Staßfurt l Dessen Inhalt setzte die gebürtige Staßfurterin Kerstin Michelmann vor wenigen Tagen in die Wirklichkeit um. Sie absolvierte bei der Deutschen Meisterschaft im Distanzreiten einen 160-Kilometer-Ritt und landete auf Platz zwei. Die Deutsche Meisterschaft im Distanzreiten 2019 wurde im Rahmen der „Alheimer Challenge” ausgetragen. Die 58-Jährige Kerstin Michelmann erfüllte sich dabei einen großen Traum. Als Amateurreiterin wurde sie Deutsche Vizemeisterin im Langstreckenreiten.

Strecke völlig unbekannt

Die Königsdisziplin erstreckte sich über 160 Kilometer als Eintagesritt. Die Strecke war den Reitern dabei übrigens völlig unbekannt. Sie durfte vorher nicht besichtigt werden. Michelmann startete mit ihrem Pferd „Farha 2“, einer 14 Jahre alten Trakehner/Shagya-Araber Stute. Für Pferd und Reiterin war diese Streckenlänge eine Premiere und dennoch konnten sie sich im Starterfeld „national“ gegen zehn weitere deutsche Reiter/innen aus dem gesamten Bundesgebiet durchsetzen. Große Hitze und ein anspruchsvolles, bergiges Gelände in der Nähe von Rotenburg an der Fulda stellten alle Reiter und Pferde vor eine gewaltige Aufgabe. Auf der gleichen Streckenlänge, die einem international qualifizierten Starterfeld vorbehalten war, stellten sich nur zwei Reiter dem Wettkampf, wobei nur ein Reiter sein Pferd ins Ziel bringen konnte.

Sieben Jahre Training

Für Michelmann, die erstmals über diese lange Distanz ritt und sich und ihr Pferd seit sieben Jahren darauf vorbereitete, lief es von Beginn an nahezu perfekt. Vom Beginn bis zur 140-Kilometer-Marke lag die Frau, die in Calbe an der Saale lebt, an der Spitze des Feldes. Erst auf den letzten 20 Kilometern musste sich Michelmann einem sehr erfahrenen Reiter aus dem Sauerland um 13 Minuten geschlagen geben. Die Drittplatzierte aus Thüringen folgte indes nur zwei Sekunden nach Kerstin Michelmann. Durch ihre starke Leistung benötigt die Calbenserin in diesem Sommer nur noch einen erfolgreichen internationalen Ritt über 120 Kilometer, um an den drei Sichtungsritten für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr im italienischen Pisa teilnehmen zu können.

Und „Farha 2“? Die Stute bekommt nach den Strapazen jetzt erstmal eine ausgedehnte Pause von etwa 30 Tagen, um sich zu erholen.