Schönebeck l Nichts war es mit dem Aufschwung nach dem zweiten Saisonsieg im Derby beim HC Salzland 06 (28:24).Es war kaum vorstellbar, dass diese Mannschaft, die in Staßfurt nur eine Woche zuvor noch vor Selbstvertrauen und Spielwitz nur so strotzte, die gleiche sein sollte, die da gerade gegen die Magdeburgerinnen unterging. Wahnsinnige 57 Angriffe haben die Schönebeckerinnen nicht erfolgreich zuende gebracht. Die insgesamt 13 Paraden der MSV-Torhüterinnen fielen dabei schon gar nicht ins Gewicht. Vielmehr waren es die 25 Regel-Technik-Fehler sowie die 19 Fehlwürfe, die ein Ausdruck der enormen Unsicherheit der SG Lok waren. „Mit so vielen Fehlern kann man nicht gewinnen“, fiel auch das nüchterne Fazit von Trainer Dirk Schedlo aus.

Zugegeben, personell sah es erneut nicht rosig aus, lediglich eine Feldspielerin saß noch auf der Bank. So konnte zuweilen ein Angriffs-Deckungs-Wechsel mit Lilli Hoffmann und Stevie Vester-Mittwollen vollzogen werden. Nach der Roten Karte gegen Katharina Depta (48.) aufgrund eines Fouls als letzte Spielerin fiel allerdings auch diese Alternative weg.

Im Angriff haderte Schönebeck nicht nur mit der Trefferquote, sondern vor allem mit der eigenen Form. Von der Unsicherheit hatten sich alle anstecken lassen. Beispiel: Nach Ballgewinn in der Abwehr ging es im Konter mit Depta schnell nach vorn, doch Steffi Sauer verlor den Ball. Auch in der Abwehr verpufften die Versuche, Ballgewinne oder schwere Würfe zu erzwingen. Die 5-0-1 mit Stevie Vester-Mittwollen auf Spitze gegen Anika Kracht verpuffte quasi wirkungslos. Und dann kam auch noch Pech hinzu. In einem Angriff warf erst Stevie Vester-Mittwollen an die Querlatte, den Abpraller setzte Lisa Wolf an den Pfosten.

Einzig Lok-Keeperin Liza Nowicki zeigte gegen die Gäste weitgehend Normalform, verhinderte mit ihren 16 Paraden in den gesamten 60 Minuten sogar eine noch schlimmere Niederlage.

In den letzten Minuten gab es ständig das gleiche Bild. Magdeburg konterte. Magdeburg traf einfache Würfe. Magdeburg schraubte das Ergebnis schmerzlich nach oben.

Beim anschließenden gemeinsamen Essen, als der harte Kern der Mannschaft im Nebenraum zusammensaß, konnte allerdings schon wieder gelacht werden. Schnell abhaken und auf das nächste Spiel konzentrieren ist sicherlich die beste Art, mit der Pleite umzugehen. Denn mit dem SV Union Halle-Neustadt II steht am Sonnabend, 19. Dezember, ab 17.30 Uhr erneut eine sehr schwere Aufgabe bevor. Aber das galt auch vor der Partie beim HC Salzland 06.

Lok Schönebeck: Hecker, Nowicki – Wolf (6), Hoffmann (4), Bauer (2), Depta (2), Krause, Sauer, Mittwollen (6), Bullert (1)

Magdeburg: Buchholz, Joneck, Pflanz – Kracht (3), Horn (10), Zunkel (12), Lincke (6), Reß (2), Barth (4), Körtge

Siebenmeter: Schönebeck 2/0 – Magdeburg 9/5; Zeitstrafen: Schönebeck 4 – Magdeburg 0; Rot: Katharina Depta (Foulspiel, 47:53 Minuten) -Schönebeck-