Calbe l Da saßen die Handballer der TSG Calbe in ihrer schmucken Hegersporthalle und trafen sich zum ersten Krisengespräch der noch jungen Saison in der Sachsen-Anhalt-Liga. Beim Training am Donnerstag hatte Coach Andreas Wiese seine Spieler zusammengerufen, um anderthalb Stunden lang über grundsätzliche Dinge zu sprechen nach der enttäuschenden 20:22-Niederlage zum Auftakt vor einer Woche bei der SG Kühnau.

„Wir haben klar angesprochen, was jeder dazu beitragen kann, dass die Emotionen in das Spiel zurückkehren“, sagt Wiese. Es ging beim Frage-Antwort-Spiel um Themen wie Selbstzweifel und fehlende Einstellung. Die Mannschaft hat verstanden und Wiese ein besseres Gefühl. „Auf emotionaler Ebene haben wir gegen Kühnau komplett versagt.“ Das soll und muss besser werden, wenn die Calbenser heute im ersten Heimspiel der Saison den BSV 93 Magdeburg empfangen. Anwurf ist um 17 Uhr. „Ich bin zuversichtlich, dass die Mannschaft eine große Schippe drauflegen wird. Dann können wir jede Mannschaft in der Liga schlagen.“

Konkret geht es gegen die starken Magdeburger darum, eine stabile Abwehr zu stellen. „Der BSV geht viel übers Kreuz und spielt viel mit dem kleinen Kreisläufer. Das müssen wir verhindern“, erklärt Wiese. Die Calbenser müssen die Zuspiele an den Kreis und das lockere Passen im Rückraum möglichst früh unterbinden. „Wir dürfen uns nur nicht hinten reindrängen lassen.“

Was gut sein könnte für die TSG: Auch der BSV 93 ist noch nicht eingespielt, verlor vor einer Woche sein Heimspiel gegen den SV Langenweddingen mit 26:27. „Zum Glück spielen wir gleich am Anfang der Saison gegen Magdeburg. Das könnte uns helfen“, so Wiese. Er vermutet, dass auch die Magdeburger noch nicht wieder perfekt eingespielt sind, obwohl sich personell nicht viel geändert hat. „Beim Spiel vor einer Woche stand die gleiche Stammsieben auf dem Feld“, sagt der Trainer. John Bade, Falko Nowak und Markus Völkel sind noch immer die Leitfiguren, die Calbe auch im HVSA-Pokalfinale im Frühjahr das Leben so schwer gemacht haben. Dafür fehlt dem BSV mit Robert Reiske ein wichtiger Rückraumspieler, der zum Liga-Kontrahenten HV Rot-Weiss Staßfurt gewechselt ist. „Wir erstarren aber nicht vor Ehrfurcht“, so Wiese.

Vor allem die Rückraumspieler Ronny Krause und Kevin Reiske nimmt der Coach in die Pflicht, nachdem Daniel Gieraths (Beruf) und Christoph Borzucki (verletzt) weiter fehlen werden. Auch Ron Barby (Urlaub) und Marius Harig (in Hannover im Einsatz) stehen Wiese nicht zur Verfügung. Dafür kehrt Mathias Walther in den Kader zurück und gibt dem Coach neue Optionen im Rückraum. „Wir müssen schnell spielen, an uns glauben und wieder Spaß haben“, gibt der Trainer vor. Klingt einfach, ist aber nicht nur im Handball der Schlüssel zum Erfolg. Heute ist die Mannschaft gefragt, die kleinen Rädchen im großen Getriebe ins Laufen zu bringen, damit die Calbenser den ersten Saisonerfolg einfahren.