Stendal l Die Rede ist von Karsten Fettback. Der 43-Jährige wurde beim Verbandstag des Kreisfachverbands (KFV) Fußball Altmark-Ost zum neuen Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses gewählt. Volksstimme-Autor Stefan Rühling hat sich mit ihm unterhalten.

Volksstimme: Herr Fettback, wie geht es Ihnen als neues Mitglied im KFV-Präsidium?

Karsten Fettback: Es geht mir gut, vielen Dank für die Nachfrage. Die ersten Tage nach dem Verbandstag waren etwas stressig, doch grundsätzlich freue ich mich auf diese neue Herausforderung.

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Sie wurden mit einer deutlichen Mehrheit der Delegierten berufen – hat Sie das überrascht?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich dem Verbandstag im Allgemeinen und der Wahl im Speziellen eher gelassen entgegengeblickt habe. Für mich war klar, dass ich das Ergebnis so akzeptieren werde, wie die Delegierten unserer Vereine es fällen. Dass die Wahl so deutlich ausfiel, hat mich tatsächlich überrascht und gleichzeitig sehr gefreut.

Wie haben Sie die ersten Wochen seit der Wahl erlebt?

Wie schon erwähnt, war der Anfang stressig. Das hatte aber weniger damit zu tun, dass unter meinem Vorgänger – dem neuen Präsidenten Michael Müller – schlechte Arbeit gemacht wurde. Durch die Corona-Pandemie hatten wir einfach einige Aufgaben, beispielsweise die Planung für den Kreisoberliga-Test und die erste Weiterbildung, innerhalb kürzester Zeit zu bewältigen. Zudem habe ich schon erfahren, dass ich jetzt noch einmal mehr Ansprechpartner für unsere Schiedsrichter bin und so diverse Gespräche geführt.

Sie waren in den Vorjahren bereits als Ansetzer Mitglied im Schiedsrichterausschuss. Wie kam es zu diesem Engagement?

Im Jahr 2013 hat Marc Jensen entschieden, seinen Posten als Ansetzer der Kreisklassen abzugeben. Damals wurde ich dann vom Schiedsrichterausschuss angesprochen, ob ich mir nicht dessen Nachfolge vorstellen könnte. Zu dieser Zeit waren noch Eckhard Genderjahn und Dirk Feibig in der Verantwortung. Ich empfand dies als eine gute Idee. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, dem Fußballsport und dem KFV etwas von dem zurückzugeben, was ich zuvor selbst erfahren habe.

Wann haben Sie davon erfahren, dass Michael Müller den Schiedsrichterausschuss abgeben möchte und als Präsident kandidiert?

Grundsätzlich war ja schon länger klar, dass Werner Meinschien und Dieter Marks nicht wieder kandidieren, so dass ein neuer Präsident gefunden werden musste. Dabei ist in den Vorjahren der Name Michael Müller häufiger gefallen. Letztlich hat er mir Anfang 2020 dann gesagt, dass er kandidieren wird.

War für Sie dann klar, dass Sie ihm im Vorsitz des Ausschusses folgen werden?

Nein, ganz und gar nicht. Ich habe mir selbst die Frage gestellt, wer den Posten übernehmen könnte und bin verschiedene Optionen im Kopf durchgegangen. An mich habe ich dabei überhaupt nicht gedacht. Schließlich hat Michael Müller mich angesprochen, ob ich mir das nicht vorstellen könnte, was ich ohne zu zögern abgelehnt habe. Aus dem Kopf ging mir das jedoch nicht, so dass ich immer wieder darüber nachgedacht habe. So reifte dann in mir der Entschluss, mich doch um das Amt zu bewerben. Denn wie schon erwähnt, freue ich mich, etwas zurückgeben zu können.

Wann haben Sie den Entschluss getroffen?

Das muss dann im März dieses Jahres gewesen sein.

Werden Sie den bisherigen Ausschuss personell verändern?

Nein, das ist aktuell nicht geplant. Ich habe mich zunächst gefreut, dass neben dem ausgeschiedenen Michael Müller alle weiteren Mitglieder ihre Bereitschaft erklärt haben, weiter zu machen. Sogleich haben wir in der Woche nach dem Verbandstag eine erste Ausschusssitzung durchgeführt und gemeinsam entschieden, dass es weiter geht, wie bisher. Sollte sich herausstellen, dass die Fülle der Aufgaben für uns zu viert nicht zu bewältigen ist, können wir immer noch über eine Verstärkung nachdenken.

Worin sehen Sie ihre Aufgaben im KFV-Präsidium?

Ich möchte dort die Position unserer Schiedsrichter aus dem gesamten KFV einnehmen und ihre Anliegen im Vorstand vortragen bzw. die Interessen der Unparteiischen vertreten.

Und im Ausschuss?

Ich werde weiterhin als Ansetzer der Kreisoberliga fungieren, solange sich dies mit dem Vorsitz vereinbaren lässt. Ansonsten möchten wir als Ausschuss den eingeschlagenen Weg der vergangenen Jahre weitergehen und die Zuwachsrate an Schiedsrichtern stabil halten. Eine Steigerung erscheint mir als kaum möglich aber wenn es uns gelingt, so konstant wie zuletzt neue Unparteiische auszubilden, dann ist viel Arbeit getan. Darüber hinaus wollen wir die vorhandenen Schiedsrichter qualitativ weiterbilden. Denn wir stehen zwar in der Breite gut da, doch fehlt es uns in der Spitze an Qualität. Das kommt dadurch zum Ausdruck, dass wir nach dem freiwilligen Rückzug von Michael Müller und Elfi Schwander mit Christoph Blasig aktuell nur einen Referee in der Landesliga haben.

Wie wollen Sie die Spitze verstärken?

Mit beispielsweise Max Goroncy und Paul Lemme verfügen wir aktuell über zwei vielversprechende Talente in der Landesklasse mit Potenzial nach oben. Diese wollen wir weiter fordern und fördern, damit sie die entsprechenden Beobachtungen vom Landesverband erhalten, um höher eingestuft zu werden.

Woran lassen Sie sich letztlich messen?

Zum einen an der Anzahl der Schiedsrichter und natürlich an deren Einstufung. Die Herausforderung dabei ist, die Quantität zu halten und gleichzeitig die Qualität zu steigern.