Wolmirsleben l Wer in der Sporthalle in Wolmirsleben beim Pokalspiel zwischen dem SV Germania Borne und dem HBC Wittenberg den Trainer der Gastgeber gesucht hat, musste schon einen Moment länger hinschauen. Christian Kasten saß mit einem gelben Trikot inzwischen der Spieler. „Wir hatten Personalprobleme, es waren nur acht nominelle Spieler da und auch nur ein Torwart.“ So saß sogar Ronny Schaflik, der seine Karriere im Sommer beendet hatte, mit auf der Bank.

Doch auch das nützte nichts. Die Verbandsliga-Handballer aus Borne haben das Spiel im HVSA-Pokal gegen die Wittenberger aus der Sachsen-Anhalt-Liga mit 29:35 (13:18) verloren. Eine bittere Niederlage? Bei weitem nicht. „Das Ergebnis war uns egal“, sagte Kasten. Der Stellenwert des Pokals ist so gering, dass auch die Zuschauer keine Stimmung machten. Die Fans und auch der Verein sahen es als Testspiel und sind es auch so angegangen. „Wir wollten den Spielern, die sonst nur wenig Spielzeit bekommen, auch mal eine Chance geben“, sagte der Trainer der Germania.

Und so bekamen Marc Bester, Kenny Dietze und Dominik Klippstein einiges an Spielzeit. Und vor allem Klippstein machte dabei auf sich aufmerksam. Die Nummer 4 des SVG erzielte acht Treffer. Damit war der junge Spieler bester Werfer der Gastgeber, noch vor John Neugebauer (7) und Christian Fink (5). „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, lobte der Trainer. Vor allem über seine Flexibilität schwärmte Kasten. „Er spielt eigentlich Linksaußen, kann aber auch im Rückraum eingesetzt werden.“

Ein bleibender Eindruck

Und im Spiel gegen den HBC zeigte der Sohn des Vizepräsidenten Sven Klippstein, dass er nicht nur ein großes Talent, sondern dass er ein richtig guter Handballer ist. War das sein Durchbruch im Männerbereich? Zumindest hinterließ er einen bleibenden Eindruck beim Trainer und wird in Zukunft wohl mehr Spielzeit erhalten. Höchstwahrscheinlich bereits im nächsten Ligaspiel in Haldensleben. Denn im Spiel gegen den HSV werden die Leistungsträger Christian Fink und Sebastian Scholz fehlen. Auch deshalb durften die jungen Spieler wie Klippstein ran. „Wir wollten schon mal schauen, wie es ohne die beiden so klappt.“ Fink und Scholz waren im Pokalspiel zwar dabei, bekamen aber nur wenig Spielzeit.

Und auch wenn Germania Borne mit dieser Niederlage aus dem HVSA-Pokal ausgeschieden ist, die Schwarz-Gelben nehmen durchaus positive Erkenntnisse mit. Eine Steigerung zur bitteren Niederlage gegen den Post SV Magdeburg II war zu erkennen. Die Borner nehmen zudem die Erkenntnis mit, dass es auch ohne Fink und Scholz klappen kann. Und es andere Spieler im Verein gibt, auf die Verlass ist.

Borne: Schulz, Brinkmann - Klippstein (8), Schafflik, Bester, Fink (5), Dietze (4), Scholz (2), Kasten, Neugebauer (7), Wegener (2), Willner (1)

Siebenmeter: Borne 3/3 - Wittenberg 4/4 Zeitstrafen: Borne 5 - Wittenberg 4