Mieste/Schönebeck l Bei seiner Verabschiedung hat Martin Schröder dem Verein gesagt, dass er immer einspringt, wenn es brenzlig wird. Und der Handballer der SG Lok Schönebeck hat Wort gehalten. Aufgrund der akuten Personalnot ging der Sachsen-Anhalt-Ligist auf Schröder zu, der sofort bejahte. Neben ihm stand auch Sebastian Roost wieder auf der Platte. Aufgrund einer Knieverletzung widmete sich Roost nur noch der Traineraufgabe im Verein. In seinem Kurzeinsatz überzeugte aber auch er, denn nur knapp fünf Minuten stand er auf der Platte, erzielte ein Tor und jubelte im Anschluss an das Relegationsspiel zusammen mit seiner Mannschaft. Die Elbestädter haben durch den 22:21 (9:9)-Erfolg gegen die HSG Altmark West einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht.

SG Lok-Fans als Rückhalt

Unterstützt wurde das Team von einer Vielzahl an Fans, die extra einen Bus gemietet hatten und die Halle in Mieste in ein Tollhaus verwandelten. Für den Abteilungsleiter Dirk Schedlo war das „ein Segen und ein Fluch, wobei der Segen deutlich größer war. Das war einfach Wahnsinn.“ Der Fluch hingegen war, dass sich die Spieler durch die „Bambule“ auf der Platte anbrüllen mussten.

Vor allem für Schröder, der quasi neu in die Mannschaft rückte, ein großes Problem. Durch seine Erfahrung machte er aber alles wett, wurde zu einer wichtigen Säule im Spiel und trug sich mit drei Treffern in die Torschützenliste ein. Seine Zusage für das zweite Relegationsspiel am kommenden Sonnabend hat er gegeben.

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Doch nicht nur Roost und Schröder stellten sich in den Dienst der Mannschaft, auch Hans-André Kessel, der mit einem geschwollenen Fuß spielte und fast die gesamte Zeit auf dem Platz stand, trug zur Einheit bei.

In die Partie kamen die Schönebecker trotz großem Kampfgeist nicht wirklich. Das lag aber auch daran, dass die HSG Altmark West das Tempo sehr verschleppte oder den Spielfluss unterbrach. Zum Beispiel durch den Einsatz des Wischers, der entweder sehr verspätet auf das Spielfeld trat, um die Platte zu trocknen, oder erst gar nicht kam. Daher schaffte es auch kein Team, sich abzusetzen.

In der Halbzeitpause tüftelten Roost und seine Männer am richtigen Plan, der kurz darauf in die Tat umgesetzt wurde. Drei Treffer in Serie sorgten für eine 12:9-Führung, die später auf vier Tore ausgebaut wurde (14:10, 39.). In der Folge verfiel das Spiel in alte Muster, denn die SG Lok hielt den Vorsprung nicht (20:20, 58.).

In diesem Moment war einer immer noch hellwach. Schröder erzielte 22 Sekunden vor dem Ende die 22:20-Führung und sorgte damit auf der Rückfahrt für eine ausgelassene Stimmung im Bus.

SG Lok: Dobertin - Kessel (3), Schulz, Bauer, Haverland (6/4), Willner, Bullmann (1), Riedel (3), Thiedig, Roost, Ernst (5), Schröder (3)

Zeitstrafen: SG Lok 5 - HSG 3

Siebenmeter: SG Lok 4/7 - HSG 3/4