Glinde/Schönebeck l Zwei Jahre mussten beide Sachsen-Anhalt-Liga-Vereine warten. Der Glinder HV „Eintracht“ erwartet die SG Lok Schönebeck zum Lokalderby. Es scheint so, als hätten sich beide Teams im Vorfeld viel Motivation geholt. In der vergangenen Woche sammelte sowohl die SG Lok Schönebeck als auch der Glinder HV „Eintracht“ aus der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga reichlich Selbstvertrauen. Die Schönebecker spielten sich regelrecht in einen Torrausch (40:23 gegen Wolfen). Glinde hingegen schaffte ein 23:23-Unendschieden gegen den Favoriten auf den Staffelsieg, HV Rot-Weiss Staßfurt. Nach dem verpatzten Saisonstart scheinen beide Teams wieder in die Spur gefunden zu haben und das genau pünktlich zum wohl wichtigsten Spiel der Saison. Zwei Jahre mussten beide Teams warten. Zuletzt duellierten sie sich nämlich damals in der Verbandsliga. Doch am Sonnabend ist es soweit. Ab 17 Uhr treffen der Glinder HV „Eintracht“ und die SG Lok Schönebeck aufeinander. Die Partie wird nicht nur von den Fans mit Hochspannung erwartet.

Auch beide Mannschaften sind heiß, wollen den jeweils begonnenen Trend fortsetzten. „Meine Spieler brennen auf das Spiel“, sagt Lok-Coach Sebastian Roost, der vor wichtigen Spielen steht. Erst Glinde, am kommenden Wochenende gegen die TSG Calbe. „Am Montag war das Training hart“, gibt er zu. Doch vor den wichtigen Spielen will er auf Nummer sicher gehen. „Wir werden voll auf Sieg gehen. Die Mannschaft ist fähig und hat einen Schritt nach vorne gemacht. Wir brauchen uns vor keinem verstecken“, so Roost, der mit viel Vorfreude auf die Partie blickt. Zudem wird die Bank gut besetzt sein, einzig Danny Schulz (Urlaub) steht nicht zur Verfügung.

Aufatmen bei Pysall

Und wie sieht es beim Nachbarn aus? Auch da kann Coach Peter Pysall aufatmen. Nach zwei Wochen mit wenig Personal, stehen ihm nun weitere Alternativen zur Verfügung. Neuzugang Dustin Pessel, Nils Rosemeier und Eike-Christian Herrmann sind wieder einsatzbereit. Auch Julian Bauer hat Zeit gefunden, um beim wichtigen Lokalderby dabei zu sein.

Unter der Woche sah es allerdings etwas anders aus. Während sich die Lok-Spieler also akribisch vorbereiteten, mussten die Glinder ihr Training erneut abändern. Vier gegen vier wurde gespielt, „damit wir ein bisschen Praxis sammeln“, erklärt Pysall. Mehr war nicht möglich.

Auch wenn die Vorzeichen, zumindest personell gesehen, erneut nicht ganz so rosig stehen für die Glinder, ist sich der Übungsleiter sicher: „Da wir zuhause spielen, wollen wir diesen Bonus nutzen und unseren Trend, den wir in Staßfurt begonnen haben, fortsetzen. Dieses Ziel verfolgen allerdings auch die Schönebecker, die nach dem deutlichen Erfolg in der Vorwoche Blut geleckt haben. „Ich werde in dieser Saison nicht sagen, dass wir irgendwo hinfahren, um dort zu verlieren. Das habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen“, macht Roost deutlich. Die Marschroute ist also klar.

Roost will mit Tempo spielen

Doch auch die Glinder sind auf zwei Punkte aus, daraus macht Pysall keinen Hehl. „Wir wissen aber auch, dass es für uns in der Liga nicht einfach werden wird“, so der erfahrene Handball-Coach. Die Schönebecker treten dennoch mit einer großen Portion Respekt die wohl kürzeste Auswärtsreise der Saison an. „Die Glinder sind dennoch ein schwerer Gegner. Sie haben eine körperlich robuste Mannschaft. Daher müssen wir versuchen mit Tempo zu spielen. Auch unsere Abwehr und die Torhüter müssen gute Leistungen abrufen“, weiß Roost.

Die Vorfreude in beiden Lagern ist groß. Jetzt bleibt abzuwarten, wer sich auch nach dem Spiel freuen darf. Vieles deutet auf ein spannendes Spiel hin.