Borne l Es schallte laute Rockmusik aus den Boxen. Und vor der Kegelbahn hatte sich ein Pulk von Männern in schwarz-gelben Trainingsanzügen versammelt. Sie haben erzählt, Witze gemacht und gelacht. Erst auf den zweiten Blick war überhaupt zu erkennen, dass es sich dabei nicht nur um eine Mannschaft handelt, sondern um Kontrahenten in der Landesliga, Staffel 1. Für die Classic-Kegler vom KSV Germania Borne und dem SV Salzland Staßfurt stand am Wochenende wieder ein Derby an.

Doch das ist absolut nicht von Feindschaft geprägt. Die Teams sind sich nicht nur in den Vereinsfarben einig, sie kennen und schätzen sich alle. Es ist viel mehr ein freundschaftlicher Vergleich, der da zwei Mal pro Saison ausgetragen wird. Und dieses Mal ging er klar an die Gastgeber. Die Borner setzten sich mit 6:2 nach Mannschaftspunkten (MP) und einem Gesamtergebnis von 3407:3247 Kegeln durch. „Er war auch noch eine kleine Revanche aus dem Vorjahr“, sagte Mannschaftsleiter Sascha Herbst. „Ich bin mit allen Spielern zufrieden, das war eine klasse Mannschaftsleistung.“ Der Revanche-Gedanke schien die Germanen trotz aller Freundschaft zusätzlich motiviert zu haben. Denn mit 3407 Kegeln stellten sie einen neuen Mannschaftsbahnrekord auf.

Nach dem Startpaar noch alles offen

Gleich im Startpaar hat Andreas Scheuer (580) „super gespielt“ und holte gegen Enrico Just (548) den MP. Beim SV Salzland war jedoch auf Jens Weidemann Verlass, der mit 574 Kegeln Marcus Wolf in die Schranken wies. Der Borner hatte „ein paar Schlenker drin“ und kam nur auf 543 Holz. Damit war nach dem Startpaar noch alles offen. Die Gastgeber führten nur mit einem Kegel.

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Doch im Mittelpaar sollte sich das Blatt klar in Richtung Spitzenreiter wenden. Erik Hansen (555) aus der zweiten Mannschaft, der aushalf, hat sich „sehr gut eingebracht“, so Herbst. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass er den MP holt.“ Weil aber sein Gegner Frank Beucke einen gebrauchten Tag erwischte und ausgewechselt wurde, gemeinsam mit Philipp Bohne kam er auf 491 Holz, setzten sich die Borner ab. Der 569:536-Sieg von Eric Dietze gegen Detlef Uhde trug sein Übriges dazu bei.

Im Schlusspaar kam es dann zum Topduell zwischen Henrik König und André Beucke. „Das war ein ordentlich hartes Match“, berichtete Herbst. Am Ende ist für den 21-jährigen Borner aber „kein Kraut gewachsen“ gegen Salzlands besten Spieler Beucke, der sich mit 588:577 durchsetzte. Auf den anderen Bahnen schlug Stefan May (583) Sebastian Roth (510) zwar klar, hätte aber gerne wieder 600 gespielt und war etwas unzufrieden.

Unter dem Strich war es aber ein sehr verdienter Sieg für die Gastgeber. Während die Staßfurter mit der Pleite weiter im Abstiegskampf stecken, ist der KSV Germania in ganz anderen Gefilden unterwegs. Die Borner verteidigten die Tabellenführung. „Wenn es so weiter geht, ist der Aufstieg doch nicht mehr in so weiter Ferne“, ist Herbst euphorisch.