Kleinmühlingen l Mario Katte kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Zudem stellt sich der Verein breiter auf. Recht familiär war die Stimmung vor dem Vereinsheim. Jeder kannte sich und hatte viel zu erzählen. Unter den anwesenden Personen stand er, unterhielt sich angeregt mit dem Noch-Coach des TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens, Christoph Berlau. Mario Katte, der ab der kommenden Saison den TSV trainieren wird, fand sich in einer gewohnten Umgebung wieder. Seit 31 Jahren ist er Mitglied im Verein und auch immer geblieben, egal wo er an der Linie stand. Im Jahr 2011 übernahm der Kleinmühlinger den Verein und blieb dort vier Jahre. Jetzt ist er wieder da. „Ich hatte fünf Angebote, auch aus der Verbandsliga, doch mein Entschluss stand fest. Es ist eine Herzensangelegenheit für mich. Die letzten vier Jahre haben mich sehr geprägt“, sagt Katte.

Aufstieg in die Verbandsliga

2015 zog es den Fußball-Lehrer weiter nach Schönebeck. In der Saison schaffte er mit Union Schönebeck den Aufstieg in die Verbandsliga, musste dennoch seinen Hut nehmen. Mit ihm zusammen wurden auch Jens Ulrich (Co- und Torwarttrainer) und Steven Matzke (Teammanger) vor die Tür gesetzt. Bereits in Ottersleben, die Station nach Schönebeck, arbeitete Katte mit Lutz Feickert (sportlicher Leiter) zusammen. Nun sind alle in Kleinmühlingen, zur Freude von Abteilungsleiter Oliver Kaiser. „Wir sind immer fair mit ehemaligen Spielern und Trainern umgegangen. Und wo man sich wohlfühlt, da kommt man gerne wieder zurück.“ Im Fall von Katte stimmt das. „Wir freuen uns riesig. Die Fans, allgemein das Umfeld, ist sehr familiär. So war es schon immer in Kleinmühlingen.“ Komplettiert wird das neue Team von Sven Bertram und Mario Sens, der Vorgänger von Berlau. Beide werden als Betreuer ihre Funktionen ausüben.

Damit stellt sich der Verein nicht nur breiter auf, sondern geht ganz neue Wege. „Wir wollen einfach schlagkräftiger auftreten und Hand in Hand arbeiten. Das Niveau und die Professionalität soll steigen“, erklärt Katte. Bisher kümmerten sich zwei Leute um alles. Kaiser, der zusätzlich auch der Trainer der Zweiten ist und Berlau selbst.

Auf den scheidenden Trainer halten in Kleinmühligen alle große Stücke. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat die Mannschaft einen großen Sprung gemacht. Die Messlatte für Mario liegt hoch“, sagt Kaiser und wird von Katte bestätigt.

Alle Türen stehen offen

Denn er und Berlau haben ebenfalls eine gemeinsame Vergangenheit in Kleinmühlingen. „Er war mein verlängerter Arm auf dem Platz. Unser Mittelfeldmotor“, so Katte. „Ich finde es sehr schade, dass er geht. Er hat es hier gut gemacht. Aber er ist noch jung und ihm stehen alle Türen offen.“

Doch das, was Berlau bereits von Sens übernahm, die Jugendspieler Schritt für Schritt zu integrieren, möchte auch Katte fortführen. „Der Grundstein ist gelegt. Nun müssen wir Schritt für Schritt die Erfolge einfahren.“ Aber das geht nur gemeinsam, so sieht es auch der neue Coach. „Wir müssen mannschaftlich geschlossen auftreten, nur dann können wir funktionieren.“

Und genau diese Eigenschaften haben dem Fußballfachmann in den vergangenen Jahren schlichtweg gefehlt. „Ich habe viel erlebt die letzten Jahre, sowohl von sportlicher als auch aus psychologischer Sicht.“

Nun soll aber alles besser werden und vor allem familiärer. Ein ganz wichtiger Punkt für Katte. Die Jahre bei Ottersleben und Schönebeck waren es in den Augen des Kleinmühlingers nicht. Eine Mischung aus alt und neu soll den TSV noch weiter nach oben bringen. „Wir werden uns schon Ziele stellen, aber die werden erstmal bescheiden ausfallen“, sagt Katte, der sich bei seinem Besuch am Vereinsheim auch gleich das Training anguckte. „Wir werden Gespräche führen. Mit einigen Spielern stehen wir auch schon in Kontakt“, aber mehr wollte Katte dann noch nicht preisgeben. Aber die ersten Schritte sind getätigt, mit einem Trainerteam dass sich auf die kommenden Aufgaben „richtig freut“.