Schönebeck l Diese Partie lebte von den Emotionen. Auf Seiten des Gastgebers SG Lok Schönebeck ausgehend von Trainer Sebastian Roost, der seine Spieler immer wieder anfeuerte und motivierte. Dieser Funke sprang auf die Mannschaft über. Auf der anderen Seite waren es eher die Spieler der HSG Osterburg, die auf der Platte nach Toren immer wieder die Faust ballten, sich abklatschten und motivierten. Florian Skorz stand meist vor seiner Bank. Aber im Verlauf der Partie wurde seine Gangart immer nervöser. Dafür wurde der Jubel beim Coach umso lauter. Denn in einer packenden Partie war es seine Mannschaft, die spät das Spiel drehte und mit 29:26 (15:10) gewann.

Erste Hälfte verschlafen

Enttäuschung herrschte derweil bei den Hausherren. Wieder wurde viel investiert. Wieder blieb das Glück am Ende aus. „Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen“, sagte Roost im Nachgang. Osterburg nutzte das konsequent aus und ging durch drei Tore von Philipp Kiebach schnell in Führung (3:0, 2.). Erst danach wachte Lok auf, lief von diesem Zeitpunkt an aber nur hinterher. Während Skorz spielerisch nicht viel zu meckern hatte, machten ihm Verletzungen sorgen. Till Doberkau musste früh die Platte verletzungsbedingt verlassen. Andreas Kuhl-mann war angeschlagen „Wir standen früh mit dem Rücken zur Wand. Wie meine Jungs das im Endeffekt lösen, war einfach nur stark.“

Während die HSG also besinnlich in der Kabine saß und sich auf die zweite Hälfte vorbereitete, wurde es bei den Hausherren gehörig laut, wie Roost im Nachgang sagte. „Es mussten einige Dinge angesprochen werden. Ich war mit der Einstellung der Mannschaft gar nicht zufrieden und das habe ich ihnen klar gemacht.“

Und der Paukenschlag zeigte Wirkung, auch weil die HSG „die ersten fünf bis zehn Minuten schläfrig aus der Kabine“ kam. Plötzlich war die SG Lok da. „Wir sind dann auch mal ins Eins-gegen-eins gegangen“, sagte der Lok-Coach. Treffer um Treffer holte Schönebeck auf und erzielte in der 42. Minute den Ausgleich.

Bei Osterburg lief in der Phase wenig zusammen. Paul Zierke musste dann auch noch mit einer Roten Karte die Platte verlassen (40.) und da witterte Schönebeck die Möglichkeit. Die Altmärker spielten nervös, zeigten Schwächen im Abspiel. Nutznießer einer dieser Situationen war Florian Willner, der den Gastgeber in Führung brachte (20:19, 45.).

Aber Osterburg blieb dran. Auch weil Kiebach sich immer wieder aus den Fängen seiner Bewacher löste und die Räume für seine Mitspieler frei machte. Zudem überzeugte Philip Zerrahn mit wuchtigen Würfen aus dem Rückraum, bei denen Leon Dobertin im Kasten der SG Lok nur wenige Abwehrchancen hatte.

Und die letzten fünf Minuten hatten es dann in sich. Schönebeck führte mit einem Tor, verfiel dann aber in alte Schwächen. Vor dem Tor flatterten die Nerven. Entweder der Pfosten oder der starke Anton Feindt im Kasten der HSG waren zur Stelle.

„Stark angefangen, dann geschwächelt, am Ende aber die Punkte, die wir holen müssen, gerettet“, fiel das Fazit von Skorz aus. Auf der Gegenseite wirkte Roost niedergeschlagen. „Phasenweise war das gut. Es ist aber noch nicht das, was ich mir vorstelle“, so Roost.

SG Lok: Dobertin, Knörich - Minet (3), Kessel, Schulz, bauer (4/1), Willner (8), Bullmann (2), Riedel (2), Thiedig, Karau, Meyer, Ernst (4), Krause (3)

Osterburg: Feindt, Götzky - Zerrahn (6), Kiebach (11/6), Th. Kuhlmann (2), Resener (1), A. Kuhlmann, Justin Hallasch (2), Till Dobberkau (1), Zierke (4), Fieseler (2)

Siebenmeter: SG Lok 1/5 - HSG 6/6 Zeitstrafen: SG Lok 1 - HSG 4 Rote Karte (o.B.): Paul Zierke (Osterburg, 40.)