Staßfurt l „Er gehört wieder zur Familie“ – das Statement von Jens Liensdorf war knapp, aber gleichermaßen aussagekräftig. Der Trainer des SV 09 Staßfurt aus der Landesliga Nord freut sich sehr über die Verpflichtung von Matthias Oehme. Der 27-Jährige kehrt von der TSG Calbe zum Ligakontrahenten zurück. Oehme erlernte das Fußball-ABC in Staßfurt und kickte von 2010 bis 2012 im Männerbereich der 09er.

Natürlich bestand da noch Kontakt. „Die Jungs kennen sich. Er gehört dazu, ist ein alter Staßfurter“, beschreibt Liensdorf die Entstehungsgeschichte des Transfers. „Es gab beidseitiges Interesse.“ Oehme hat die positive Entwicklung des SV 09 über die Jahre verfolgt und wollte zurückkehren. Und auch der Verein war absolut nicht abgeneigt. „Es passt zu unserer Philosophie.“ Die 09er legen bei Transfers schon seit einiger Zeit viel Wert auf die Identifikation. Mit Stadt und Verein.

Und Oehme passt in dieses Profil. Auch sportlich. Der ehemalige Spieler des TV Askania Bernburg bringt einiges an Verbandsliga-Erfahrung mit. Die Innenverteidigung wirkte in der Vorbereitung teilweise etwas wacklig. Wurde Oehme auch deshalb verpflichtet? „Absolut nicht, sonst hätten wir noch im Winter reagiert. Die Jungs haben gegen Calbe gezeigt, was sie können. Sie haben mein volles Vertrauen“, sagt Liensdorf. Hinzu kommt, dass Oehme noch gar nicht einsatzfähig ist. Nach einem Kreuzbandriss ist er noch nicht wieder fit. „Er ist im Aufbautraining. Wir rechnen Anfang April mit ihm. Er bekommt die Zeit, wir haben keinen Druck“, versichert der Coach.

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Und dann? Kann er für den Endspurt in der Landesliga eine wichtige Option werden. Liensdorf erinnert sich nur ungern an die letzten Spiele der Hinserie, in denen es auf der Innenverteidiger-Position arge Probleme gab. „Jetzt haben wir eine Option mehr.“ Liensdorf trainierte Oehme bereits im Nachwuchs und schätzt nicht nur seine körperliche Präsenz: „Er hat ein sehr gutes Stellungspiel und bringt hinten viel Sicherheit herein.“

Oehme besitzt sogar B-Lizenz

Doch nicht nur das: Laut dem Coach wird Oehme auch „eine Bereicherung neben dem Platz“ sein. Denn er war zuletzt schon als Co-Trainer bei der TSG Calbe tätig, besitzt sogar die B-Lizenz. „Er wird auch den jungen Spielern viel mitgeben können“, freut sich Liensdorf. Doch eine Weile müssen sich die Staßfurter noch gedulden, bis der neue „Allrounder“ aktiv eingreifen kann.

Aktuell steht erstmal das kommende Spiel in der Landesliga Nord im Fokus. Morgen um 15 Uhr empfangen die Bodestädter TuS Schwarz-Weiß Bismark. Und für dieses Spiel werden neben dem Neuzugang nur Maximilian Moye und Dustin Abresche fehlen. „Wir haben ein breiten Kader und können das gut kompensieren“. sagt Liensdorf, der deshalb guter Dinge ist: „Wir wollen die drei Punkte in Staßfurt behalten, alle Faktoren sprechen für uns.“ Dazu zählt auch das Hinspiel, das die 09er mit einer „sehr disziplinierten Leistung“ mit 2:0 gewonnen haben. Genau das erwartet der Coach erneut. „Bismark spielt mit viel Kampf, Leidenschaft und Fleiß. Da müssen wir dagegenhalten.“

Ein wichtiger Faktor für die Favoritenrolle ist auch das Spiel gegen die TSG Calbe vor zwei Wochen. Mit dem deutlichen 4:0-Sieg untermauerten die Staßfurter ihren Status als Spitzenteam der Liga. Ebenso dürfte der Heimvorteil recht groß sein. Denn die Staßfurter sind den Kunstrasen schon gewöhnt, das Altmark-Team nicht.

Dennoch sollten sich die Staßfurter auch nicht zu sicher fühlen. „Tabellarisch gibt es da oben eine große Leistungsdichte“, bemerkt Liensdorf. Bismark auf Rang sieben trennen nur sechs Punkte vom SV 09, der aktuell auf dem zweiten Platz steht. „Wir dürfen uns keinen schlechten Tag erlauben“, fordert der Trainer. Nachdem in der Vorwoche bei beiden Teams die Spiele aufgrund der Wetterlage ausfielen, trainierten zumindest die 09er in dieser Woche etwas intensiver. „Wir sind bereit für das Spiel.“