Schönebeck l In Sachen Motivation kennt sich Drik Schedlo bestens aus. Leidenschaftlich agiert er als Trainer der Handball-Frauenmannschaft SG Lok Schönebeck an der Linie und fiebert mit. Dabei baut er seine Spielerinnen bei Fehlern immer wieder auf, sorgt dafür, dass bei Rückständen der Kopf nicht nach unten geht. Diesmal ist aber nicht Schedlo der Initiator einer ganz besonderen Aktion. Der Hauptsponsor AWS (Aluminiumwerk Schönebeck), in Person von Inhaber Mathias Groß, lädt die Mannschaft nach dem Duell gegen den HC Salzland 06 zum Abendessen für die Saisonleistung ein. „Es ist eine kleine Motivationsprämie. Je besser, desto größer wird diese“, scherzt Schedlo vor der Partie, die morgen um 14 Uhr in der Franz-Vollbring-Halle angepfiffen wird.

Platz fünf verteidigen

Denn tabellarisch ist ein Sprung auf Platz vier nicht mehr möglich, ein abrutschen aber. „Wir wollen die zwei Punkte und den fünften Rang absichern, ohne das wir auf die anderen schauen müssen“, gibt der Übungsleiter die Marschroute vor. Denn Groß wird sich das Spiel in der Halle ansehen, eine Niederlage würde die Stimmung am Esstisch drücken.

Durch die Motivationsspritze hofft Schedlo, dass seine Mannschaft auch im letzten Saisonspiel die gewohnte Leistung abrufen kann. Zeit zum trainieren blieb den Schönebeckerinnen eigentlich genug. Das vergangene Spiel ist zwei Wochen her. „Wir konnten aber kein Tempo aufnehmen. Durch das Osterfest fielen Einheiten aus“, bemängelt Schedlo. Der Rhythmus ist nicht gegeben.

Und jetzt kommt es zum Lokalduell. Gegen einen „wiedererstarkten Gegner“. Denn der HC Salzland zeigte sich zuletzt von seiner besseren Seite, auch wenn die erhofften Ergebnisse zum Teil ausblieben. „Es ist eine Mannschaft, die schnell spielt“, sagt Schedlo. Und daher steht für sein Team fest: „Das müssen wir unter Kontrolle bekommen. Da müssen wir vernünftige Arbeit leisten“, so der Übungsleiter, der das Spiel keineswegs auf die leichte Schulter nimmt.

Und auch Sylvia Breitenstein, Trainerin des HCS, macht klar: „Derbys bleiben Derbys, egal wie die Tabelle aussieht. Da ist besonders viel Adrenalin vorhanden. Wir wollen gewinnen und den Gegner ärgern.“ Doch schon das Hinspiel in Staßfurt war eine eindeutige Angelegenheit für die Elbestädterinnen (32:19).

Bei diesem Vorhaben werden auf jeden Fall die drei langzeitverletzten Carolin Gress, Liza Nowicki und Anika Kracht nicht helfen können. Auch Maida Sejdovic wird arbeitsbedingt kein Spiel mehr in dieser Saison absolvieren. „Das tut natürlich weh“, bedauert Schedlo. Somit werden die Schönebeckerinnen mit dem vorhandenen Personal auskommen. „Ich traue aber allen sehr viel zu“, blickt Schedlo optimistisch voraus.