Michel Olschewski, Inhaber und Trainer der Sport- und Karateschule Staßfurt, öffnet erst einmal die Fenster. Die Leistungsgruppe hat sich eine Trinkpause verdient. Die schweißtreibende Erwärmung wirkt in den zwei großen Räumen noch nach. Das war erst der Auftakt des Trainings.

Staßfurt l Nach einer schnellen und klaren Einweisung - Olschewski nimmt sich dabei einen seiner Schützlinge, der gerade zufällig in der Nähe steht, als Probanden, um die Übung zu veranschaulichen - legen die rund 20 anwesenden Nachwuchs-Athleten auch schon mit der Ausführung los.

Karate-Begriffe gehen in Fleisch und Blut über

Bei Außenstehenden bilden sich bei den Fachbegriffen nur große Fragezeichen im Gesicht. Doch selbst den Kleinsten der Trainingsgruppe sind die Namen der Techniken wie "Mawashi geri" (Halbkreisfußtritt) schon in Fleisch und Blut übergegangen. Immer wieder wiederholen die Kinder in Dreiergruppen die Übungen, jeder muss 90 Sekunden lang ran - da kann man schon einmal ins Schwitzen kommen.

Vor allem weil es im Karatesport nicht nur um die Kraft, sondern im Besonderen um die Sauberkeit der Ausführung geht. Beides richtig miteinander zu vereinen, ist die große Schwierigkeit. "Jeder hat ein Stundenziel", erklärt Olschewski. In mehreren Wochen Vorbereitung auf Wettkämpfe wird am "Feinschliff" gearbeitet.

Staßfurt gehört zu einem von zwei Landesstützpunkten

Der 34-jährige notiert sich dabei jeden Fortschritt ganz genau. Schon immer sei es sein Traum gewesen, eine eigene Karateschule zu betreiben. Früher wurde er dafür belächelt, heute ist seine Einrichtung mittlerweile sogar eine von zwei Landesstützpunkten in Sachsen-Anhalt. Die zweite befindet sich in Ballenstedt.

Die Aufgabe, als Gastgeber das Stützpunkttraining auszurichten, kann als Anerkennung für die geleistete Arbeit gesehen werden. Als Kriterium gelten unter anderem die Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften, wobei Felix Kuse aus Hecklingen im vergangenen Jahr einen dritten Rang für die Sport- und Karateschule Staßfurt erkämpfte.

Auch für dieses Jahr stehen mit Lucas Tomiscka (Kata) und Luisa Brett (Kumite) bereits zwei Teilnehmer aus der Bodestadt fest. Felix Kuse und Tom Bothe sind nominiert, eine Entscheidung steht noch aus. Das Feld der erfolgreichen Wettkämpfer beschränkt sich aber keineswegs auf diese vier. (siehe Infokasten).

Freies Kämpfen am Ende - Jeder Schrei ist anders

Zum Abschluss des Trainings steht "freies Kämpfen" an, so Olschewski. In kurzen, intensiven Phasen wechseln die Kinder dabei ständig ihre Partner, so dass es auch mal zum Duell Junge gegen Mädchen kommt. Nun wird es besonders laut in dem großen Trainingsraums, der sich durch eine Trennwand teilen lässt. Eine feste Vorgabe für den Schrei, zur Unterstützung der Ausführung, gebe es nicht. Danach ist mit der abschließenden Trinkpause das Training beendet.

 

Bilder