Bernburg/Schönebeck l Gut gefüllt war der Alte Markt in Bernburg. 212 Läufer gingen an den Start beim 2. Bernburger Halbmarathon. Der Moderator der Veranstaltung, Klaus Ulrich Dreisbach, ließ seinen Blick durch das Teilnehmerfeld streifen. Als erstes fiel sein Blick auf Stefan Otto von der Gaensefurther Sportbewegung. „Stefan komm mal kurz her“, ließ Dreisbach über die Lautsprecher verlauten. Als Dreisbach nach einem Zeitlimit fragte, ging zum ersten Mal ein Raunen durch die Reihen. 1:20 Stunde war das vorgegebene Ziel vom Bode-Runner. „Versuchen sie es erst gar nicht, sich an die Fersen des jungen Mannes zu heften“, sagte der Moderator schon fast warnend.

Denn Otto hielt sein Wort. Mit der Rekordzeit von 1:17:17 Stunden gewann Otto den Halbmarathon der Männer. Bei den Frauen erreichte Ina Schöler (ZLG Atzendorf) als Erste das Ziel über die 21,09-Kilometer-Distanz (1:36:46). Über zwölf Kilometer gewann Jan Graviat mit einer Zeit von 50:17 Minuten. Bei den Frauen siegte Katrin Winkler-Hindricks (Gaensefurther Sportbewegung, 57:22 Minuten).

Lob für die Strecke

Trotz der heißen Temperaturen waren die Sportler in der Lage, gute Zeiten zu laufen. Das lag vor allem an der malerischen Streckenführung. Die Zwölf-Kilometer-Strecke führte von Bernburg entlang der Saale zur Saalebrücke in Gröna. Die Brücke wurde überquert und es ging auf der anderen Saaleseite stromabwärts. Die Halbmarathonstrecke verlief weiter bis zum Schloss in Plötzkau. „Es gab viele flache Abschnitte mit viel Schatten“, sagte Martin Rottstegge, der Mitorganisator des Laufs. Auch Jürgen Eisfeld (VS Staßfurt) war von der Strecke begeistert. „Es hat Spaß gemacht. Wir sind viel im Schatten gelaufen“, sagte der 76-Jährige.

Für Heidi Schwenke (BSV Eickendorf) war es sogar fast etwas Besonderes. „Ich laufe normalerweise nur Strecken zwischen sechs und acht Kilometer. Aber die Strecke war dennoch in Ordnung“, sagte Schwenke. Ihr Ehemann, Werner Schwenke, bestätigte die Aussage, denn mit dem Fahrrad begleitete er seine Frau. Einen minimalen Kritikpunkt fand Schwenke dann aber doch noch. „Duschen wären bei den Temperaturen angenehm gewesen.“ Thomas Gruschka, der Vereinsvorsitzende des PSV Bernburg und Geschäftsführer des Kreissportbund Salzland, kündigte einen Platzwechsel für das kommende Jahr an. „Der Start wird nächstes Jahr auf der Töpferwiese statt finden. Dort gibt es Umkleiden und Duschen.“

Technisch war die Veranstaltung auf einem hohen Niveau. In der Startnummer war ein Chip eingebaut, der die Zeit des Läufers aufzeichnete. Zudem konnten die Sportler im Ziel über einen Bildschirm einsehen, auf welchem Platz sie liegen.

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Stefan Otto läuft neuen Rekord

Aber auch ohne Duschen gab es viel Lob von allen Läufern. Und einige ungläubige Blicke, als Otto bereits nach 1:17:17 auf die Zielgerade einbog. „Es war mein erstes Mal hier in Bernburg“, sagte Otto, der nicht nur eine persönliche Bestleistung aufstellte, sondern auch den Rekord aus dem Vorjahr um eine Minute schlug, gelaufen von Toni Keller (1:18:33 Stunden). Während auch Jens-Uwe Börner und seine Frau Sabine Börner von der Streckenführug und der Natur schwärmten, konnte sich Otto erneut nur bedingt an die Strecke erinnern. „Es gab sogar zwei Rasensprenger zur Abkühlung. Das war toll“, sagte Jens-Uwe Börner lachend.

Auch wenn noch nicht alle Läufer im Ziel waren, wurde mit der Siegerehrung begonnen. Jeder Läufer erhielt bereits beim Einlauf eine Medaille. Die ersten Drei bekamen zudem eine weitere. Die Sieger über die Zwölf-Kilometer-Strecke, sowie die Sieger beim Halbmarathon erhielten einen Gutschein. „Es war eine tolle Veranstaltung, die überregional besetzt war. Die Starter kamen auch aus Berlin oder Hamburg. Die Organisation war noch besser als im letzten Jahr“, sagte Mitorganisator Martin Rottstegge.