte der Schönebecker Männer schrieb sich dagegen etwas anders. Mit einem 1:7 in der Liga abgefrühstückt musste Grün-Rot nun im Landespokal-Halbfinale erneut gegen den TuS Leitzkau antreten. Und wieder begann die Partie ungünstig für die Hausherren, die mit 0:2 in Rückstand gerieten, ehe sich das Blatt wendete und Schönebeck mit einem 5:3-Sieg noch ins Finale einzog. Ähnlich verlief das andere Duell zwischen Wörlitz und Zerbst, bei dem Zerbst ebenfalls 2:0 in Führung ging und aufgrund der weniger erzielten Sätze beim 4:4-Endstand den Kürzeren zog.

Damit stand Wörlitz auch das vierte Jahr in Folge im Finale und war in den Augen vieler der Favorit. Schließlich legten die „Keiler“ mit 3479 eine beeindruckende Zahl im Vergleich zu Schönebecks 3352 auf die Bahnen.

Doch Union ließ sich davon nicht beirren. Wie ein Phönix aus der Asche schien Thomas Große empor zu steigen. Zuletzt eher unzufrieden mit der eigenen Leistung, schien der Familienvater wie neu geboren. Überragende 652 Kegel ließen Thomas Bölke nicht den Hauch einer Chance und sicherten bei 4:0 SP den ersten MP.

Auch Matthias Janke konnte sich auf allen Bahnen durchsetzen und siegte gegen Patrick Walter mit 543:532 (2:0 Punkte, 8:0 Sätze). Aber satt waren die Elbestädter noch lange nicht. Nach der Hälfte der Spielzeit hatte Wörlitz noch immer keinen einzigen Punkt, denn Nico Just und Michael Hagemeyer griffen weiter an. Während Just mit 3:1 SP bei 555:526 gegen Thomas Walter siegte, hatte auch Hagemeyer mit 3:1 SP und 585:557 Holz gut lachen, denn der Sieg war nun bereits besiegelt. Mit 4:0 MP und 14:2 SP war das Spiel entschieden.

Doch spannend sollte es dennoch werden. So geriet Guido Müller zunächst in Rückstand, ehe er die Partie gegen Marcel Schaks (550) mit 581 auf einen 3:1-Sieg drehte. Noch enger wurde es für Andreas Hagemeyer, der mit 588:562 dem starken Schlussspurt von Reno Wehrmann trotzte und auch den letzten MP bei 2:2-Sätzen an der Elbe hielt. So stand ein sattes 8:0 für die Männer von Union 1861 Schönebeck bei 3504:3293 und 18:5 SP zu Buche, was nach 2001 wieder den Sieg im Landespokal bedeutete.

Bahnausfall und Überstunden

Neben all der Freude war auch aber eine Entschuldigung fällig, denn die Technik an der Barbarastraße streikte. So kam es am Sonnabend zu Ausfällen, die eine deutliche Verzögerung nach sich zog, während am Sonntag die Katastrophe einsetze. Zwei Bahnen fielen aus, sodass das Finale der Männer auf den Nachmittag nach dem Frauenspiel verlegt werden musste. „Wir bitten um Entschuldigung und hinterlassen ein herzliches Danke an alle Mannschaften, die nicht eine Sekunde lang über eine Beschwerde nachdachten. Ebenfalls danken wir Jens Bich und Pascal Schobes, sowie den Schiedsrichtern Lothar Krätsch und Helmut Kirchhof für ihre Überstunden, die sie an beiden Tagen ohne Weiteres in Kauf nahmen“, so Michael Hagemeyer von Union Schönebeck. Alle Beteiligten zeigten damit den fairen Umgang miteinander im Kegelsport. Das wurde am Wochenende wieder einmal bewiesen.