Stendal l Nach dem 4:2-Heimsieg gegen den Brandeburger SC Süd sind am vergangenen Wochenende bei allen Lok-Anhängern, Spielern und Verantwortlichen Steine der Erleichterung gepurzelt:

Die Mission Oberliga-Klassenerhalt hat jetzt so richtig begonnen. Weiter Selbstvertrauen wollen sich die Lok-Kicker am morgigen Sonnabend beim Landespokalspiel in Liesten holen. Der Unterschied zum Liga-Alltag ist: Die Stendaler sind haushohe Favoriten.

„Mit unseren dünnen Personaldecke müssen wir erst einmal eine Elf aufs Tableau bringen“, so Daniel Fest, Trainer 1. FC Lok Stendal.

Lok mit personellen Problemen

Aber: Lok hat große personelle Probleme: „Am Dienstag beim Training waren wir mit A-Junioren gerade so zwölf Mann“, sagte Lok-Trainer Daniel Fest. Martin Krüger, Vincent Kühn sind noch krank, auch Johannes Mahrhold und Pascal Lemke haben sich krank gemeldet. Gesperrt ist Marcel Werner.

Philipp Groß (Schulterverletzung) und Kevin Dagnet (muss noch einmal zum MRT) fallen längerfristig aus.

„Wir wollen im Pokal so weit wie möglich kommen. Wir müssen aber auch damit rechnen, dass sich so ein Gegner mit allen Mitteln dagegenstemmt. Mit unseren dünnen Personaldecke müssen wir erst einmal eine Elf aufs Tableau bringen. Das ist eine Situation, vor der ich noch gar nicht weiß, wie ich sie löse. Wir müssen ja auch sehen, dass wir unsere zweite Mannschaft spielfähig bekommen. Wir müssen natürlich alles im Blick haben.“

SV Liesten mit Vorfreude

„Die Vorfreude unsererseits ist groß, denn dieses Spiel ist schon ein Highlight, das sich die Jungs einfach verdient haben“, blendet Liestens Trainer Michael Piotrowski die aktuelle Schwächephase in der Landesklasse aus. „Dieses Spiel ist für uns eine gute Abwechslung. Wir können unser Spiel machen und werden alles reinhauen. Dann wird man sehen, was am Ende dabei herauskommt“, so Piotrowski. Große Chancen auf ein Weiterkommen rechnet der Liestener Übungsleiter seinem Team nicht ein: „Gegen Lok gewinnt man vielleicht eines von 20 Spielen. Höher als fünf Prozent schätze ich unsere Chancen nicht ein.“

In den Punktspielen gegen Salzwedel sowie in Tangermünde (jeweils 0:3-Niederlage) vermisste Piotrowski offensiv die nötige Laufbereitschaft, während in der Defensive zu inkonsequent und teils zu fehlerhaft verteidigt wurde. „Diesmal werden wir ja nicht ganz so viel Ballbesitz haben“, werden Piotrowski und seine Mannen wohl eher über Konter versuchen, zum Erfolg zu kommen.

Piotrowski beobachtet Lok

Liestens Coach schaute sich die Stendaler bei deren 4:2-Erfolg zuletzt gegen Brandenburg an. „Lok hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Das wird ein hartes Brett für uns“, so seine Erkenntnisse. Er hätte sich gefreut, wenn Sven Körner Trainer der Eisenbahner geblieben wäre.

„Für mich ist er der wohl innovativste Trainer in der Altmark, dem man gern mal über die Schulter geschaut hätte. Doch ich denke, dass man sich auch von dessen Nachfolger Daniel Fest etwas abschauen kann“, verrät Michael Piotrowski. Mit Lucas Bresch, Stephan Benecke, Steffen Schmidt und Florian Mönke fehlen gleich vier wichtige Akteure verletzungsbedingt. Der Liestener Trainer würde sich über um die 500 Zuschauer – Sitzplatzkarten (begrenzte Anzahl) sind für acht Euro, Stehplatztickets hingegen für sechs Euro zu erwerben – freuen, dazu „wollen wir ein guter Gastgeber für ein schönes und faires Spiel sein“.

Mit einer möglichst guten Vorstellung möchte sich der SV Liesten 22 zudem vor allem für die Liga wieder etwas mehr Selbstvertrauen holen.