Atzendorf l Kontakte sind sehr wichtig. Das gilt für den Sport nicht weniger als für den Beruf. Und so konnte ein junger Spieler, der bei der ZLG Atzendorf in der starken Hinrunde auf dem Rasen überzeugte, nun auch außerhalb des Platzes seinen Beitrag leisten. Der 19-Jährige Maximilian Gehrke absolvierte in der Landesklasse III bislang elf Partien, bewies sich dabei als offensiver Wirbelwind, dem sicher die Zukunft im Angriff der Atzendorfer gehört.

Und Gehrke war auch ein entscheidender Faktor, als es in den vergangenen Wochen um das Problem auf der Torwartposition bei der ZLG ging. Denn der 19-Jährige stellte den Kontakt zu Dave Nöpel her. „Die beiden sind Freunde und haben gemeinsam in der A-Jugend der TSG Unseburg/Tarthun gespielt“, berichtet Bernhard Knoll, der sportliche Leiter der Atzendorfer. Nach einem Treffen der Vereinsverantwortlichen wurde schnell klar, dass der Transfer über die Bühne geht, ist Nöpel beim Landesliga-Aufsteiger aus Staßfurt in einem halben Jahr doch kaum auf Einsatzzeit gekommen.

„Er hilft uns weiter und auch der junge Spieler kann sich bei uns gut weiterentwickeln“, so Knoll. Eine Win-Win-Situation, durch die vor allem die Blau-Weißen durchatmen können. Denn Knoll gibt zu: „Wir waren in Nöte.“ Der Hintergrund: Sascha Eisenträger, der am Anfang der Saison noch zwei Spiele absolvierte, ist seit mehreren Monaten verletzt. Aufgrund anhaltender Probleme mit der Hüfte zog der 30-Jährige nun einen Schlussstrich und beendete seine Karriere. „Seine gesundheitliche Situation ist auch für seine Arbeit sehr wichtig. Deshalb hat er sich für diesen Schritt entschieden. Und das ist auch richtig so“, unterstützt Knoll die Entscheidung.

Feuer und Flamme für den Fußball

Und so war schon in den vergangenen Spielen auf der Torwartpostion nur ein Spieler übrig: Lukas Fiser. Der Tscheche reist gemeinsam mit seinen Landsmännern jede Woche an, stand deshalb auch nicht in jedem Spiel zur Verfügung. So sahen sich die Atzendorfer gezwungen, zu reagieren. Und haben mit Nöpel einen passenden Mann gefunden. „Er war schon beim Training dabei. Die Jungs haben ihn super aufgenommen“, ist Knoll zufrieden. Auch sportlich passt der junge Spieler voll in das Profil. „Er ist ein gut mitspielender Torwart, dazu reaktionsschnell und zuverlässig“, lobt Knoll. „Er ist Feuer und Flamme für den Fußball. Das findet sich heute nicht mehr so oft. Ich denke, das wird gut funktionieren.“

Dem sportlichen Leiter war es sehr wichtig, dass der Neuzugang in den kommenden Wochen auch schon einige Vorbereitungsspiele mitmachen kann. Bereits morgen geht es für die Atzendorfer los. Sie nehmen am 8. WBG-Cup in Schönebeck teil. „Das ist unser inoffizieller Start“, verrät Knoll.

Denn in das Training startet die ZLG erst in der kommenden Woche, kurz vor dem eigenen großen Hallenturnier, dem Cosic-Cup am 12. Januar. „Ich hoffe, dass wir die beiden Turniere ohne Verletzungen überstehen“, sorgt sich Knoll etwas. Für ihn sind die Testspiele auf dem Rasen wichtiger. Da stehen ab Ende Januar Vergleiche mit dem SV Altenweddingen, dem Post SV Magdeburg und Roter Stern Sudenburg (jeweils auswärts) vor der Tür.

Zwei gleichwertige Torhüter

Aber egal ob in der Halle oder auf dem Rasen: Nöpel wird die Möglichkeit haben, sich anzubieten. Und das nicht nur in den Testspielen. Nöpel wird nicht die klare Nummer zwei hinter Fiser sein, wie es vielleicht einige vermutet hätten. „Wir haben jetzt wieder zwei gleichwertige Torhüter“, sagt Knoll. Das Trainerteam um Heinz Weile soll kurzfristig entscheiden, wer jeweils spielt in der Rückrunde. „Wir werden regelmäßig wechseln“, versichert der sportliche Leiter. Für die bisherige Nummer eins Fiser enttäuschend? Mitnichten. „Er freut sich über den Backup und wird Dave mit Sicherheit so gut es geht unterstützen.“ Für den Tschechen wird es vermutlich das letzte halbe Jahr in Atzendorf sein. Der 39-Jährige will seine Karriere im Sommer beenden. Die Chance für Nöpel? Ja. „Er kann im Sommer die neue Nummer eins werden“, sagt Knoll.

Was der 19-Jährige jetzt braucht, sind Einsätze. Und die soll er bekommen. Damals noch als Trainer hat Knoll vor einigen Jahren auch schon Eisenträger ins kalte Wasser geworfen. „Er musste schwimmen und er hat es getan“, berichtet der 53-Jährige. Diese Geschichte verlief positiv, er war jahrelang die Nummer eins. Vielleicht läuft es bei Nöpel ähnlich. Zweifelsohne steht aber fest: Es war ein Transfer für die Zukunft.