Staßfurt l Für den HC Salzland war es ein kleiner Schockmoment. Im Halbfinale des HVSA-Pokals gegen TuS 1860 Magdeburg-Neustadt verletzte sich Laura Nahrendorf am Fuß, als sie den Treffer zum 19:11 (46.) erzielte. Die Kreisläuferin konnte nicht mehr weiterspielen. Nach dem Spiel hatte sie aber dennoch ein Lächeln auf den Lippen, denn ihr Team setzte sich mit 28:23 (12:7) gegen die Magdeburgerinnen durch. Damit steht der HC Salzland im Pokalfinale. Die Gastgeberinnen stellten sich zum obligatorischen Jubelkreis auf und nahmen die Nummer zehn in ihre Mitte. Der Zusammenhalt im Team ist groß, das zeigte nicht nur diese Aktion, sondern auch das souveräne Spiel zuvor.

Denn gegen den Kontrahenten aus der Sachsen-Anhalt-Liga gab es in dieser Saison bereits zwei Niederlagen. Im Pokal gelang dann aber in einem über weite Strecken sehr einseitigem Spiel ein nie gefährdeter Sieg. Was war ausschlaggebend? „Ganz klar, die Abwehr. Das war unsere beste Abwehrleistung in dieser Saison“, war Trainer Pierre Altnau äußerst zufrieden mit der Vorstellung seines Teams. „Wir haben sehr gut verschoben, waren äußerst konzentriert und haben die Fehler des Gegners provoziert.“ Und diese häuften sich auf Seiten der Gäste vor allem im ersten Durchgang. Nur sieben Treffer gelangen den Magdeburgerinnen in den ersten 30 Minuten. „Wir haben phasenweise einen richtigen Riegel aufgebaut“, war Altnau begeistert. Yvonne Sachse und Maria Friedrichs im Innenblock ließen kaum etwas durch. Dass Jenny Friese am Ende dennoch auf zwölf Tore kam, blieb eine Randnotiz.

Der Schlüssel zum Erfolg waren nach den häufigen Ballgewinnen nur selten schnelle Konter. Salzland baute ruhig auf und kam immer wieder aus dem Positionsangriff zum Erfolg. Dabei war das Offensivspiel sehr variabel. Als Sachse in die Manndeckung genommen wurde, rückten andere Spielerinnen in den Vordergrund. Vor allem im Rückraum waren die Gastgeberinnen flexibel und überzeugten nicht nur in Person von Jo-Ann Brunne, die mit sieben Treffern erfolgreichste Werferin war. Auch Christiane Jacobi oder Stevie Mittwollen zeigten eine gute Leistung. Vor allem bei Mittwollen, die derzeit im Abiturstress steckt und eine Weile nicht dabei war, gab es aber noch „ein bisschen Luftprobleme“, so Altnau. Dennoch war auch die Offensivleistung gut. „Wir haben die Situationen richtig gedeutet und die einfachen Dinge genutzt.“

Bilder

Auch die Torhüterleistung hatte am Sonntag einen gehörigen Anteil am Finaleinzug. Nicht nur die junge Peggy Grenzer konnte einen Siebenmeter parieren (34.), auch Janine Ellermann überzeugte mit einer Doppelparade (39./40.) und Anett Braune entschärfte den ein oder anderen Konter der Gäste. Salzland überzeugte von ganz hinten bis ganz vorne. Die Altnau-Sieben durfte sich sicher fühlen. Und tat das auch. Das zeigten die vielen guten Angriffe.

Eine „kleine Schusselphase“, wie es Altnau beschrieb, schlich sich dann zehn Minuten vor dem Ende ein, die klare Führung schrumpfte auf „nur“ fünf Tore Vorsprung. „Wir konnten dann aber gut darauf reagieren.“ Und so war der Sieg und der damit verbundene Einzug ins Finale auch mehr als verdient. Gegner wird dann der SV Oebisfelde aus der 1. Nordliga sein, der den höherklassigen Magdeburger SV, den Pokalsieger von 2016, im anderen Halbfinale mit 24:20 bezwang. Nicht nur aufgrund der schlechten Platzierung in der Liga ist für den HCS um Trainer Altnau das Ziel aber jetzt ganz klar: „Wir stehen im Finale und wollen das natürlich auch gewinnen. Wir sind alle hochmotiviert. Immerhin winkt auch die Teilnahme am DHB-Pokal.“