Schönebeck (hgu/kag) l Durch den Fußball erlangten unter anderem die Engländer Jack und Bobby Charlton, die in den 1960er-Jahren zur absoluten Weltklasse zählten, die holländischen Brüder Ronald und Erwin Koeman oder auch das dänische Brüderpaar Brian und Michael Laudrup internationale Bekanntheit durch ihren Spielstil. In Deutschland schrieben neben Fritz und Otmar Walter vor allem Karl-Heinz und Michael Rummenigge oder auch Ulrich „Uli“ und Dieter Hoeneß Geschichte. Eines der wohl schillerndsten Geschwister-Paare sind Jerome und Kevin-Prince Boateng, die nicht nur auf dem Platz, sondern oft auch daneben immer wieder auffallen. Vor allem das äußere Erscheinungsbild trägt dazu bei.

Feste Größen

Im deutlich kleineren Maßstab, um genau zu sein im Schönebecker Amateurfußball, und nur auf dem Platz, schrieben bei Chemie Schönebeck und dessen Nachfolgerverein Schönebecker SC eine Reihe von Fußball-Brüder-Paaren Geschichte. Am berühmtesten sind Bodo und Gerald Thiele. Für reichlich Furore sorgten bei der damaligen BSG Chemie Schönebeck auch Wolfgang und Bernhard Schalk. Alle vier Akteure wurden zu festen Größen in ihren jeweiligen Mannschaften.

Abwehrspieler Bodo Thiele verkörperte den modernen Typus eines Außenverteidigers - schnell, technisch stark und torgefährlich. Sein Bruder Gerald, der viel zu früh verstarb, machte sich einen Namen als Torjäger, der mit allen Mitteln den Abschluss suchte und oftmals fand. Er wurde mehrmals Torschützenkönig der Bezirksliga und half dem Team vor allem im Aufstiegsjahr 1977 mit seiner Kaltschnäuzigkeit.

Bilder

Nicht wegzudenken sind auch Wolfgang und Bernhard Schalk. Als Kapitän und Abwehrstratege gab Wolfgang dem Team viel Halt und Geschlossenheit. Sein jüngerer Bruder Bernhard glänzte im Mittelfeld als Ideengeber und seine Torgefährlichkeit war unübersehbar. Letztendlich hatten die vier genannten Schönebecker Fußball-Urgesteine großen Anteil an den Erfolgen der goldenen 1970er-Jahre der BSG Chemie.

Doch nicht nur Thiele und Schalk sind große Namen im Schönebecker Fußball. In den 1980er- und 1990er-Jahren überzeugten in der ersten Mannschaft die Brüder Uwe und Thomas Rienau zum einen als zuverlässiger Torhüter (Uwe) und zum anderen als Torjäger. Auch Torsten und Ulf Depda gehörten zu dieser Zeit zu festen Größen der jeweiligen ersten Mannschaft. Ulf überzeugte als kluger Mittelfeldspieler und Torsten als rustikaler, zuverlässiger Außenverteidiger.

Anfang bis Mitte der 1990er-Jahre standen Ortlef und Carsten Dentz im Team des Schönebecker SC - beide kamen vom TuS 1860 Magdeburg-Neustadt. Zur selben Zeit gehörten auch die Brüder Andreas und Enrico Kühl zum SSC-Team. Andreas war ein geschmeidiger Zehner, Enrico ein rustikaler Abräumer vor der Abwehr. Nicht unerwähnt sollte auch das Bruderpaar der BSG Motor Schönebeck, später Schönebecker SV 1861, Dietmar und Bernd Spohn bleiben. Auch sie schrieben Schönebecker Fußball-Geschichte und sind weiterhin in aller Munde.

Bis in die heutige Zeit hinein kristallisierten sich immer noch Geschwister heraus, die gemeinsam in Schönebeck ihrem großen Hobby nachgingen. Die Zwillinge Florian und Philipp Neugebauer durchliefen alle Teams der Nachwuchsabteilung des SSC und schafften dann gemeinsam den Sprung in die erste Herrenmannschaft. Derzeitige sind die Zwillinge für den Landesliga-Vertreter TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens aktiv. Zwei Mal pro Saison geht es somit gegen den Club, in dem die Zwillinge ausgebildet wurden, um wichtige Punkte.

Genau den gleichen Weg sind auch Fritz und Hannes Weidemeier gegangen. Seit ihrer Kindheit spielten sie in Schönebeck, bevor sich die Wege dann doch trennten. Während Hannes zur Saison 2016/2017 zum SV Fortuna Magdeburg wechselte, blieb Fritz in Schönebeck und schaffte erfolgreich den Sprung in die erste Männermannschaft.

Somit hatte fast jedes Jahrzehnt ein Bruderpaar, welches durch seine fußballerische Klasse auffiel.