Staßfurt l Er rief Christian Schöne kurz zu sich heran an die Tribüne und gab ihm Tipps. In Zivil gekleidet fieberte er auf der unteren Reihe im Zuschauerblock mit. Andreas Stops ist zwar kein Co-Trainer mehr beim HV Rot-Weiss, aber er ist nach jahrelanger Arbeit im Verein natürlich immer noch mit Herzblut dabei. „Ich werde hier nie bloß ein normaler Zuschauer sein“, sagt er selbst etwas wehmütig.

Letztlich trugen aber auch seine Tipps von außen ein wenig dazu bei, dass der HV Rot-Weiss das Topspiel der Sachsen-Anhalt-Liga gegen die SG Kühnau mit 35:29 (17:14) gewonnen hat. Vor allem war es für Coach Sebastian Retting, dem zum ersten Mal Cosmin Tiganasu als Co-Trainer zur Seite stand, aber ein Sieg des Willens: „Wir wollten es als Mannschaft unbedingt, haben auf den Punkt trainiert und im Spiel dann auf alles die richtige Antwort gehabt.“

Egal welche Deckungsvarianten die Kühnauer probierten, die Staßfurter tankten sich durch und fuhren so verdient zwei Punkte ein. Mit dem sechsten Sieg im neunten Spiel ziehen die Rot-Weissen in der Tabelle am Gegner vorbei und sind nun Dritter. „Das war ganz wichtig. Jetzt sind wir wieder im Geschäft“, ist Retting nach dem kleinen Formtief erleichtert.

Doch die Staßfurter ließen auch keine Zweifel daran, das Heimspiel gegen Kühnau erfolgreich zu gestalten. Mario Meißner spielte Nils Hähnel frei, der für eine frühe Zwei-Tore-Führung sorgte (5:3, 9.).

Kurz danach vereitelte der an diesem Tag sehr gut aufgelegte Sebastian Schliwa einen Kühnauer Wurf mit einer Glanzparade. „Er hat eine sehr gute Leistung gezeigt“, lobte auch Retting den Schlussmann, der sich in der Folge regelmäßig mit starken Paraden auszeichnen konnte. Die folgenden Konter netzten dann zumeist die Rückraum-Shooter Hähnel und Robert Reiske ein. Immer wenn die klare Führung dann zu schmelzen begann, fing sich der Gastgeber wieder und legte nach. So ging es mit einem 17:14 in die Kabine.

Nach der Pause trat RWS noch dominanter auf, vor allem ab der 43. Minute, als die Gastgeber den Drei-Tore-Vorsprung mit einem 3:0-Lauf auf 26:20 ausbauten (45.). Doch anschließend folgte die schlechteste Phase im Spiel und die Gäste trafen vier Mal am Stück, waren mit dem 24:26 (47.) erneut im Spiel. „Das darf uns nicht passieren, da haben wir zu viele Fehlpässe gespielt und der Gegner so nochmal stark gemacht“, kritisierte Retting und teilte das seinen Spielern auch in einer Auszeit unmissverständlich mit. Und nach dieser kippte das Spiel erneut zugunsten der Gastgeber, die durch Reiske wieder auf 29:24 (52.) erhöhten.

Retting hat nicht viel zu kritisieren

In der Schlussphase brannte nichts mehr an. Gabor Vadaszi sorgte sogar noch für Szenenapplaus in der gut gefüllten Salzland-Sporthalle. Mit einem technisch anspruchsvollen Drehwurf brachte er den Ball zum 31:27 (56.) im Tor unter. „So kennen wir ihn“, schmunzelte Retting, der ihm ein gutes Spiel attestierte. Und das galt auch für sein restliches Team. Viel zu kritisieren hatte Retting nicht. So kann es für den Aufstiegsanwärter weitergehen.

Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Zimnick, Reiske (12), Jacobi (4), Vadaszi (1), Steinbrink, Spadt, Strnad (5), Schöne (1), Hähnel (10), Meißner (2)

Siebenmeter: Staßfurt 1/1 - Kühnau 11/8 Zeitstrafen: Staßfurt 7 - Kühnau 6