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Volleyball Mit großem Willen im zweiten Anlauf

Die weibliche U 18 des VC 97 Staßfurt hat ihr großes Ziel erreicht und landete bei der Landesmeisterschaft auf Rang drei.

Von Dennis Uhlemann 06.03.2019, 23:01

Wolfen/Staßfurt l Schon im Bus auf dem Weg zur Landesmeisterschaft nach Bitterfeld-Wolfen war bei den U 18-Mädchen des VC 97 Staßfurt zu spüren, dass eine andere Stimmung herrschte, als an den bisherigen Spieltagen. Die Mädels waren hoch konzentriert, schließlich hatten sie sich vorgenommen, am Ende des Tages auf dem Treppchen zu stehen.

Pünktlich 10 Uhr wurde das erste Vorrundenspiel gegen den USC Magdeburg angepfiffen. Ebenfalls pünktlich erschien auch der Koordinator des weiblichen Bereiches beim VC 97, Robert Stinner. Dies gab dem Coach Thomas Vetter und seinem Team zusätzliche Sicherheit. Die VC-Mädels um Kapitänin Lucie Kolbe spielten von Beginn an konzentriert. Eine stabile Abwehr um Libera Elicia Vetter war die Basis für ein solides Angriffsspiel. Magdeburg wurde klar mit 2:0 besiegt (25:11, 25:10).

Danach stand das Spiel gegen den gastgebenden VC Bitterfeld-Wolfen an. Eine Mannschaft, welche nicht nur körperlich überlegen ist, sondern auch mit einer Qualität an Spielerinnen überzeugen konnte. Die Staßfurter Mädels hatten keinen Druck mehr, da sie auf Grund des ersten Sieges für das Halbfinale qualifiziert waren. Somit konnten sie teilweise ganz gut mithalten. In den entscheidenden Phasen der beiden Sätze war jedoch kein Kraut gewachsen gegen das starke Aufschlagspiel der Gastgeber. Bitterfeld-Wolfen konnte die Staßfurter Mädels 2:0 schlagen (25:13, 25.14).

Ohne lange Pausen stand danach das Halbfinale gegen den USV Halle an, den zweiten Favoriten. Über beide Außen wurde Druck gemacht, die Mitte ackerte und Zuspielerin Julie Sämisch konnte mit guten Pässen überzeugen. Halle geriet unter Druck und es hatte den Anschein, dass die Staßfurterinnen diesen schweren Gegner knacken könnten. Zeitweise lagen die Mädels sogar in Führung. Jedoch musste Staßfurt in dieser Phase auf die Libera verzichten, da sich diese mit Rückenproblemen plagte. Die Mitte musste also auch in der Abwehr ran. Halle machte sich das zu Nutzen und siegte 2:0 (25:18, 25:22).

Für die enttäuschten Staßfurterinnen hieß es danach, nochmals alle Kräfte zu mobilisieren und im Spiel um Platz drei gegen Bitterfeld-Wolfen II alles zu geben. Das Team entschied sich, mit Frida Hoppe eine zweite Libera ins Spiel zu bringen, um die angeschlagene Libera Elicia Vetter zu entlasten. Die jungen Damen glänzten mit einem starken Aufschlagspiel, sowohl Julie Sämisch, die beiden Kolbe-Zwillinge, als auch Sophie Hoffmann konnten überzeugen. Kim Heinrichs, Rika Krause und Charlotte Wenzel machten auf der Mitte ebenfalls ein gutes Spiel. Frida Hoppe musste wie erwartet auf der Libera-Position einspringen (erstmals in ihrer jungen Spielerkarriere) und meisterte auch dies bravourös. Eine geschlossene Mannschaftsleistung war ausschlaggebend für ein klares 2:0.

Noch während die Mädchen ihren vermeintlichen dritten Platz feierten, trübte sich die Stimmung. Bitterfeld-Wolfen reklamierte den Einsatz einer zweiten Libera. Diese wurde im bereits geschlossenen Protokoll im Vorfeld akzeptiert, nach Spielende aber als nicht regelkonform dargestellt. Da in der Landesspielordnung keine klare Definition beschrieben ist, entschied sich Coach Vetter, dieses Spiel nicht im Nachgang am grünen Tisch entscheiden zu lassen, er setzte sein Vertrauen in sein Team und ließ sich darauf ein, den zweiten Satz als verloren anzunehmen und einen dritten entscheidenden Satz spielen zu lassen.

Diese Nachricht wurde von der Mannschaft mit Bestürzung aufgenommen, es flossen sehr viele Tränen, die Mädchen fühlten sich um den verdienten dritten Platz betrogen. Es musste seitens der Trainers mentale Aufbauarbeit für den Entscheidungssatz geleistet werden. Doch es wurde alles richtig gemacht: Der absolute Wille, Teamspirit und Disziplin waren der Garant für einen deutlichen 15:6-Sieg. Somit durften die Mädels zurecht ein zweites Mal feiern und sich bei den mitgereisten Freunden, Geschwistern, Eltern, Omas und Opas für die gute Unterstützung bedanken.

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