Staßfurt l Der Ausflug mit doppelter Übernachtung ist rein beruflich. Entspannung ist für den HV Rot-Weiss Staßfurt am Wochenende nicht angesagt, obwohl die weitere Umgebung in Sachsen vielleicht zum Verweilen einlädt. Den Blick in die Natur werden die Handballer kaum genießen können. Dafür steht zu viel auf dem Spiel. Dafür ist der sportliche Ausflug einfach zu wichtig.

Für die Staßfurter aus der Mitteldeutschen Oberliga stehen am verlängerten Wochenende gleich zwei Partien an. Am Sonnabend um 20 Uhr treten die Bodestädter beim Zwickauer HC Grubenlampe an. Am Montag müssen die Staßfurter um 17 Uhr dann beim HC Glauchau/Meerane antreten.

Glück im Unglück bei der Doppelbelastung: Beide Partien sind in Sachsen. So wurde schon frühzeitig der Plan ausgetüftelt, nach dem Spiel in Zwickau gar nicht mehr nach Staßfurt zurückzufahren. „Ja, wir werden in Zwickau schlafen“, sagt Staßfurts Trainer Uwe Werkmeister. Mit Kind und Kegel, Sack und Pack werden die Handballer die Reise antreten. Die Physiotherapeutin ist dabei, die am Sonntag vielleicht wichtig für die Regeneration der geschafften Handballer ist. Und Werkmeister wird seinen Laptop „natürlich dabei haben“. So wird er vor Ort nach dem ersten Spiel am Sonnabend am Sonntag gleich das zweite Spiel für den Montag vorbereiten.

Und generell ist es sicher gar nicht schlecht, dass die Staßfurter mehr als 48 Stunden miteinander verbringen werden. Das ist gut für das Teambuilding. „Und für uns ist das natürlich sehr viel entspannter“, erklärt Rückraumspieler Maurice Wilke. „So können wir besser regenerieren.“

Wie Staßfurt die zwei Spiele angeht? Natürlich optimistisch. Dazu geben die Auftritte der letzten Wochen auch reichlich Anlass. Zwei Siege in Zwickau und Glauchau könnten vielleicht entscheidend sein für den Klassenerhalt. „Aber wir müssen es jetzt auch nicht komplizierter machen als es ist“, erklärt Werkmeister. Was er fordert, ist klar: Die aggressive Abwehr muss gut stehen. Dazu sollte sich ein kontrolliertes Spiel nach vorn passend einfügen. „Die Spieler müssen mit ihrer Körpersprache klare Signale aussenden“, so Werkmeister. Wie zuletzt eben. Dann könnte und sollte es etwas werden mit Punkten in der Fremde.

Und doch wird Werkmeister etwas umstellen müssen. Denn Enrico Lampe, der erfahrene Mittelmann, wird nach seinem Kreuzbandriss lange fehlen. „Sehr, sehr ärgerlich“, nennt das Wilke. Wer für Lampe spielt als Aufbauspieler? Das mag Werkmeister freilich nicht verraten. Es gibt mehrere Optionen. Eine wäre die mit Cosmin Tiganasu. „Er hat das zuletzt gut gemacht“, lobt der Trainer. Oder Wilke springt für Lampe ein. „Auch er hat das gut gelöst“, so Werkmeister. „Beide können aber auch halbrechts spielen.“ Für den Trainer ist es einfach gut, dass er wählen kann. „Viele von uns können das spielen“, sagt auch Wilke. „Ich habe ja die ersten sechs Spiele der Saison auf Mitte gespielt. Dazu gibt es ja auch die Variante mit zwei Kreisläufern.“ Also ohne Mittelmann. So hatte Staßfurt am vergangenen Sonnabend auch dem Tabellenzweiten HC Burgenland das Leben schwer gemacht.

Klar ist aber: Einfach wird es in beiden Spielen nicht. Das Hinspiel gegen Zwickau hatte Staßfurt mit 23:22 gewonnen, die Heimpartie gegen Glauchau kurz vor Weihnachten hatten die Rot-Weissen mit 32:24 für sich entschieden. Mit der Leidenschaft und der Überzeugung der vergangenen Wochen ist aber viel möglich. Das glaubt auch Wilke. „Die Stimmung ist positiv. Im Training wurde immer gekämpft. Seit dem Spiel in Pirna haben wir nur gute Partien gezeigt.“ Jetzt können sich die Staßfurter belohnen. „Zwei der letzten drei Partien sollten wir gewinnen“, erklärt Wilke. Dann sollte es reichen. Der HV Rot-Weiss Staßfurt geht positiv gestimmt in den Endspurt.