Staßfurt l Zum ersten, zum zweiten, zum dritten! Nein, eine Auktion fand am Sonnabend nicht statt in der Salzland-Sporthalle, auch wenn im Rahmen des „Tags des Handballs“ Regenschirme und Radios freudig unter den Zuschauern verteilt wurden. Es ging um Calvin Kleineidam. Dem Keeper des HV Rot-Weiss Staßfurt gelang im Heimspiel der Sachsen-Anhalt-Liga gegen die SG Kühnau das Kunststück, gleich drei Siebenmeter am Stück zu parieren (46./47./50.). Auch das war am Ende einer der Garanten für den 31:23 (14:13)-Heimsieg.

Selbstverständlich waren die drei gehaltenen Strafwürfe nicht, immerhin nahm Kleineidam vorher gut 45 Minuten auf der Bank Platz. Aber gibt es in einem Handball-Team zwei gute Torhüter, kann das schon einmal passieren. Bis dato überzeugte nämlich auch Sebastian Schliwa mit 13 Paraden. „Beide Torhüter haben eine sehr gute Leistung gezeigt“, freute sich RWS-Trainer Sebastian Retting.

Ausgeglichene erste Halbzeit

Am Ende war er natürlich auch über das Ergebnis froh, immerhin bedeutet der fünfte Saisonsieg den Sprung auf Platz zwei, doch in der ersten Hälfte tat sich der Gastgeber sichtlich schwer. Die Kühnauer glichen ihre Defizite in der Körpergröße mit einem beherzten Auftreten in der Abwehr auf und konnten den Staßfurtern mit der 5-1-Deckung phasenweise den Zahn ziehen. Weil auch die Konter saßen bei den Gästen, gingen sie mit 4:2 in Führung (8.). Doch auch die Staßfurter fanden anschließend besser ins Spiel und drehten mit drei Toren am Stück das Ergebnis (5:4, 11.). Und auch wenn in den folgenden Minuten einige Chancen ausgelassen wurden, setzten sich die Hausherren durch einen Treffer von Lieven Rach auf drei Tore ab (8:5).

Bilder

Doch einige Blessuren, Mario Meißner verletzte sich am Knie und Christian Schöne bekam einen Schlag im Gesicht ab, schienen die Hausherren aus der Bahn gebracht zu haben, sodass die Kühnauer erneut ausgleichen konnten (9:9, 23.). Bis zur Halbzeitsirene konnte sich kein Team entscheidend absetzen.

Die wichtigste Phase des Spiels folgte zu Beginn der zweiten Halbzeit. Mit einem 7:2-Lauf setzten sich die Staßfurter binnen fünf Minuten auf 21:15 ab (36.). Retting wusste, warum es besser lief: „Wir haben in Hälfte eins 110 Prozent gegeben“, spricht er an, dass es auch manchmal zu viel des Guten sein kann. „Nach der Pause haben wir den Puls beruhigt und das Tempo phasenweise herausgenommen.“ Die Aktionen waren durchdachter und damit erfolgreicher.

Gegner früher attackiert

Und damit kam es zu einem Wendepunkt im Spiel, wie auch Florian Lück beobachtete, der nach seiner Handverletzung den ersten längeren Einsatz für die Rot-Weissen verbuchte: „Wir standen in der Abwehr viel stabiler und haben den Gegner früher attackiert und am Wurf gehindert. Dadurch haben wir uns abgesetzt und Kühnau ist irgendwann eingebrochen.“

Und das lag auch an einer überzeugenderen Offensive des Gastgebers. Die Statistiker mussten deutlich weniger Fehlwürfe verzeichnen. „Wir hatten mehr Zug zum Tor und waren sicherer im Abschluss“, sagte Retting und beobachtete auch einige gut vorgetragene Angriffe über die zweite Welle.

Auszeichnen konnte sich in dieser Phase, und eigentlich über die komplette Spielzeit, Tim Steffen. Er ließ seine individuelle Klasse häufig aufblitzen, wie beim Treffer zum 25:18 (44.), als er links antäuschte, rechts vorbeiging und seine Abschlussqualitäten unter Beweis stellte. Mit elf Toren war er erfolgreichster Schütze. „Er sticht aus einer guten Mannschaftsleistung heraus“, sagte Retting und war am Ende sehr zufrieden mit dem Sieg.

Staßfurt: Schliwa, Kleineidam - Ernst (1), Jacobi (2), Steffen (1), Steinbrink, Rach (3), Hoffmann, Strnad (3), Zimnick, Schöne (3), Lück (3), Arapovic (4), Meißner (1)

Siebenmeter: Staßfurt 4/4 - Kühnau 7/4 Zeitstrafen: Staßfurt 1 - Kühnau 5