Schönebeck l Für Dirk Schedlo, den Trainer der Frauenmannschaft der SG Lok Schönebeck aus der Sachsen-Anhalt-Liga, verlief die abgelaufene Saison mehr als positiv. Denn das Team beendete die Spielzeit als Tabellenfünfter. „Dafür, dass uns alle vor der Saison als Absteiger gehandelt hatten, bin ich mehr als zufrieden mit dem Verlauf der Saison“, so Schedlo. Dabei war für die Mannschaft noch mehr drin. Denn sechs Punkte trennten die Schönebeckerinnen zum dritten Platz.

Dritter Platz war möglich

Aber zum Ende der Saison kassierte die SG Lok vier Niederlagen in Folge und verspielte damit die Chance auf einen Medaillenplatz. Carolin Schedlo, Spielerin der Elbestädter, sagte nach dem vorletzten Spieltag der Saison: „Ich bin froh, dass die Spielzeit bald zu Ende ist.“ Denn vor allem die vielen Ausfälle bereiteten dem Trainer Bauchschmerzen. So fiel neben Luisa Bertelmann (verletzt) auch Cindy Degen und Isabell Krakau des Öfteren aus (beide Arbeit). „Somit fehlten mir die Alternativen auf der Bank. Hinzu kamen weitere Kleinigkeiten“, sagte Schedlo, die der Coach aber nicht weiter ausführen möchte. Der Trainer ist sich aber sicher, dass ohne diese Ausfälle deutlich mehr möglich gewesen wäre. „Der dritte Platz wäre durchaus drin gewesen, da bin ich mir sicher.“

Die SG Lok zeigte in einigen Partien dennoch, wie viel Potenzial in ihnen steckt. „Die Derbys gegen Calbe bleiben mir im Kopf“, sagt Schedlo. Beide Partien gegen die Saalestädterinnen konnten die Elbestädterinnen für sich entscheiden. Im Hinspiel in der heimischen Franz-Vollbring-Halle stand nach 60 Minuten ein 30:28-Erfolg auf der Anzeigetafel. Auch das Rückspiel ging mit 23:20 zugunsten der SG Lok aus. „Das wir zweimal gewinnen konnten, ist schon lange nicht mehr vorgekommen“, sagt Schedlo. Aber es war nicht immer alles schön im Verlauf der Spielzeit. Der Coach erinnert sich an die Partie gegen die BSG Aktivist Gräfenhainichen. „Da verlierst du durch Unkonzen-triertheiten. Die Niederlage war absolut nicht nötig“, fasst es Schedlo zusammen. 24:29 verloren die Schönebeckerinnen in der Fremde. Diese Fehlerchen kosteten dem Team im Endeffekt die bessere Platzierung.

„Es gab immer wieder Höhen und Tiefen in der Saison. Im Endeffekt würde ich aber trotzdem sagen, es gab mehr Höhen.“ Welche Spielerin sich über die Saison verbessert hat, kann und möchte der Coach aber nicht sagen. „Ich kann die Mannschaft hervorheben, die über die gesamte Spielzeit auf einem hohen Niveau gespielt hat“, meint der Trainer. Für Schedlo ist klar, „dass eine Spielerin ein Spiel nicht gewinnen kann. Da zählt die Mannschaft dazu. Es gab einige, die im richtigen Moment den Pass gespielt oder auch mal geschickt verzögert haben“, sagt Schedlo. Das war auch die Stärke des Teams. Auch wenn es nicht perfekt lief, alle bauten sich gegenseitig auf. „Das ist eigentlich das Highlight der Saison“, sagt der Coach und führt aus: „Es ist schön zusehen, dass wir Führungsspielerinnen besitzen, die in der Lage sind, den Rest mitzuziehen.“

Ein Neuzugang steht fest

Um auch in der kommenden Saison möglichst breit aufgestellt zu sein, befindet sich der Verein bereits in der Planung zur neuen Saison. Ein Neuzugang steht bereits fest. Anika Kracht vom Magdeburger SV 90 wechselt an die Elbe. Die Rückraumspielerin kann auf allen drei Positionen eingesetzt werden. „Wie wir sie im Endeffekt einflechten, sodass sie sich schnell in die Mannschaft einfügt, kann ich noch nicht sagen“, so Schedlo. Die SG Lok ist aber weiter interessiert an neuen Spielerinnen. Doch das gestaltet sich äußerst schwierig. „Wir können die Frauen nur mit einer guten Vereinsführung überzeugen. Es darf auch nicht vergessen werden, dass wir den Sport nur auf Amateurbasis bestreiten“, sagt der Trainer. Viele Spielerinnen seien unentschlossen „und haben Angst, dass sie ins kalte Wasser geworfen werden. Das ist aber nicht der Fall“. Bis zur Winterpause hofft Schedlo, dass Nicole Moschner zur Mannschaft zurückkehrt. Moschner nahm sich eine Auszeit, da sie Mutter geworden ist. Auch Karin Stagge soll wieder ein Teil des Teams werden.

In den kommenden Jahren soll der Großteil der Neuzugänge dann aus den eigenen Reihen kommen. Zur neuen Saison hat die SG Lok eine zweite Frauenmannschaft angemeldet. „Wir hatten viele Nachfragen und haben uns für diesen Schritt entschlossen“, erklärt Schedlo, der auch als Abteilungsleiter tätig ist. Da die SG Lok keine A-Jugend besitzt, wird das Team aus Spielerinnen der A- und B-Juniorinnen bestehen. „Es soll das Fernziel sein, dass wir in ein oder zwei Jahren auf diese Spielerinnen zurückgreifen können.“ Trainiert wird die Zweite von Jenny Walther und Mark Illig.

Schmerzlich für den Trainer hingegen ist der Abgang von Janka Bauer, die ihre Karriere beendet. „Spielerisch und menschlich ist das sehr schade. Ich hoffe, dass sie dennoch des Öfteren in der Halle anzutreffen sein wird.“ Weitere Wechsel gibt es noch nicht. Auch wenn der Abgang schmerzt, die Mannschaft wird das kompensieren können und motiviert in die neue Saison starten. Vielleicht ist diesmal der dritte Platz möglich.