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Laufsport Perfektes Wetter bei Lauf um den Hain

167 Läufer gingen an den Start. Der 15. Lauf um den Hain stand im Zeichen des 110-jährigen Vereinsjubiläums von Grün-Weiß Giersleben.

Von Enrico Joo 01.07.2018, 23:01

Giersleben l Horst Kühn hatte eine Frage an den Streckenposten, die sofort geklärt wurde. Nur die Antwort hatte ihn verschreckt. Gerade war der Läufer vom BSV Eickendorf beim 15. Lauf um den Hain am gestrigen Sonntag auf den Sportplatz in Giersleben eingebogen, wo sich Start und Ziel befanden, als der 79-Jährige fragte: „Wo lang? Da lang?“ Und der Streckenposten entgegnete: „Ja, eine Runde noch.“ Einmal noch musste Kühn auf der 5,7-Kilometer-Strecke um den Platz laufen. „Bist du denn verrückt“, sagte Kühn nur, trabte rund 400 Meter weiter und erreichte dann doch freudestrahlend das Ziel.

So wie alle anderen 166 Starter. „Der erste Rekord ist schon gefallen“, sagte Mitorganisator Hans-Joachim Diener von der Laufgruppe SV Grün-Weiß Giersleben schon vor dem Start. Denn die insgesamt 167 Starter waren Rekord. Sicher lockte auch das strahlend schöne Wetter den einen oder anderen Kurzentschlossenen aus der Wohnung. Knapp über 20 Grad und wolkenloser Himmel waren beinahe perfekt zum Laufen beim Start um 10 Uhr. Obwohl auch kritische Worte fielen. Denn je länger der Vormittag ging, desto höher stieg das Quecksilber im Thermometer. Gerade bei den Streckenpunkten ohne Schutz stand die Sonne erbarmungslos über den Läufern. Einen weiteren Nachteil des tollen Wetters gab es zudem: „Ich habe eine Staublunge“, sagte Sabine Börner von der Gaensefurther Sportbewegung lachend, nachdem sie ins Ziel eingelaufen war. Da hätte der eine oder andere Regentropfen gut getan.

Ansonsten verlief aber alles reibungslos. Kult-Moderator Klaus Dreisbach „heizte“ dem Publikum in gewohnt emotionaler Weise ein. Und musste sogar schimpfen. „Das ist zu leise beim Zieleinlauf“, sagte er. „Feuert die Läufer doch bitte etwas mehr an.“ Vielleicht wäre der Funke von Dreisbach auf das Publikum besser übergesprungen, wenn die Boxen nicht ständig ausgefallen wären. Vielleicht waren die Läufer selbst, die schon ins Ziel gekommen waren, aber auch einfach zu erschöpft zum Klatschen für die Nachkömmlinge. „Gehen wir in den Schatten?“ „Oh ja“, erklang es nicht nur einmal in Dialogform über den Sportplatz in Giersleben. Rekorde fielen weiter keine. Bei den Frauen gewann über die 13,7 Kilometer die nimmermüde und -satte Ina Schöler von der ZLG Atzendorf. 1:00:44 Stunden standen auf der Uhr im Ziel. Marco Quetschke aus Aschersleben siegte bei den Männern in beachtlichen 55:36 Minuten. Die 50:38 Minuten aus dem Vorjahr von Toni Keller blieben aber unangetastet. Rekorde können eben nicht jedes Jahr fallen. Aber immerhin blieb den Veranstaltern der Rekord mit der Teilnehmerzahl. Der fast schöner ist. Denn er zeigt, dass der Lauf um den Hain nach wie vor gut angenommen wird. So steht auch einer 16. Auflage nichts im Weg.