Volksstimme: Wie sind Sie zum Handball gekommen?

Lucas Marschall: Mein Cousin war damals schon bei den „Minis“ des Calbenser Handballs aktiv, daher bin ich dann mal mitgegangen. Da ich schon immer sehr aktiv war und meine Eltern schon damit rechneten, dass ich wahrscheinlich nicht nur zuschauen, sondern auch mitmachen möchte, gaben sie mir gleich Sportsachen mit. So war es im Endeffekt auch, mir hat es sehr gefallen und ich habe mich sofort wohl gefühlt. Von diesem Moment an war ich dabei.

Vielfalt fasziniert

Was fasziniert Sie an der Sportart?

Damals war es wahrscheinlich einfach die Bewegung und die Zeit, die man mit anderen Kindern verbringen konnte. Die meisten wurden dann auch recht schnell zu Freunden. Aus heutiger Sicht hingegen sind es einfach die Vielfalt, Schnelligkeit oder die schnelle Anpassung, die dieser Sport einem abverlangt. Außerdem ist es immer schön, in einem Team zu trainieren und weil es für mich einfach spannender ist, als andere Mannschaftssportarten, wo ein Ball mit anderen Körperteilen bewegt wird.

Sie haben ihre Karriere in Calbe begonnen. Wie lang haben Sie dort gespielt und wie ging es danach weiter?

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Seit meinem fünften Lebensjahr bin ich in Calbe beim Handball dabei. Nach den Anfängen unter „Tante Doris“ (Doris Weinberger, Anm. d. Red.), die auch heute noch die „Minis“ in Calbe betreut, ging ich durch die wertvolle Handballschule von Heike und Frank Falke. Zudem konnte ich im Jugendbereich unter den Fittichen von Trainer Eckard Rätzel Erfahrungen in der Landesauswahl sammeln. Anschließend habe ich für die erste Männermannschaft in Calbe gespielt. Im Jahr 2016, zu diesem Zeitpunkt war ich 20, folgte dann der Wechsel nach Bernburg, wo ich also jetzt insgesamt vier Jahre verbrachte.

Welche Erfahrungen konnten Sie in der 3. Liga beim SV Anhalt sammeln?

Zum einen ist da natürlich die gesammelte Matchpraxis in einer höheren Spielklasse und zum anderen war es großartig, mit Jungs zusammen zu spielen, die ich von früher aus der Landesauswahl kannte. In großen Hallen mit über 2000 gegnerischen Zuschauern sowie als Gegenstück dazu in engen Hallen wie in Bernburg oder wie es viele Calbenser aus den Zeiten der Zuckerfabrik kennen, zu spielen und dort entsprechend mit Druck umgehen zu müssen – das ist eine besondere Erfahrung.

Wie kam es zum Entschluss, zurück nach Calbe zu wechseln?

Der Kontakt entstand über Andreas Wiese. Als mit Bernburg alles abgeklärt war, folgte auch ein persönliches Gespräch mit ihm und TSG-Abteilungsleiter Gunnar Lehmann. Die Entscheidung, zurück nach Calbe zu gehen, kam von meiner Seite aus. Bernburg hätte sehr gern mit mir verlängert, aber aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit in der Sportklinik Halle wurde der zeitliche und auch körperliche Aufwand im Endeffekt einfach zu hoch. Außerdem steht auch eine private Veränderung bevor. Meine Freundin und ich planen den Bau eines Hauses in Calbe, was zukünftig wahrscheinlich auch mehr Zeit in unserem Leben einnehmen wird. Ich habe mich in Bernburg immer sehr wohl gefühlt, weil ich auch von Anfang an gut aufgenommen wurde. Aus diesem Grund wird der Kontakt dorthin voraussichtlich weiterhin bestehen, denn es laufen momentan Gespräche über eine Tätigkeit als Athletiktrainer.

Sie haben Calbenser Stallgeruch. Welche Spieler kennen Sie noch aus dem aktuellen Kader?

Kurz und knapp: Alle außer Marc Stapf. Aus diesem Grund freue ich mich auch sehr auf Calbe und darauf, dass ich mit den Jungs von „früher“ noch mal zusammen spielen kann.

Ihr neuer Trainer Andreas Wiese bezeichnet Sie als Königstransfer. Wie gehen Sie damit um?

Ich fühle mich natürlich sehr geehrt, aber andere Jungs aus der Mannschaft haben auch schon Erfahrungen in einer höheren Spielklasse sammeln können und spielen einen guten Ball. Ich werde natürlich versuchen, meine Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren sammeln konnte, mit einzubringen.

Welche Ziele haben Sie mit der TSG?

Aus persönlicher Sicht möchte ich mich natürlich erstmal bestmöglich in die Mannschaft integrieren und sie unterstützen. Ich denke, in erster Linie gilt es, zusammen mit dem Trainer ein Konzept zu finden und dieses so gut wie möglich umzusetzen. Wenn das alles funktioniert, würde ich mich freuen, im vorderen Bereich der Liga mitspielen zu können.