Man kann es durchaus mit einem weinenden Auge sehen, wenn ein sportliches Talent die Altmark verlässt, um seinen weiteren Weg etwa an einer Sportschule oder einem Leistungszentrum zu gehen. Im Fall der Tangerhütterin Luise Klein (13) aber trifft das zum Sprichwort gehörende lachende Auge einfach auch zu. Sie freut sich auf ihre künftige Wahlheimat Schwerin.

Tangerhütte l Teenager Luise ist allein schon wegen ihrer Körperhöhe von derzeit 1,80 Meter geradezu prädestiniert für den Volleyballsport. Wenn dazu, wie bei ihr gegeben, noch eine gute Motorik kommt, dann sind schon zwei gute Voraussetzungen vorhanden, das Wort Spitzensport zumindest anzuführen. Genau dorthin will Luise.

Die Voraussetzungen hat sie sich in den letzten Jahren erarbeitet. Seit 2005 ist sie Mitglied ihres Heimat-Sportvereins Germania Tangerhütte. Zunächst war sie beim Kinderturnen sportlich aktiv, übrigens bei Übungsleiterin Kati Schatte, die heute die Geschäftsstelle des Kreissportbundes Stendal-Altmark leitet. Es ging weiter mit dem Turnen, dann jedoch mit Übungsleiter Henry Güldenpfennig. Inzwischen aber gibt es die Sportart Gerätturnen nicht mehr in der Stadt. Wer seine Kinder, speziell Töchter, Sport treiben lassen wollte, musste umdenken in Tangerhütte.

Auch im Verein Germania tat man das. Eine Abteilung Leichtathletik, in der Luises Mutter Doreen eine führende Rolle spielt, wurde gegründet. Von damals 12 auf heute 66 stieg die Zahl vor allem junger Mitglieder. Auch Schwimmen, und zwar bei den Stendaler Wasserfreunden, gehört zu den Sportarten, die Luise Klein betrieben hat. Wie aber kommt sie dazu, demnächst in das Leistungszentrum Volleyball in Schwerin einzuziehen; sie hat doch bislang in keinem Sportverein Volleyball gespielt?

Des Rätsels Lösung heißt "Jugend trainiert für Olympia". Als Miglied des Teams vom Diesterweg-Gymnasium Tangermünde, das 2012 beim Landesfinale des Wettbewerbs in Dessau den zweiten Platz belegte, fiel sie einem Vertreter der Sportschule Schwerin auf, und das sehr positiv. In Sachsen-Anhalt gibt es in den Zentren Magdeburg und Halle die Sportart Volleyball nicht.

Dann ging es bezüglich der Verbindung Luise Klein und Volleyball in Schwerin recht schnell. Die Tangerhütterin und deren Eltern Doreen und Uwe, übrigens ein früher Volleyballspieler bei Germania Tangerhütte, wurden in die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern eingeladen. Luise absolvierte eine Probewoche bei den Volleyballern. "Es war echt cool. Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Sie haben mir bereits gesagt, dass sie mich zum Mittelblocker entwickeln wollen", berichtet der zielstrebige Blondschopf und ergänzt: "Ich will später in der Bundesliga spielen." Bis dahin vergehen allerdings noch einige Jahre fleißigen, ja auch entbehrungsreichen Trainings. Luise aber vermittelt mit ihrer Art den festen Eindruck: "Ich schaffe das."

Heute, anlässlich der 3. Germania Games, wird sie vom Ortsbürgermeister und Germania-Vereinschef Gerhard Borstell feierlich in Richtung Schwerin verabschiedet.