Calbe l Doch die Vorbereitung für die Handballerinnen der SG Lok Schönebeck beginnen mit einer Hiobsbotschaft. Bei einem Handball-Lehrgang am vergangenen Wochenende brach eine Schulterverletzung bei Carolin Gress, Spielerin der SG Lok, wieder aus. Die Linkshänderin und Leistungsträgerin wird länger ausfallen und somit nicht für die anstehende Sachsen-Anhalt-Liga-Partie gegen die TSG Calbe zur Verfügung stehen. Ein herber Verlust für die Sieben um Trainer Dirk Schedlo. „Da müssen wir Lösungen finden“, sagt der Übungsleiter. Gerade, als Schönebeck wieder etwas aufatmete auf Grund der Vielzahl an Verletzten.

Bei der TSG Calbe hingegen sieht es etwas besser aus. Auch wenn es in dieser Woche „ein paar kranke“ gab, macht sich der TSG-Coach Ronald Kampe darüber keine Gedanken. „Hinter diesem Vorwand wollen wir uns nicht verstecken“, bekräftigt Kampe. Denn spielerisch steht für beide Teams viel auf dem Zettel. Mit einem Erfolg hält das jeweilige Siegerteam Anschluss an das obere Tabellendrittel. Sowohl Schönebeck (5., 12:10 Punkte) als auch die TSG (6., 11:11 Punkte) sind in Schlagdistanz zum SV Oebisfelde (4., 14:8).

Derbycharakter spürbar

Wie sich so ein Derbysieg anfühlt, das wissen die Saalestädterinnen genau. Das Hinspiel in der Franz-Vollbring-Halle gewann die TSG mit 24:20. „Das war eine konstante Leistung. Da haben wir das Spiel bestimmt und unsere Chancen gemacht“, so der TSG-Trainer. Auch Schedlo ist der Meinung, dass Calbe „den größeren Siegeswillen“ besaß.

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Nun, im Rückspiel, will die SG Lok es besser machen: „Dieser Wille muss auch in die Köpfe meiner Mannschaft rein. Es ist ein anderes Spiel. Wir fangen wieder bei Null an“, sagt Schedlo. Aber auch die TSG ist auf Punkte aus, auch wenn in den vergangenen Spielen nicht immer alles nach Plan lief. „Wir agieren im Angriff zu statisch und dann verlieren wir den Faden“, meint Kampe. Denn die Offensive der TSG ließ zuletzt viele Chancen liegen. Genau das wollen die Calbenserinnen abstellen, um auch den zweiten Derbyerfolg der Saison einzufahren.

Der Tabellennachbar haderte in letzter Zeit aber auch etwas mit der Konstanz. Auch wenn die Partie gegen den TuS Magdeburg-Neustadt klar mit 30:20 gewonnen wurde, „dürfen wir gegen Calbe nicht wieder in der 40. Minute einen Gang herausnehmen“, so Schedlo. Der Respekt gegenüber dem Gegner ist also auf beiden Seiten vorhanden.

In einem Derby ist allerdings immer alles möglich. Dieses Spiel setzt andere Kräfte frei. Während es für Kampe „ein ganz normales Spiel“ ist, denn der Coach kommt es Magdeburg, kribbelt es bei Schedlo da schon etwas mehr. „Der Derbycharakter ist schon vorhanden. An so ein Spiel geht man doch anders heran“, sagt der SG Lok-Coach.

Bei der Mannschaft der TSG Calbe sieht es ähnlich aus, da ist sich zumindest Kampe sicher. „Bei den Mädels selbst ist das zu spüren. Sie sind fokussierter“ Denn die Mannschaften kennen sich untereinander, wissen wie es ist, so ein Spiel zu verlieren.

Es bleibt abzuwarten wie das Spiel verläuft. Während die SG Lok erneut vom Verletzungspech verfolgt wird, hadern die TSG-Spielerinnen mit sich selbst. Daher gibt Kampe eine Prognose für die Partie ab: „Wer schnell und vor allem besser in das Spiel kommt, wird den Vorteil auf seiner Seite haben“, ist er sich sicher.