Stendal l Zumeist hohe Erwartungen hatten die Teilnehmer des Fanabends der Oberliga-Kicker vom 1. FC Lok Stendal. Im Klubraum des Stadions Am Hölzchen wurde die Auslosung der 1. Runde des DFB-Pokalwettbewerbs 2018/19 gezeigt.

Euphorie bei den Fans

Gleich die fünfte von Palina Rojinski geloste Paarung war die mit Lok Stendal. Richtig große Euphorie kam bei den etwa 60 Gästen des Abends auf, als der altmärkische Verein im TV genannt wurde.

Dann aber hieß der Gegner der Stendaler Arminia Bielefeld – Enttäuschung. Das ist zwar der am Ende Vierte der Zweitbundesliga-Saison 2017/18, doch so ziemlich alle der Besucher wollten unbedingt eine Mannschaft aus dem deutschen Fußball-Oberhaus als Kontrahenten ihrer Mannschaft haben.

Große Namen gehandelt

Namen wie Bayern München, Werder Bremen, Hertha BSC und Eintracht Frankfurt wurden im Vorfeld von Spielern und Fans zum Beispiel häufig gehandelt.

Tage zuvor ermittelte der Verein noch einmal die genaue Zuschauer-Kapazität des heimischen Stadions (Ergebnis: 4200 Besucher). Falls ja einer der ganz Großen zugelost würde, könnte die Zahl nicht reichen und in dem Fall müsste ein anderer Austragungsort gesucht werden (Berlin, Wolfsburg, Magdeburg). Das hatte sich jedoch mit dem Los Bielefeld erübrigt.

Lieber Gegner aus der 1. Bundesliga

„Für mich ist dieses Los schon ernüchternd. Wir hätten uns natürlich über einen Gegner aus der 1. Bundesliga sehr gefreut. Trotzdem Respekt vor der Arminia“, so Mannschaftskapitän Philipp Groß wenige Minuten, nachdem die Paarung feststand.

Einer, der hier lange nicht zu sehen, war Gast des Lok-Fan­abends, bei dem der Biergenuss wegen der Länge der Feier absolut nicht zu kurz kam: Marco Hubert. Bekanntlich war er lange Jahre bei der Kreissparkasse Stendal beschäftigt und hat große Sportereignisse (Stichwort: Sparkassencup) organisiert.

Er wohnt seit vier Jahren in Flensburg und verkauft nunmehr Yachten. Am Freitag war er in Berlin, zur Abwicklung eines Yacht-Verkaufs, abends beim Lok-Fanabend am Hölzchen. Seine Meinung zum Stendaler Los: „Schlimmer hätte es nicht kommen können.“

Weitere Stimmen zur Auslosung

Sven Körner (Trainer Lok Stendal): Wir treffen in der ersten Runde in einem Pflichtspiel auf einen Traditionsverein. Das ist kein Testspiel sondern ein Pflichtspiel. Wann gab es das zuletzt. Daher freuen wir uns auf dieses Spiel und hoffen, wenn das Hölzchen zugelassen wird, dass wir zu Hause spielen dürfen.

Sven Jaluschka (Stadion­sprecher bei Lok Stendal): Ich hatte natürlich mit einem großen Verein aus der 1. Bundesliga geliebäugelt. Dieses Los ist schon eine Enttäuschung. Pokalspiele  haben jedoch bekanntlich ihre ganz eigenen Gesetze. Ich hoffe, dass das eintritt.

Tim Schaarschmidt (Lok-Spieler): Ich hatte mir einen Gegner aus dem Spitzenfeld der 1. Bundesliga gewünscht. Natürlich ist Bielefeld als Vierter der 2. Bundesliga der große Favorit in unserem Stadion.

Thomas Cosmar (in Berlin lebender Lok-Fan): Es hätte besser kommen können für uns. Für mich ist Arminia Bielefeld jedoch beileibe kein schlechtes Los. Vielleicht unterschätzt uns der Zweitligist ja. Da denke ich an die Pokalserie 1995 zurück. Da sind Hertha BSC, der VfL Wolfsburg und Waldhof Mannheim als jeweils klare Favoriten zu uns ans Stendaler Hölzchen gekommen und wurden durch Lok bezwungen.

Vincent Kühn (Lok-Spieler): Es ist zwar kein gutes Los, aber so können wir wenigstens Gas geben und vielleicht sogar weiterkommen.

Martin Gebauer (Stellvertretender Mannschaftskapitän Lok): Bielefeld ist natürlich der große Favorit gegen uns. Ich hatte uns allerdings einen Erstligisten gewünscht. Wir werden gegen Bielefeld im eigenen Stadion spielen und wollen unseren Fans etwas zurückgeben. Sie haben uns in den letzten Jahren großartig unterstützt und so mit für die jüngsten Erfolge gesorgt.