Schneidlingen/Egeln l Seit nunmehr vier Jahren spielen die B-Junioren der Jugendspielgemeinschaft Schneidlingen/Egeln als gemeinsames Team in der Kreisoberliga des Salzlandes. „Sowohl wir in Schneidlingen, als auch die Egelner stellten damals eine D-Jugend-Mannschaft, die im darauffolgenden Jahr in die C-Jugend aufrücken sollte“, erinnert sich Sebastian Drachau, der gemeinsam mit Claus Maseberg das heutige SG-Team betreut. Verbunden war der Gang in die nächsthöhere Alterklasse mit der Umstellung auf zehn Feldspieler und einen Torwart. „In der D-Jugend waren nur acht Akteure nötig, da konnten beide Vereine eine wettkampffähige Mannschaft stellen. Im Jahr darauf war das nicht mehr sicher“, so Drachau.

Die Lösung lag auf der Hand: eine Spielgemeinschaft musste her. Schnell richtete sich der Blick auf den nur fünf Autominuten entfernten Nachbarort. Die Kinder kannten sich bereits vorher und sind zum Teil gemeinsam in Staßfurt auf das Gymnasium gegangen. Da hat es nicht lange gedauert, bis sich ein echter mannschaftlicher Zusammenhalt entwickelt hat“, erinnert sich der Übungsleiter. Dieser Zusammenhalt ist es auch, der die Mannschaft heute noch auszeichnet. Nach zwei gemeinsamen Jahren in der C-Jugend, welche nach der Saison 2018/19 mit Tabellenplatz fünf in der Kreisklasse endeten, starteten die SG-Spieler nach der Sommerpause erstmals als B-Junioren.

Der sportliche Erfolg aus dem Vorjahr konnte jedoch nicht fortgesetzt werden. Als die Spielzeit nach neun Spieltagen coronabedingt frühzeitig unter- und später abgebrochen wurde, standen für die Spielgemeinschaft lediglich drei Punkte zu Buche.

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„Wir haben immer noch einen kleinen Kader und müssen oftmals mit acht Spielern gegen einen vollbesetzten Gegner antreten, der zudem auch noch weitere Wechseloptionen hat“, erklärt Drachau, der auch Verständnis hat, dass die Prioritäten seiner Spieler in diesem Alter nicht immer beim Fußball liegen. „Sowohl im Training, als auch bei den Partien selbst hängen sich die Spieler aber voll rein und geben ihr Bestes. Wenn der Spielbetrieb jedoch immer wieder unterbrochen wird, ist es auch nicht einfach, die Kinder bei Laune zu halten“, so der Coach.

Aktuell ruht auch in Schneidlingen – wie überall in Sachsen-Anhalt – der Trainingsbetrieb. Da die Sportstätte an der Heinrich-Heine-Straße von offizieller Seite gesperrt ist, können die Nachwuchsfußballer derzeit auch nicht individuell trainieren. Für das Trainer-Duo Drachau/Maseberg ein ärgerlicher Umstand, da „wir schon nach der Corona-Pause im Frühjahr länger gebraucht haben, um wieder in Tritt zu kommen“, wie sich Schneidlingens Übungsleiter erinnert. Bis zum vierten Spieltag mussten die SG-Spieler zu Beginn der Saison warten, bevor sie erstmals jubeln durften.

Dabei wäre ein Erfolgserlebnis schon eher möglich gewesen. Gegen den aktuell Tabellenzweiten, Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens ging die Drachau/Maseberg-Elf nach gut 30 Minuten zunächst mit 1:0 in Führung und lag auch zur Pause nur knapp mit 1:2 zurück. Letztlich hatten die Gäste jedoch den längeren Atem und bezwangen das Heimteam souverän mit 5:2.

Besser lief es da schon eine Woche später. Erstmals lief die Mannschaft in den neuen, von einem Autohaus gesponsorten Trikots auf. Geschäftsführer Thomas Schmidt hatte die schwarzen Jerseys für die Feldspieler sowie das grüne Torwarttrikot wenige Tage zuvor auf dem Sportplatz überreicht. Und bereits in der Partie gegen die SG Schwarz-Gelb/Einheit/Askania Bernburg II brachten der Dress den Gastgebern Glück. Mit 4:0 (2:0) wurden die Kreisstädter eindrucksvoll vom Feld gefegt. Jonas Hentschel erzielte einen Dreierpack. Salliven Rudloff erzielte nach der Halbzeit den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0.

Die Freude darüber, dass der neue Trikotsatz gegen die Bernburger direkt den ersten Saisonsieg einbrachte, war bei der Mannschaft und den Trainern natürlich groß. „Gegen Bernburg hat endlich alles geklappt und ein Zahnrädchen ins andere gegriffen. Bei Thomas Schmidt möchten wir uns noch einmal besonders für die neue Spielgarnitur bedanken“, hielt Trainer Drachau fest.

Platz drei oder vier ist Platz drei oder vier

Anknüpfen an den Erfolg konnte die Spielgemeinschaft zunächst nicht. Auf Grund der Spielpause bleiben die Trikots auf unbestimmte Zeit im Schrank. „Aktuell kann keiner sagen, wann und wie es weitergeht“, weiß auch Drachau. Sollte die Saison aber zu Ende gespielt werden, rechnet er seiner Mannschaft einiges aus. „Platz drei oder vier ist möglich.“