Staßfurt l Die Flanke segelte butterweich in den Sechzehner. An neun von zehn Tagen hätte Matthias Härtl, Stürmer-Routinier vom SV 09 Staßfurt, den Ball aus wenigen Metern eingeköpft. Doch nicht am Sonnabend. Im Landesliga-Duell zuhause gegen Schwarz-Gelb Bernburg legte Härtl den Ball nochmal quer. Doch es war kein Mitspieler da. Und der 1:2-Anschlusstreffer wurde verpasst. Stattdessen ging der Spitzenreiter im Heimspiel unter und verlor klar und völlig überraschend mit 0:4 (0:1).

Auch Coach Jens Liensdorf war schockiert und fast sprachlos, bemerkte aber: „Von der ersten bis zur letzten Minute ist bei uns gar nichts gelaufen.“ Zumindest den Auftritt von Härtl sah er positiv. „Er hat sich aufgeopfert und war mit großem Abstand der einzige gute Spieler.“ Doch ein Tor blieb wie erwähnt auch ihm verwehrt. Schon in der ersten Hälfte ging nichts zusammen beim Herbstmeister, der nun schon zwölf Gegentreffer in fünf Spielen auf dem Rückrunden-Konto hat und nach der 0:4-Blamage gegen Bernburg auch die Tabellenführung an den nun punktgleichen SSV Gardelegen abgeben musste. Während beim SV 09 kaum Torgefahr aufkam, setzten die Schwarz-Gelben ein Ausrufezeichen durch den Treffer von Mario Mäkel (27.).

Auch die laute Pausenansprache von Liensdorf, der „deutliche Worte“ fand, und das Einschwören vor Wiederanpfiff brachten nichts ein. Mit dem ersten Angriff knallte der Bernburger Marcus Helmstedt den Ball an den Pfosten. Auch bei der folgenden Ecke brannte es im SV 09-Strafraum. Das 0:2 ließ nicht lange auf sich warten. Die Staßfurter wirkten völlig von der Rolle. Mathias Nagel verteidigte folglich schlecht gegen Andreas Knop, der auf 2:0 erhöhte (52.).

Während die Bodestädter immer wieder erfolglos anrannten, klappte beim Schlusslicht sehr viel. Eine Flanke von links erreichte Constantin Andreas Günther, der den Ball in die Maschen zimmerte (62.) und später noch ein zweites Tor folgen ließ. „Kompliment an die Bernburger, die auch in der Höhe verdient gewonnen haben“, war Liensdorf fair und reagierte auch mit Galgenhumor: „Wir hätten noch bis Dienstag spielen können und wir hätten kein Tor geschossen.“

Aufstieg verspielt?

Fakt ist: Solche Spiele muss ein ambitionierter Aufstiegskandidat gewinnen. Vielleicht hat der SV 09 mit diesem Auftritt, der zweifelsohne Spuren hinterlassen wird, den Aufstieg verspielt. „Vielleicht ist es aber auch gar nicht schlecht, dass wir nicht mehr ganz oben stehen“, sagte Liensdorf.

SV 09: Witte - Nagel (55. Kollmann), Oehme, Horstmann, Jesse, Lieder, Abresche, Unger (44. Burdack), Möller (55. Stachowski), Härtl, Stein

Tore: 0:1 Mäkel (26.), 0:2 Knop (50.), 0:3 Günther (62.), 0:4 Günther (81.), SR: Feist (Magdeburg), ZS: 92, RK: Stachowski (90.)