Dessau/Staßfurt l Man stelle sich folgende Situation vor. Ein Fußballer tritt zum Strafstoß an. Und es steht kein Torwart im Kasten. Das Tor ist leer. Und der Spieler trifft trotzdem nicht. Genau so fühlte sich Sebastian Busche am Wochenende in seinem zweiten Doppel beim Auswärtsspiel gegen Turbo Dessau II. Der Spieler des TTC „Glück Auf“ Staßfurt hatte viele Möglichkeiten, dass Duell gegen Martin Krätsch eher zu entscheiden, doch es ging mit 2:3 verloren. Gleich vier solcher Duelle gab es an diesem Tag, doch alle Fünf-Satz-Spiele gingen an den Gastgeber. Das war am Ende der Hauptgrund dafür, dass sich die Staßfurter mit 6:9 geschlagen geben mussten.

„Es war sehr ärgerlich und wir sind enttäuscht. Wir sahen in den vergangenen Jahren immer gut aus in Dessau und wussten, dass dort etwas möglich ist. Wir hatten uns natürlich mehr erhofft, aber alle knappen Spiele liefen gegen uns“, fasste Busche die zehnte Saisonniederlage zusammen.

Die Pleite war definitiv vermeidbar, hätten doch nur wenige der engen Duelle an die Staßfurter gehen müssen. Doch schon der Start war unglücklich. Vom „neu zusammengewürfelten Doppel“ Glenn Büchtemann und Steffen-Tobias Beyer, der Yannik Henke ersetzte, „haben wir uns gar nicht viel erwartet“, gab Busche zu. Doch die beiden Staßfurter führten schon 2:1. „Dann ist die Leistung aber abgefallen“, ärgerte sich Busche über die 2:3-Pleite. Er selbst zeigte sich zusammen mit Dieter Pieles souverän und siegte 3:0. Für Jonas Lyko und Maik Amme gab es zwar ein 0:3, doch die Sätze waren eng. „Wir hätten nach den Doppeln führen können“, so Busche.

Deutlich besser lief es dann in der ersten Einzelrunde. Vier der sechs Spiele gingen an die Gäste, die sich damit eine 5:4-Führung erspielten. Und die beiden verlorenen Spiele? Amme unterlag in fünf Sätzen und Beyer in vier, der letzte Satz ging jedoch 18:20 aus. Die Spiele waren stets eng. Was auch für den zweiten Einzeldurchgang galt. Dann holte sich der Gastgeber jedoch fünf Punkte am Stück und tütete den Sieg ein. Dabei war die angesprochene Fünf-Satz-Pleite von Busche und eine von Lyko. „Wir haben beide zurückgelegen, dann nochmal aufgeholt, aber trotzdem verloren“, beschrieb Busche die Spiele als Sinnbild für den gebrauchten Tag.

Im Abstiegsrennen noch alles in der Hand

Und die ärgerliche Pleite hat auch tabellarische Auswirkungen. Denn die Staßfurter verpassten es, den Klassenerhalt zu sichern. Weil Serum Bernburg beim mit vier Ersatzspielern besetzten Tabellendritten TTC Anhalt Zerbst mit 9:7 gewann, ist im Tabellenkeller noch alles offen. Auch „Glück Auf“ könnte noch auf den Abstiegsplatz rutschen.

Die Staßfurter haben zum Abschluss der Saison jedoch noch zweimal Heimrecht. Zum Entscheidungsspiel kommt es dabei schon am Sonnabend um 14 Uhr, wenn Schlusslicht TSV Griebo in der Bodestadt gastiert. Busche will den Gegner nicht unterschätzen: „Der TSV hat in der zweiten Halbserie gezeigt, dass er gut mithalten kann. Wir hätten gern darauf verzichtet, jetzt diesen Druck zu haben, das Spiel gewinnen zu müssen.“ Die Staßfurter haben aber nach wie vor alles in der eigenen Hand.