Calbe l Durch eine konzentrierte Schlussphase gewann die TSG mit 23:20 (10:11). Ronald Kampe, Trainer der TSG Calbe aus der Sachsen-Anhalt-Liga, saß gemütlich auf seiner Bank. Neben ihm nahm Gunnar Lehmann, Co-Trainer der Frauenmannschaft, Platz und hatte eine Taktiktafel auf dem Schoß liegen, auf der er immer wieder Striche und Anmerkungen aufschrieb. Anders sah die Körperhaltung bei Sylvia Breitenstein, der Trainerin des HC Salzland 06, aus. Immer wieder lief sie um die Auswechselbank, blickte dabei in das Weite der Halle. Ab und zu kam ein Kopfschütteln dazu. Der Anlass waren die vielen vergebenen Möglichkeiten, denn die TSG behielt den klareren Kopf und siegte mit 23:20 (10:11) gegen den HCS.

Viele einfache Fehler

Nach der Partie saß Breitenstein auf der Bank, der Kopf war gesenkt. Sie nahm einen Schluck aus ihrer Wasserflasche und begann dann ein Gespräch mit einer ihrer Spielerinnen. Breitenstein wirkte bedrückt, denn der HCS war auf keinen Fall schlechter als die TSG. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, welches die TSG am Ende siegreich bestreiten konnte, „weil wir zwischen der 48. und der 52. Minute zu viele einfache Fehler gemacht haben“, wie Breitenstein sagte.

Während der HCS den vergebenen Chancen nachtrauerte, herrschte auf Seiten der Calbenser gute Stimmung. „So haben wir uns das vorgestellt“, sagte Kampe nach dem Spiel. Doch auch die TSG haderte mit der Chancenverwertung. „Wir haben im Konterspiel viel weggeworfen. Da müssen wir noch effektiver spielen“, ist der Coach der Meinung.

Dreierpack von Wilke

Da beide Mannschaften ordentlich „Federn ließen“ vor dem Tor, entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Vor allem Neuzugang Christiane Wilke (vorher FSV Magdeburg) machte in den ersten Minuten deutlich, wo der Weg hingehen soll für die TSG. Dreimal nacheinander war Wilke erfolgreich und brachte die Calbenserinnen in Führung (3:2, 6.). „Sie ist eine richtige Malocherin. Sie pusht die ganze Mannschaft und steckt auch nicht zurück“, fand Kampe lobende Worte für die „Neue“.

Beim HCS war einmal mehr Jo-Ann Brunne Dreh- und Angelpunkt. Die beiden „Leitwölfe“ stichelten ihre Mannschaft immer wieder an und so entwickelte sich ein gutes Spiel, mit einem Manko. Beide Teams trafen das Tor nicht. Sowohl der HCS als auch die TSG scheiterten an den Torhüterinnen oder am Aluminium. So blieb es zur Pause bei einer knappen 11:10-Führung für den HCS.

Im zweiten Durchgang das gleiche Bild. Keines der Teams konnte sich absetzen. Doch in den letzten zehn Minuten trennte sich die Spreu vom Weizen. Während der HCS weiterhin mit der Chancenverwertung haderte, war die TSG effizient vor dem Tor. Klara Lehmann, Antje Schreiber und Michelle Feilhaber sorgten für die Vorentscheidung (20:17, 53.). Darauf fand der HCS keine Antwort mehr. Während dem HCS „Baustellen aufgezeigt wurden“, war Kampe „mit der Einstellung zufrieden“.

TSG: Hecker, Neumann - Mennecke, Lehmann (3), Rust, Wilke (6), Thiele (1), Thomas, Sroka (2), Wenzel, Gaul (4), Feilhaber (3), Schreiber (4/1), Schrader HCS: Braune, Ellermann - Fiedler (3), Mittwollen (2/1), Nahrendorf, Brunne (8/1), Spiegel, Kriebel (3), Jacobi (1), Hähnel (3), Henning, Müller Siebenmeter: TSG 4/1 - HCS 2/2 Zeitstrafen: TSG 5 - HCS 2