Schönebeck l Das Telefon von Hans-Peter Bischoff klingelt in diesen Tagen oft. Als einer der Organisatoren des Solecups hat er viel um die Ohren. Und an allen Ecken und Enden Dinge zu klären. Doch ein Telefonat freute ihn besonders. Es erreichte ihn ein Anruf aus Kalifornien. Von René Sack, dem Coach der deutschen Diskuswurf-Frauen, die derzeit in den Vereinigten Staaten zum Training weilen. „Er erkundigte sich schon einmal, wie es mit der Diskuswurf-Anlage in Schönebeck aussieht“, berichtete Bischoff. Und er konnte dem ehemaligen deutschen Hallenmeister gute Nachrichten übermitteln.

Denn die Anlage, die bei der vorherigen Auflage des Solecups etwas in die Kritik geraten ist, wird demnächst erneuert. „In der kommenden Woche wird der erste Diskusring neu gegossen“, freut sich auch der Meetingchef Hans Weber. Das zeigt: Die Organisatoren haben ein Ohr für die Leichtathleten und arbeiten stets daran, dass ihr Wurfmeeting den hohen Stellenwert behält. Bereits zum 14. Mal wird es in diesem Jahr am Freitag, den 24. Mai, ausgetragen. Und wieder können sich die Zuschauer auf hochklassige Wettbewerbe sowohl im Nachwuchs- als auch im Aktivenbereich freuen. Veranstaltet wird der Solecup 2019 erneut von der Abteilung Leichtathletik von Union 1861 Schönebeck. Und zusammen mit den ungefähr 130 ehrenamtlichen Helfern wird diese wieder alles daran setzen, für die Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) ein guter Gastgeber zu sein. Auch Union Präsident Frank Wedekind ist voller Vorfreude: „Das ist ein fester Bestandteil im Sportkalender von Union, ragt sogar hervor. Der Solecup ist nicht nur gut für die Stadt, sondern für den ganzen Salzlandkreis.“ Zudem erinnert sich Wedekind an die Anfänge: „Wenn man das mit heute vergleicht, das ist ein himmelweiter Unterschied.“ Auch Weber, der „schon zu DDR-Zeiten von einem Wurfmeeting in Schönebeck träumte“ und das 2005 erstmals in die Tat umsetzte, pflichtete ihm bei. „Das ist eine Leidenschaft von mir.“

Und mit entsprechendem Ehrgeiz bereitet er auch wieder die 14. Auflage vor. „Die Anzahl der Wettbewerbe bleibt gleich“, so Weber. Es gibt also wieder ein sportliches Kräftemessen im Diskuswerfen, Hammerwerfen, Speerwerfen und im Kugelstoßen. „Die Athleten mögen unsere Wettkampfstätte“, freut sich Weber. „Auch am Ende der Saison stehen noch einige Bestwerte der Athleten, die sie in Schönebeck erreicht haben.“

Thomas Röhler hat „fest zugesagt“

Bestes Beispiel: David Wrobel. Der Diskuswerfer des SC Magdeburg wuchs im Vorjahr in der benachbarten Elbestadt über sich hinaus, stellte einen neuen persönlichen Bestwert von 65,98 Metern auf. Na klar, hat der 26-Jährige auch für den diesjährigen Solecup seine Zusage gegeben. Doch die Veranstalter können noch weitere prominente Werfer und Stoßer erneut an die Elbe locken. So verspricht Weber einen „hochklassigen Speerwurf-Wettkampf“ und freut sich dabei auf Thomas Röhler, den Olympiasieger von 2016 und Europameister von 2018, der bereits zum zweiten Mal in Folge „fest zugesagt“ hat. „Das sind sehr gute Nachrichten“, äußert sich der Meetingchef, der auch mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wieder die Kugelstoß-Größen David Storl und Christina Schwanitz in Schönebeck begrüßen werden darf.

Etwas enttäuscht zeigte sich Weber darüber, dass die DLV-Athleten beim Hammerwerfen „leider keine Rolle spielen“ und gibt zu, dass die Überlegung bestand, beim Solecup 2019 darauf zu verzichten. „Doch das wollten wir nicht, weil es für die Zuschauer sehr spektakulär ist.“ Und das Publikum ist den Veranstaltern natürlich genauso wichtig wie die Athleten. 2016 strömten rund 2000 Zuschauer in das Stadion an der Magdeburger Straße. Ein Wert, der in diesem Jahr gerne getoppt werden darf.

Zahlreiche Sponsoren sind an Bord

Die größten Bauchschmerzen bereitet Weber immer die finanzielle Abrechnung. Doch dabei ist er „guter Dinge“, denn es sind wieder zahlreiche Sponsoren wie die WBG Schönebeck oder auch zum ersten Mal das Ameos Klinikum Schönebeck als Unterstützer dabei. So sind auch wieder der Ameos Zuschauer-Cup, der Basler Kugel-Cup und der Basler Schlagball-Cup für Grundschulen der Region (findet gesondert am 19. Juni statt) möglich.

Es ist vieles vorbereitet. Und einer erneuten erfolgreichen Auflage steht kaum etwas im Weg. Auch der Schönebecker Oberbürgermeister und Schirmherr Bert Knoblauch ist voller Vorfreude: „Das ist ein wahnsinniges Erlebnis von der ersten bis zur letzten Minute.“ Vor allem der Blick auf den Wettkampfkalender stimmt ihn positiv. Da ist zu lesen: Shanghai, Stockholm und eben auch Schönebeck. „Von der Größe sind wir mit diesen Städten nicht vergleichbar, aber vom Event. Und das macht mich sehr stolz.“