Jävenitz/Warnau l Die Mannschaft von Trainer Guido Euen unterlag gegen Landesligist Havelwinkel Warnau 0:9.

Die Ostaltmärker hatten wenig Mühe mit dem Kontrahenten aus der 1. Altmark-West-Liga, bei dem zahlreiche Stammkräfte auf dem Rasen fehlten.

Die Partie entschied sich bereits nach nur sieben gespielten Minuten, als der SVH mit kapitalen Schnitzern in der Defensive, den Gegner zum Toreschießen einlud. Roman Arndt erzielte das frühe erste Tor nach nur drei Minuten für die Gäste. Arndt profitierte von der Inkonsequenz der gegnerischen Verteidiger, die den Ball im Strafraum nicht resolut klärten. Nur eine Minute später nutzt der Angreifer erneut einen Lapsus in der Defensive der Hausherren aus, die einen harmlos lang nach vorne geschlagenen Ball unterwandern und dem Goalgetter Tür und Tor für den zweiten Treffer gewährleisten. Nach dem zweiten Streich, folgte der dritte von Arndt zugleich.

Vier Tore innerhalb von zwölf Minuten

Mit einem sensationellen Dropkick aus der Drehung, gelang dem Angreifer ein Traumtor, welches die Gastgeber staunend zur Kenntnis nahmen. Die technisch individuelle Klasse des Tores, konnte in diesem Falle die Jävenitzer frei von Schuld sprechen. Die Qualität von Stürmer Arndt durfte hierbei neidlos anerkannt werden. Die Arndt-Festspiele waren indes noch längst nicht beendet. Nach dem lupenreinen Hattrick ließ Arndt den lupenreinen Quattrick folgen. Noch in Hälfte eins umkurvte Arndt Schlussmann Torsten Heinze und schob locker zum 4:0 aus Sicht der Warnauer ein (12.).

Das halbe Dutzend noch vor der Halbzeit

Während sich die Zuschauer fragten, ob es ein zweistelliges Ergebnis werden würde, schickte sich Warnau an, die eigenen Kräfte zu schonen. Die Warnauer nahmen das Tempo bei sonnigen 27 Grad Celsius raus und schalteten einen Gang zurück. Bequem und weiterhin auf Fehler lauernd, kontrollieren die Gäste weiterhin das Spielgeschehen. Nach einem Leerlauf in Sachen Torerzielung, schlug der Landesligist kurz vor der Pause noch einmal zu. Das fünfte Tor erzielte Ricardo Hain (44.) nach einem plumpem Verteidigungsversuch. Das halbe Dutzend fiel ebenfalls noch in Hälfte eins, durch keinen Geringeren als Arndt (45.).

Wille und Aggressivität waren auf Seiten des Kreisoberligisten vorhanden. Kompaktheit in der Defensive und Präzision im Zuspiel fehlten dem Vizemeister der 1. Altmark-West-Liga allerdings. Zu groß waren die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen. Schlechtes Verschieben, Trägheit und fehlende Dynamik machten sich bei den Gastgebern bemerkbar, die bis dato noch kein Testspiel nach der Corona-Pause bestritten und erst seit einer knappen Woche mit dem Mannschaftstraining begannen.

Entsprechend frustrierend gestaltete sich die Angelegenheit für all diejenigen, die es mit den Jävenitzern hielten. Die Bilanz der Grün-Weißen ernüchterte. Besser wurde es in Hälfte zwei nicht. Stürmer Salam versuchte sich im Eins-gegen-Eins, erkämpfte damit den ein oder anderen Eckball, blieb jedoch weitestgehend blass. Im Gegensatz dazu, benötigte Warnaus Julian Krüger wenig Mühe, um Durchschlagskraft unter Beweis zu stellen. Das 7:0 erzielte Krüger (54.), nachdem die Grün-Weißen in einen Konter des Gegners hinein liefen und nur noch die Rücklichter der Warnauer Offensive sahen. Klasse Paraden von Jävenitz-Torhüter Heinze verhinderten in der Folge ein zweistelliges Ergebnis. Weitere Gegentore musste der starke Schlussmann dennoch schlucken. Die bittere Pille zum 0:8 verabreichte Ricardo Hain, der mit seinen Bewachern Katz und Maus spielte.

Arndt setzt den Schlusspunkt

Zwei einfache Körpertäuschungen im Strafraum reichten dem athletischen Stürmer, der damit die gegnerische Hintermannschaft aussteigen ließ. Das 0:9 erzielte Arndt mit seinem sechsten Tor (83.). Dabei sollte es auch bleiben. Ein zweistelliges Ergebnis konnte abgewendet werden und untermauerte die Kräfteverhältnisse zwischen Landesliga und Kreisoberliga. Jävenitz-Trainer Guido Euen zementierte dies ebenfalls: „Es war im Nachhinein etwas naiv, in dieser Phase der Vorbereitung, mit einem Landesligisten mithalten zu wollen. Durch die Corona-Pause und die lange Zeit ohne Training, bestand jedoch eine große Unsicherheit. Wir sind froh, überhaupt wieder dabei zu sein. Ein Highlight gegen solch einen Gegner zu spielen, wäre es allerdings nach drei Wochen Vorbereitungszeit gewesen. Trotz der deftigen Niederlage, habe ich aber auch positive Dinge gesehen.“

Warnaus neuer Trainer Michael Tiersch attestierte seinem Gegenüber, unabhängig von der sportlich einseitigen Angelegenheit, mit dem Aufenthalt in Jävenitz ein schönes Erlebnis im Gedächtnis zu behalten: „Es war für uns in erster Linie eine Trainingseinheit und ein toller Nachmittag. Alle sind gerannt, das Spiel blieb jederzeit fair und die Atmosphäre in Jävenitz war wundervoll. Es ist immer wieder toll, hier her nach Jävenitz zu kommen und Guido Euen zu treffen.“

Statistik

SV Heide Jävenitz: Heinze – Shakir, Wolter, Jahn, Schönfeld, Weber, Krüger, Haering (73.Spengler), Beck (46.Petrov), Pieper (34.Rummel), Salam

SSV Havelwinkel Warnau: Vicentin – S. Walther (46. Debold), Kaps, Jeckstadt (46. Müller), Püschel (46. Krüger), Brömme (58. E. Walther), Heinrich, Keiper, Schmoock (46. Buricke), Hain, Arndt

Schiedsrichter: Torsten Felkel

Zuschauer: 95

Tore: 0:1 Arndt (3.), 0:2 Arndt (4.), 0:3 Arndt (7.), 0:4 Arndt (12.), 0:5 Hain (44.), 0:6 Arndt (45.), 0:7 Krüger (54.), 0:8 Hain (72.), 0:9 Arndt (83.).