Arnstedt/Schönebeck l Für Nils Kauffmann war es ein ganz besonderes Spiel. Der Mittelfeldmann vom Verbandsligisten Union Schönebeck führte als Kapitän die Mannschaft an. Und das gegen seinen Ex-Klub. Vor Beginn der Saison wechselte Kauffmann vom SV Edelweiß Arnstedt nach Schönebeck. Beim Wiedersehen mit den alten Bekannten wurde der 31-Jährige direkt zum Spielverderber. Zur Freude seiner neuen Teamkameraden. Per Seitfallzieher traf Kauffmann in der 81. Minute zum 1:1-Endstand.

Neue Innenverteidiger

Mit starken personellen Problemen kämpfte der Trainer Torsten Brinkmann vor dem Spiel. Denn keiner seiner Innenverteidiger reiste mit zum Auswärtsspiel. So fielen Benjamin Balder, Christoph Irmscher und Matthias Braunert aus. Aber für Brinkmann kein Problem. Der Taktiker zauberte kurzerhand eine neue Innenverteidigung aus dem Hut und Union agierte wieder mit einer Fünferkette. „Das war wohl so ein kleiner Geniestreich“, musste der Trainer lachend eingestehen. Denn die neuformierte Innenverteidiger-Kette bestand aus Philipp Neugebauer, Michael Herzog und Philipp Glage. Zur Verwunderung vieler. Denn normalerweise ist Glage für das Toreschießen zuständig und nicht fürs Verhindern. „Ich habe dann Kauff-mann auf der Sechs spielen lassen und wir haben im 5:1:3:1 gespielt“, erklärte Brinkmann. Insgesamt standen dem Coach nur elf Spieler zur Verfügung. Auf der Erstatzbank nahm Christopher Becker Platz, eigentlich der Ersatztorwart, „aber er wurde als Feldspieler aufgeführt, für Notfälle.“

Und der Plan des Trainers ging bestens auf. Denn in der ersten Halbzeit kassierte die neue Abwehr kein Gegentor und das gegen die drittbeste Offensive (54 Tore) der Liga. Aber geschossen hatte Union auch kein Tor und so ging es mit einem 0:0 in die Pause. Aber Brinkmann sah eine Mannschaft, die eine deutliche Steigerung im Vergleich zur Vorwoche zeigte. „Mannschaftlich und läuferisch war ich sehr zufrieden. Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft“, sagte der Coach.

Kauffmann trifft gegen Ex-Klub

Der Gastgeber ließ viel zu „und so konnten wir immer wieder von hinten heraus unsere Spielzüge neu aufbauen, ohne in Bedrängnis zu geraten“. Aber dann kam die 61. Minute. Nach einem Freistoß, knapp hinter der Mittelinie, flog das Spielgerät in den Strafraum der Unioner. „Der Ball sprang ungünstig auf den Elfmeterpunkt und am langen Pfosten stand ein Arnstedter völlig frei“, sagte Brinkmann. Besagter Spieler war Victor-Ramon Roldán-Arias, der sein 19. Saisontor erzielen konnte.

Unbeeindruckt davon spielte Union weiter. Und neun Minuten vor Ende der Partie war es dann Kauffmann, der zum umjubelten 1:1 traf. Nach einem Eckball von der linken Seite, getreten durch Marios Zelekou, wurde das Leder am ersten Pfosten verlängert und am zweiten wartete der Kapitän und vollendete sehenswert. „Das war wirklich ein schönes Tor“, musste auch Brinkmann anerkennen.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel. Im Vorfeld war bereits klar, dass es eine schwere Aufgabe werden wird. Das war ein ganz wichtiger Punkt“, fasste der Trainer das Spiel zusammen.

Union: Pingel - Neugebauer, Schäfer, Zelekou, Kauffmann, Glage, Lorenz, Herzog, Garmann, Schliemann, Dethlefsen Tore: 1:0 Victor-Ramon Roldán-Arias (62.), 1:1 Nils Kauffmann (81.) SR: Benjamin Petri (SV Irxleben); ZS: 74