Schönebeck l Der obligatorische Spielerkreis mit Sofort-Analyse des Trainers nach dem Spiel blieb diesmal aus. Torsten Brinkmann, Coach von Fußball-Verbandsligist Union Schönebeck, musste gar nichts sagen. Die Szene nach dem 1:1-Unentschieden am Sonnabend im Heimspiel gegen Kellerkind Haldensleber SC sprach Bände. Brinkmann war angefressen, unzufrieden und auch ein bisschen enttäuscht von seinen Männern.

Zwar blieb der Trainer nach dem Spiel gewohnt ruhig im Tonfall in der Analyse, aber die Worte waren klar und unmissverständlich. „Ich bin überhaupt gar nicht zufrieden“, sagte er. „Die Laufbereitschaft hat gefehlt, keiner hatte den Mut und das Selbstvertrauen für einen Pass in die Tiefe. Das war eine Katastrophe.“

Schon in der ersten Halbzeit spielte Union deutlich unter der Normalform. „Da hatten wir eine Fehlpassquote von 60 bis 70 Prozent“, sagte Brinkmann. „Das funktioniert so nicht.“ Trotzdem ging Schönebeck in Führung. Bezeichnenderweise erneut nach einem Standard, weil die Torchancen aus dem Spiel heraus einfach nicht gelingen wollten. Nach einer Ecke von Mathias Rhode von der linken Seite köpfte Nils Kauffmann aus dem Rückraum auf den zweiten Pfosten. Dort stand Florian Dethlefsen, der den Ball aus kürzester Distanz nur über die Linie drücken musste (12.). Natürlich freute sich der 25-Jährige über seinen vierten Saisontreffer, aber auch er war unzufrieden mit dem Spiel. „Es hat gar nichts geklappt bei uns“, sagte er. „Irgendwie tun wir uns gegen vermeintlich schwächere Teams immer schwerer.“

Und weil Pascal Hampel für die Gäste nach einem direkt verwandelten Freistoß (27.) noch vor der Pause ausglich, waren die Schönebecker gegen einen tief stehenden Gegner in der zweiten Halbzeit erneut gefordert. Der Wille war da, die Grün-Roten hatten Ballbesitz, probierten vor allem über die rechte Seite mit Bastian Lorenz und Philipp Neugebauer viel. Allein die Torchancen blieben eine Fehlanzeige, weil schon einfachste Offensivbemühungen kläglich ins Leere verliefen. „Es gab kein Kombinationsspiel, ich habe nicht einen Doppelpass gesehen“, meckerte Brinkmann. „Die Stürmer haben nicht gekreuzt, die Bälle wurden nicht festgemacht. Das ist zu wenig für die Verbandsliga. Wir können uns nicht nur auf Standards verlassen.“

Komfortabler Vorsprung

Trotzdem muss in Schönebeck keine blanke Panik ausbrechen. In der Tabelle hat der Aufsteiger weiterhin sieben Punkte Vorsprung auf den Haldensleber SC, der nach dem gestrigen Sieg von Grün-Weiß Piesteritz (1:0 in Elster) den ersten Abstiegsplatz belegt. „Das ist das einzige Positive. Wir haben Haldensleben auf Abstand gehalten“, sagte Brinkmann. Da schwang aber auch etwas Sarkasmus mit beim Trainer.

So blieben die Elbestädter auch im fünften Spiel in Folge ohne Dreier. Zum zweiten Mal in Folge gab es ein Remis. Das am Ende aber sogar glücklich war. Denn in der 90. Minute hatte erst Gästespieler Philipp Neubauer eine große Chance, sein Flachschuss strich knapp am Tor vorbei, eine Minute später semmelte Haldenslebens Tim Girke den Ball über den Kasten. Fast hätte also der defensiv stehende Außenseiter sogar noch drei Punkte entführt. Diese Schmach zumindest blieb Union erspart.

Union: Pingel – Neugebauer, Braunert, Zelekou, Kauffmann, Glage, Rhode, Garmann (46. Lorenz), Balder, Dethlefsen (86. Herzog), Schäfer

Tore: 1:0 Florian Dethlefsen (12.), 1:1 Pascal Hampel (27.)

SR: Amin Hamidi (Lok Stendal); ZS: 22