Förderstedt l Gut vier Kilometer liegen zwischen den Sportplätzen in Atzendorf und Förderstedt. Rein geografisch ist mehr Derby in der Landesklasse kaum möglich. Und so ist die Brisanz vor dem Duell der Staffel IV zwischen dem SV Förderstdt und der ZLG Atzendorf morgen um 15 Uhr mehr als gegeben. Da sind sich auch die beiden Trainer einig, die unisono von „einem der Höhepunkte der Saison“ sprechen.

Förderstedts Spielertrainer Artan Isufi ist dabei in der Zielstellung noch etwas forscher: „Wir wollen unbedingt den Sieg holen und Atzendorf in der Tabelle überholen. Wir sind voll motiviert und werden bis zur letzten Minute alles geben.“ Natürlich wollen auch die ZLG-Kicker etwas mitnehmen, Coach Heinz Weile verdeutlicht aber: „Die Förderstedter sind gut drauf, sie haben zuletzt zwei Mal gewonnen und auch davor passable Spiele abgeliefert. Mit dem Heimrecht dazu sind sie leicht favorisiert und müssen das hinnehmen.“

Klar, das ist auch ein wenig psychologische Kriegsführung des erfahrenen Übungsleiters. Denn die Teams sollten sich kaum etwas nehmen. Beide spielen eine souveräne Saison und sind im Tabellenmittelfeld gesichert. Dieses Lokalduell ist Bonus. Es geht vielleicht sogar etwas mehr um Prestige als um Punkte. „Das ist für alle ein Erlebnis. Das Duell hat es lange nicht gegeben, aber trotzdem ist die Brisanz da“, schätzt Weile ein. „Ich hoffe, dass die Emotionen nicht zu hoch schlagen.“

Heißes Duell

Schon im Hinspiel bekamen die 100 Zuschauer ein hitziges Duell mit zwei Roten Karten gegen die Förderstedter zu sehen. „Mit neun Spielern haben wir nur 0:1 verloren“, erinnert sich Isufi. „Wir waren damals schon besser, aber haben die Tore nicht gemacht.“ Doch dieses Manko kommt ja allen Anhängern mittlerweile aus den Ohren heraus. Mit einer besseren Chancenverwertung würden die Förderstedter sicher zu den Topteams der Liga gehören. Zuletzt schien beim 3:0-Sieg in Altenweddingen aber auch in der Offensive der Knoten geplatzt. „Wir arbeiten Woche für Woche daran und haben das zuletzt gut in den Griff bekommen“, so Isufi, den das mit Blick auf das Derby besonders freut.

Denn der 48-Jährige hat eine blau-weiße Vergangenheit, kickte von 2014 bis 2017 für die Atzendorfer. „Ich habe eine gute Zeit dort gehabt“, erinnert sich der Deutsch-Albaner. „Ich habe auch noch gute Kontakte dahin. Freunde kann man immer treffen, aber an diesem Tag erst nach dem Spiel.“ Während der 90 Minuten zählt für den ehrgeizigen Allrounder nur der Sieg. „Die Jungs sollen sich belohnen. Wir wollen uns hinterher zusammensetzen, da soll die Stimmung gut sein.“

Und im Vorbeigehen sind die Atzendorfer laut Isufi nicht zu schlagen. „Das ist eine gute Truppe, die schon viele Spiele über den Kampf gewonnen hat und nach vorn stets gefährlich ist.“ Auch Weile weiß um die Qualitäten des Kontrahenten, sagt aber: „Wir haben unsere Linie und spielen im Block. Je nachdem wie das Spiel läuft, greifen wir an oder ziehen uns zurück.“

Außerdem weißt der ZLG-Trainer darauf hin: „Wir haben unser Hauptziel, den Klassenerhalt erreicht, und damit keinen Druck mehr.“ Doch das gilt auch für die Förderstedter, die von Aken ebenfalls nicht mehr eingeholt werden können. „Alle wissen, dass es ein ganz besonderes Spiel ist“, so Isufi. Und dabei geht es eben um mehr als nur Punkte.