Kleinmühlingen l Fußball war, ist und wird auch immer ein Mannschaftssport bleiben. Viele Trainer tun sich schwer, bestimmte Spieler hervorzuheben. Aber bei manchen kommt man da einfach nicht drumherum. In diese Erklärungsnot kam auch Mario Katte. Der Coach des TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens musste seinen Mannen erklären, warum besonders Benjamin Kollmann nicht außer Acht gelassen werden darf: „Er ist einer, der alle mitziehen kann. Er versprüht viel Selbstbewusstsein und kann seine Teamkollegen motivieren“, sagt Katte vor der Partie in der zweiten Runde des Fußball-Salzlandpokals gegen den SV Förderstedt. Wenn am Sonntag ab 14 Uhr der Ball rollt, erwartet der TSV-Coach „eine kampfbetonte, schwere und intensive Partie.“

Teams strotzen vor Euphorie

Die Voraussetzungen sind auf jeden Fall gegeben. In der Landesklasse IV schwimmen beide Teams derzeit auf einer Euphoriewelle, belegen die Plätze zwei (Förderstedt) und drei (Kleinmühlingen). Einer, der für den Erfolg in Förderstedt verantwortlich ist, besetzt die Stürmerposition: Kollmann. Acht Treffer aus drei Spielen lautet seine Quote. „Förderstedt hat qualitativ gut nachgelegt, vor allem auf den Schlüsselpositionen“, so Katte. Dazu zählt er Tobias Witte im Tor und auch Artan Isufi, Spiertrainer beim SVF.

Doch auch die Kleinmühlinger verstärkten sich gut. „Ich denke es wird ein 50:50-Spiel und auch eine kleine Standortbestimmung“, ist sich Katte im Vorfeld sicher. „Der kleine Heimbonus ist aber auf unserer Seite.“

Von den Lobeshymnen auf den guten Saisonstart und den namhaften Verstärkungen möchte Isufi derweil nichts wissen. „Wir verfallen nicht in Euphorie, sondern wollen nur Fußball spielen. Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“, macht der Coach des SVF deutlich. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Vier bis fünf Spieler werden am Sonntag nicht teilnehmen können, zudem sind Martin Gutsche (Knöchel) und Ehsan Rasooli (Schulter) angeschlagen. „Ich muss gucken, wer da ist. Aber irgendwie wird es schon gehen“, ist sich Isufi sicher.

Denn der SVF-Coach machte sich im Vorfeld schlau über den Gegner, tüftelte bereits einige Pläne aus, doch in die Karten schauen lassen möchte er sich nicht. „Wir nehmen das Spiel einfach so, wie es ist. Ich bin aber optimistisch trotz der schlechten Besetzung“, sagt Isufi.

Katte hingegen hegt einige Bedenken: „Ich hätte sie gerne erst im Punktspiel gehabt. So wissen sie für die Liga, wie wir spielen“, meint Katte. Der Coach bekräftigt allerdings auch, dass der Pokal für die Kleinmühlinger einen hohen Stellenwert hat, die Liga aber dennoch vorgeht.

Somit wartet auf die zahlreichen Fußballfans eine Art Endspiel und das schon in der zweiten Runde, zumindest was die bisherige Siegesserie der beiden Mannschaften angeht. „Natürlich möchte jeder als Sieger das Feld verlassen“, macht Katte die Wichtigkeit des Prestigeduells klar. Personell können die Kleinmühlinger derweil aus den Vollen schöpfen. „Jeder der auf dem Platz steht, ist sich der Aufgabe bewusst. Nur wer über die Schmerzgrenze geht, wird das Ding am Ende ziehen. 100 Prozent werden am Sonntag nicht ausreichen“, kommentiert TSV-Coach Katte. Alles ist angerichtet für ein großes Fußballfest, auf das sich beide Mannschaft bereits seit der Auslosung freuen.