Schönebeck l Mit einem klaren Erfolg zog Lok Schönebeck ins Final-Four des HVSA-Pokals ein. Matchwinner wurde jemand, der eigentlich bei der Arbeit sein sollte. Robert Knörich hätte eigentlich gar nicht beim Spiel dabei sein dürfen. Der Lok-Keeper war zur Spätschicht bei seinem Arbeitgeber in Brumby eingeteilt worden. „Aber ich durfte die 2,5 Stunden für das Spiel freimachen“, berichtete er, hat sogar Überstunden dafür eingesetzt. Und so trudelte der 29-Jährige kurz vor dem Spiel ein, wurde mal fix in nur zehn Minuten eingeworfen, ohne Dehnung oder Warmlaufen, und stand von Beginn an zwischen den Pfosten. Obwohl Knörich nach dem Spiel wieder zur Arbeit musste, war er wahnsinnig fokussiert und konzentriert. Sehr zum Leidwesen der Gäste, die insgesamt 20-mal an ihm scheiterten. Die Krone setzte sich der Lok-Keeper in der zweiten Hälfte auf, als er bis zu seiner Auswechslung in der 51. Minute drei Siebenmeter parierte. „Hut ab vor der Leistung und seinem Einsatz“, betonte Trainer Henning Stapf. „Und Dank gebührt natürlich dem Arbeitgeber, dass so etwas möglich ist.“

Hohe Konzentration

Wie Knörich war das gesamte Team sehr konzentriert. „Wir haben gegen TuS Magdeburg-Neustadt nach einer 4:1-Führung nachgelassen, sodass es ein enges Spiel wurde. Das wollten wir diesmal vermeiden.“ Und Schönebeck zog nach dem 1:1-Ausgleich der Gäste zum 8:1 davon. „Wir haben über die gesamte Spielzeit eine große Leidenschaft gezeigt. So wollten wir es machen. Respekt vor der Leistung.“ Nur Anfang der zweiten Hälfte bäumte sich Seehausen kurz auf, beziehungsweise war Lok etwas unkonzentriert, als SG-Keeper Christoph Nöring vier Würfe in Folge parieren konnte. Mit 15 Paraden in der zweiten Hälfte verhinderte er ein größeres Debakel für seine Mannschaft.

Knörich läuft heiß

Auf der anderen Seite war Robert Knörich längst heiß gelaufen, schickte nach seinen Paraden Kevin Krause oder Marvin Ernst mit langen Pässen in den Konter. Zum 23:13 durch Krause war der erste Zehn-Tore-Vorsprung hergestellt. Am Ende gab es nur noch die Frage, ob den Gastgebern der 40. Treffer gelingen würde. Doch Kreisläufer Stefan Kazmierowski und Rechtsaußen Denny Schulz scheiterten jeweils am Keeper, sodass es bei den 39 Toren blieb. „Ich bin froh, dass ich endlich wieder ein gutes Spiel hatte, wobei mir auch unsere Abwehr sehr geholfen hat“, betonte Knörich – und verschwand wieder in Richtung Spätschicht. „Wir freuen uns, zum erlauchten Kreis der Finalteilnehmer zu zählen“, sagte Stapf. Neben Schönebeck sind die Sachsen-Anhalt-Ligisten Biederitz, Langenweddingen und Kühnau dabei. „Das sollte Ansporn für die letzten Spiele des Jahres sein. Das Final-Four wird dann ein echtes Highlight für uns. Wir können ganz unbeschwert auftreten und werden sehen, was am Ende dabei für uns herausspringt.“

SG Lok Schönebeck: Knörich, Weidner – Bauer (9), Kazmierowski (2), Riedel (3), Meißner (5), Schröder (7), Schulz (2), Krause (7), Ernst (4)

Siebenmeter: Schönebeck 3/1 – Seehausen 6/3; Zeitstrafen: Schönebeck 2 Seehausen 2