Staßfurt l Die Fallhöhe ist groß. Das gilt in jeglichen Belangen für einen Tabellenzweiten. Und diesen Rang nimmt in der Landesliga Nord nun einmal der SV 09 Staßfurt ein. So dürfen sich die Staßfurter im Heimspiel gegen den SV Union Heyrothsberge (7.) auch der Favoritenrolle nicht verschließen. „Vom Papier her“ stimmt Coach Jens Liensdorf da zu. Er will auch ganz klar die drei Punkte holen. Aber: „Das ist leichter gesagt als getan. Heyrothsberge hat in der Tabelle nach oben und unten keinen Druck und kann befreit aufspielen, das kann gefährlich werden.“

Generell wird das für die Staßfurter eine Bürde im letzten Drittel der Saison. Denn als Tabellenzweiter nimmt der SV 09 die Rolle des Verfolgten ein. Zahlreiche Clubs wie Irxleben, Calbe oder Preussen schielen auf diesen Rang. „Dass jetzt die Rechenspielchen losgehen“ findet Liensdorf nicht so gut. „Das könnte in den Köpfen der Spieler sein und zum Problem werden. Hinten heraus kann viel passieren.“ Nichts anderes, als diesen Silberrang zu halten, kann aber das Ziel sein. Das gebietet der Ehrgeiz. Der Coach betont aber auch: „Als Aufsteiger stehen wir mit nur zwei Niederlagen sehr gut da.“ Dass die Staßfurter in der Vorsaison noch in der Landesklasse kickten, lässt sich schnell vergessen bei einem Blick auf die souveränen Leistungen in dieser Saison.

Und mit einer solchen soll auch Heyrothsberge geschlagen werden. Dass das nicht einfach wird , zeigte auch der knappe 3:2-Sieg im Hinspiel, als „wir nach einer guten ersten Hälfte nochmal ganz schön ins Schwimmen gekommen sind“, so Liensdorf, der vor dem Kontrahenten warnt: „Union ist sehr stark im Konterspiel.“ Zudem haben sie mit Marcus-Antonio Bach und Daniel Stridde „zwei sehr gute Stürmer“. Umso mehr macht der Coach klar: „Wir dürfen nicht blauäugig sein bei unseren Angriffen.“ Konter vermeiden wird die Devise lauten.

Ein paar Bedenken hat der Coach noch aufgrund der Personalsituation. Denn es fallen nicht nur die langzeitverletzten Innenverteidiger Toni Härtge und Matthias Oehme aus. Auch Benjamin Kollmann, der sich beim 4:0-Sieg gegen Thale am Knöchel verletzte, wird fehlen. „Er ist auf dem Weg der Besserung. Die Schwellung ist weg, aber er hat noch Sportverbot.“ Im defensiven Mittelfeld muss Liensdorf gleich auf zwei Spieler verzichten. Dustin Abresche zog sich bei einem Spiel der Zweiten einen Mittelfußbruch zu, wird lange fehlen. Markus Müller laboriert noch an einem Muskelfaserriss aus dem Spiel gegen Irxleben. „Da werden wir tauschen müssen, ich habe einige Option im Kopf“, so Liensdorf. Stefan Stein, Felix Jesse oder Marcus Bolze könnten als „Sechser“ agieren. Variabel sind die Staßfurter ohne jeden Zweifel.