Schadeleben l Auf den ersten Blick spricht nicht sonderlich viel für die Sensation. Als jene könnte man einen Sieg des Kreisligisten Grün-Weiß Schadeleben am Sonnabend (15 Uhr) im Heimspiel gegen die Staßfurt zwar durchaus bezeichnen, doch dafür wird der Außenseiter wohl etwas Hilfe des viel beschworenen Fußball-Gottes im Salzlandkreis benötigen. Immerhin: Einen kleinen Vorteil hat der Underdog.

Nicht nur, dass das Spiel auf heimischen Rasen ausgetragen wird, sondern vor allem der frühe Trainingstart der Hausherren, die bereits am 30. Juni im Rahmen eines Heimatfestes ihr erstes Testspiel absolvierten und gegen den FSV Reinstedt/Ermsleben auch gewannen (5:3), spricht für den Gastgeber.

Die Landesliga-Spieler aus Staßfurt hingegen sind nach der Sommerpause am Sonnabend erstmals wieder vereint. Der offizielle Trainingsstart erfolgt vier Tage später, am 19. Juli. „Die Sommerpause ist in erster Linie zur Erholung da“, sagt Co-Trainer Axel Quednow, „es gibt sicher den ein oder anderen Spieler, der an der Grundfitness gearbeitet hat, aber generell haben wir es immer so gehandhabt, dass sich die Spieler in der Sommerpause vor allem erholen sollen“.

Der Erfolg im vergangenen Jahr, als die Staßfurter nicht nur den Sparkassen-Cup gewannen, sondern auch in der Landesliga Nord haarscharf den Verbandsliga-Aufstieg verpassten, spricht für diese Herangehensweise. „Grundsätzlich sehen wir den Sparkassen-Cup als Teil der Vorbereitung an. Wir wollen von Runde zu Runde erfolgreich spielen und den Titel verteidigen“, so Quednow, „aber natürlich wird das sehr schwer“. Zumindest auf dem Papier kam der Sieg im vergangenen Jahr scheinbar leicht daher. Nach einem 6:3-Erfolg im Halbfinale gegen den SV 08 Baalberge setzte sich das Team auch im Endspiel gegen den Oberligisten Askania Bernburg überraschend deutlich mit 5:0 durch.

Wiederholung

An einer möglichen Wiederholung will nun auch Marc Burdack seinen Anteil haben. Der Neuzugang von der ZLG Atzendorf schlüpft am Sonnabend erstmals in das Trikot seines neuen Vereins und soll das Mittelfeld der Staßfurter in der kommenden Saison verstärken. „Er ist ein technisch begabter und schneller Spieler, der natürlich erst einmal den ein oder anderen Laufweg bei uns verstehen muss, und uns dann hoffentlich weiterhilft“, sagt Quednow, der Staßfurts Trainer Jens Liensdorf urlaubsbedingt an der Seitenlinie vertreten wird.

Vom Gegner ist indes nicht viel bekannt. „Ich habe vor vielen Jahren selbst einmal gegen Schadeleben gespielt, aber die Spieler dort kenne ich nicht mehr“, so Quednow.

Auf die leichte Schulter wird seine Elf den Underdog nicht nehmen, „vielmehr wollen wir das Spiel seriös und mit dem nötigen Ernst angehen“.

Aus Sicht der Gastgeber ist es erst einmal erfrischend, auf einen anderen Gegner als Rot-Weiß Alsleben zu treffen. Gleich zweimal hintereinander traf der Kreisligist zuletzt in den jeweils ersten Runden des Sparkassen-Cups auf die Landesklasse-Elf, beide Male gab es keinen Zweifel am Sieger. Zusammen genommen kassierten die Grün-Weißen satte 21 Gegentreffer. Genug Nährboden also für den Willen, nun im Duell David gegen Goliath die Sensation zu schaffen. „Wir werden auf uns schauen und wollen in Schadeleben vor allem gut auftreten“, sagt Quednow, dessen Team im vergangenen Jahr gegen den damaligen Salzlandligisten Felgeleben in der 1. Runde nur knapp mit 2:0 gewann - ein weiterer Lichtblick für Schadeleben.