Schönebeck l Bei mehren Kindern auf der Anlage musste Marko Bittersmann, der Nachwuchskoordinator des TC Blau-Weiß Schönebeck, seine Augen und Ohren überall haben. Penibel achtete der Übungsleiter darauf, dass alle den vorgegebenen Abstand von 1,5 Meter auch einhalten. Doch die Jüngsten des Tennisvereins haben ihren Eltern anscheinend ganz genau zugehört. Die Aufgabe der Erziehungsberechtigten lag darin, den Kindern alle Punkte des Hygiene- und Sicherheitskonzepts nahe zu bringen und zu verinnerlichen. Die Eltern hatten ihre Kinder vorbildlich geschult und die Hausaufgaben erledigt. „Ein großes Lob an alle“, ließ Bittersmann dann verlauten, der selbst einige Übungen leitete.

Gelungene Abwechslung zum Alltag

Ebenfalls als Übungsleiter mit dabei war Matthias Schubert. Er selbst ist seit dieser Saison bei den Herren 40 des TC Blau-Weiß Schönebeck aktiv. Und mit dem Tennis-Virus hat er seine gesamte Familie angesteckt. Die Söhne Pady (zehn Jahre alt) und Finley (13) spielen ebenfalls beim TC Blau-Weiß und hatten sichtlich Spaß an der Aktivität unter freiem Himmel. Trainiert wurde in Gruppen mit drei Spielern und einem Übungsleiter. Genug Platz inklusive. Mit einfachen Übungen sollten die Kinder sich „einfach mal wieder bewegen und Spaß haben“, erklärte Bittersmann.

Was den Kindern bis zum Mittwoch verwehrt blieb, konnte Matthias Schubert bereits am Ende der vergangenen Woche erleben. Er stand schon auf dem Trainingsplatz, eine gelungene Abwechslung. Denn die Zeit, als die Corona-Pandemie richtig zuschlug und dafür sorgte, dass die Tennisanlage schließen musste, war nicht einfach bei der „tennisverrückten“ Familie. „Wir waren schon sehr stark eingeschränkt. Auf dem heimischen Hof haben wir zwar gegeneinander Tischtennis gespielt, aber das war natürlich nicht das Gleiche“, erzählt Schubert.

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Langeweile wurde immer größer

Vor allem war es schwer, den beiden Söhnen zu erklären, warum das betreten der Anlage verboten ist. „Der Jüngere, Pady, hat es glaube ich nicht wirklich verstanden, der Große schon eher. Nach gut zwei, drei Wochen haben sie sich schon gelangweilt, denn in die Schule durften die beiden auch nicht gehen“, gewährt der TC-Blau-Weiß-Akteur Einblicke in das Leben während der Pause.

Doch dann kam der erlösende Anruf von Bittersmann, der sich starkmachte, damit die Anlage öffnet und der Trainingsbetrieb gestartet werden kann. „Die älteren Herren des Vereins kamen zwar früher in den Geschmack, doch der ganze Stress war im Sinne des Nachwuchses, damit dieser sich wieder bewegen kann“, macht der Nachwuchskoordinator klar. Und im Hause Schubert brachen Jubelstürme aus. „Beide hatten richtig Bock. Die Technik in den ersten Einheiten ist egal, sie sollen einfach Spaß haben. Die Kids haben so viel Energie getankt, das alles musste raus“, macht Schubert deutlich.

Also mussten Trainingspläne erstellt werden. Diese Aufgabe übernahmen Bittersmann und Schubert gemeinsam, investierten viel Zeit und auch Nerven. „Wir haben alles in Etappen aufgegliedert und es funktioniert sehr gut“, bestätigt Schubert.

Und so konnte es dann auch losgehen. Jeder Spieler musste sich an einem Hütchen aufstellen, um den Sicherheitsabstand zu wahren. Die Übungen liefen dann im Einzel ab, ohne dass sich die Kids zu nah kommen konnten. Alle Bälle, die nicht das vorgesehen Ziel trafen, wurden im Anschluss ins Netz geschossen. Dort angekommen sammelten die Übungsleiter alle ein. Alles funktionierte reibungslos, sehr zur Freude der anwesenden Übungsleiter und des Nachwuchskoordinators. „Wir achten da sehr genau drauf, denn die Gesundheit steht an erster Stelle“, macht Schubert deutlich, der aber dennoch „froh ist, dass die Trainingseinheiten endlich wieder starten können“.