Wernigerode/Staßfurt l „Es wird im Mark bleiben“, machte Jens Liensdorf, der Coach des SV 09 Staßfurt, nach der 2:3-Pleite gegen Einheit Wernigerode in der Hinrunde unmissverständlich klar, dass da noch eine Rechnung offen ist. Nun, mit etwas Abstand, weiß er: „Das war ein Wechselbad der Gefühle und wir gingen leider als Verlierer vom Platz. Wir wollen uns revanchieren.“

Na klar, im Topduell der Landesliga Nord am Sonnabend um 15 Uhr zwischen dem Rangvierten (31 Punkte, 16 Spiele) und dem Herbstmeister (41 Punkte, 18 Spiele) steht einiges auf dem Spiel. Die Wernigeröder könnten, folgende Siege in den beiden Nachholspielen vorausgesetzt, nah heranrücken an den Krösus. Dieser hat aber wiederum mit einem Auswärtsdreier nicht nur die Möglichkeit sich zu revanchieren, sondern auch Distanz zum FC Einheit in der Tabelle zu schaffen.

Für den Staßfurter Coach ist die Aufgabe im Harz „schwer aber nicht unlösbar“. Dabei spricht er auch das knappe 2:2 der Wernigeröder an, das beim MSC Preussen erst in der dritten Minute der Nachspielzeit gesichert wurde. „Sie haben auch ihre Probleme.“ Generell werden die 09er mit einer gewissen Gelassenheit anreisen. „Die Drucksituation liegt doch ganz klar bei Wernigerode. Sie haben es sich selbst auferlegt, Meister zu werden.“

Mit einigen Transfers im Winter, darunter auch der des 33-jährigen Tino Semmer mit Zweit- und Drittliga-Erfahrung, hat sich Einheit nach dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann“ den Aufstieg auf die Fahnen geschrieben. „Wenn sie allerdings gegen uns verlieren, sind sie schon fast weg vom Fenster“, sagt der Staßfurter Coach mit dem Selbstverständnis eines souveränen Spitzenreiters.

Druck

„Wir haben dort keinen Druck. Wir müssen nur mit der passenden Einstellung und mit mehr Cleverness als in Warnau auftreten“, so Liensdorf. Den Auftakt in die Rückrunde hatte der SV 09 mit 2:4 vergeigt, doch anders als bei diesem Gastspiel fordert der Coach: „Wir dürfen nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern müssen unsere fußballerischen Qualitäten ausspielen.“

Und für dieses Vorhaben sind kaum Steine in den Weg gelegt. Denn auch die zuletzt fehlenden Tobias Witte und Stefan Stein werden wieder mit an Bord sein. „Es werden alle Spieler zur Verfügung stehen. Keiner will dieses Spiel aufgrund einer kleinen Blessur verpassen. Alle brennen darauf und wollen dabei sein. Das zeigt, was die Partie für einen Stellenwert hat“, freut sich auch Liensdorf auf das richtungsweisende Match.